Kimi Räikkönen tritt am Ende dieser F1 Saison zurück. Der Finne ist der erfahrenste Pilot am Grid. Doch ließ er sich der Weltmeister von 2007 in seinen fast 350 Grands Prix nicht verbiegen
Kimi, Du hast vor kurzem Deinen Rücktritt zu Saisonende erklärt. War die Entscheidung schwer?
Nicht wirklich. Die Entscheidung ist nicht ganz frisch und ich habe auch schon meine Erfahrung damit. Es hat damals gut funktioniert (Räikkönen stieg bereits Ende 2009 einmal aus, Anm.) Ich durfte wirklich lange dabei sein, aber die Formel 1 war glücklicherweise niemals mein Leben. Natürlich nimmt sie einen sehr großen Teil unseres Lebens ein, aber sie war nie der bestimmende Teil. Ich habe immer mein Leben gelebt … darum ist es in Ordnung.
Hattest Du schon Zeit für Zukunftspläne?
Nein, noch gar nicht. Ich will aber auch keinen festen Zeitplan mehr haben. Das war jetzt 19 Jahre in der Formel 1 so. Immer gab einen Plan nach dem anderen Plan, das will ich nicht mehr haben. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum ich dann etwas völlig anderes machen werde. Das Leben dreht sich nicht um die Rennen. Natürlich gibt es noch Zeitpläne durch die Familie, wie Kindergarten oder Schule der Kinder. In den vergangenen Jahren drehte sich die Familie um meine Zeiten, wann geht der nächste Flug zu den Tests, zu den Rennen, zu meiner Arbeit. Ich bin in Zukunft nicht mehr in Eile. Ich habe mir noch keine großen Gedanken gemacht, aber es gibt natürlich gewisse Möglichkeiten. Wir werden sehen.
Du hattest eine großartige Karriere, warst 2007 Weltmeister und hast 21 Rennen gewonnen. Was ist Deine größte Stärke?
Keine Ahnung, ob ich eine habe. Ich hatte einen guten Lauf. Ich bin glücklich und zufrieden mit dem, was ich erreicht habe. Man will gewinnen, was nicht einfach ist. Ich wollte Weltmeister werden, was mir gelungen ist. Ich war vorher ein paar Mal sehr nahe dran, und dann ist es mir mit Ferrari gelungen. Ich bin natürlich glücklich, dass ich es ausgerechnet mit ihnen erreicht habe. Der Rest ist bekannt. Stärke oder nicht Stärke ist mir eigentlich egal.
Würdest Du heute etwas anders machen wollen?
Nein, ich hatte Spaß und ich habe es immer auf meine Art und Weise gemacht. Es gibt nichts was ich ändern würde, selbst wenn ich es könnte. Sonst würden wir heute vielleicht auch gar nicht hier sein. Ich darf mich wirklich nicht beschweren.
Wann bist Du am glücklichsten?
Bei meiner kleinen Familie!
Und in der Formel 1?
Auf jeden Fall draußen auf der Rennstrecke! Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass die Sache mit den Medien nicht meines ist. Aber es gehört nunmal dazu. Ich komme an die Rennstrecken um zu fahren, um Rennen zu fahren. Die ganzen anderen Sachen waren nie der Grund für mich zu kommen.
Was wirst Du an der Formel 1 vermissen?
Das ist schwer zu sagen. Es sind noch ein paar Rennen zu fahren und wir werden bis zum Schluss weiterhin alles geben. Natürlich habe ich eine Menge an Menschen getroffen, ein paar sind über die Jahre zu Freunden geworden, aber die sieht man sowieso. Ob ich die Rennen vermissen werde, weiß ich nicht. Ich habe es so lange gemacht, dass ich bezweifle, es zu vermissen.
Welcher Deiner 21 Siege war der schönste?
Jeder Sieg war anders. Einige fielen leichter als andere. Aber ich hatte mehr wichtige als unbedeutende. Die Siege am Ende der Saison 2007 waren natürlich wichtiger als ein paar andere in meiner Karriere. Auch Erfolge in Spa bleiben in schöner Erinnerung, durch die Geschwindigkeiten, oder Japan, es ist ein hektisches Land. Alle Siege waren schön und ich würde nicht sagen, ein Sieg ist besser als der andere. Der erste Sieg ist natürlich immer der schwerste Sieg.
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