Punktehatz im Glutofen

Der Grand Prix von Singapur ist nicht nur das einzige Nachtrennen im Formel 1 Kalender, sondern auch gleichzeitig eines der härtesten

2008 wurde es zum ersten Mal finster in der Formel 1. Mit dem Nightrace in Singapur beschritt die Königsklasse völlig neue Wege. Heute fährt man auch in Bahrain und Abu Dhabi mit Schweinwerfern, allerdings nur in der Dämmerung. Das Rennen im südostasiatischen Kleinstaat ist noch immer das einzige Nachtrennen und zählt zu den härtesten Grands Prix des Jahres.

Hitze und Feuchtigkeit

In tropischer Hitze von bis zu 30 Grad Lufttemperatur trotz fortgeschrittener Stunde und einer Luftfeuchtigkeit von über 80% rasen die Piloten im grellen Licht von 1.485 Scheinwerfern 61 Runden lang über die fünf Kilometer lange Piste. „Es ist im Cockpit bis zu 60 Grad heiß. Du musst das ganze Rennen lang trinken und Dich vorher und nachher kräftig kühlen“, weiß Sebastian Vettel, der schon viermal siegreich war. Der Ferrari Pilot steht aktuell mächtig unter Druck und möchte gerne auf „einer meiner Lieblingsstrecken“ wieder in die Spur finden. „Singapur ist mir immer gut gelegen und auch Ferrari war immer stark hier. Im Gegensatz zu Monaco ist der Kurs sehr schnell, obwohl man in der Stadt fährt. Daher sollte uns unsere gute Motorleistung auch helfen.“

Hamilton will Hattrick

Ebenfalls vier Singapur-Siege hat Titelverteidiger Lewis Hamilton zu Buche stehen. Der Weltmeister gewann auch in den letzten beiden Jahren und strebt den „Hattrick“ an. „Ich liebe nicht nur das Rennfahren, sondern auch den Glamour. Da ist Singapur neben Monaco sicher ein Highlight im Kalender. Dementsprechend fühle ich mich dort sehr wohl und es wäre schön, wenn ich auch heuer wieder ganz oben am Treppchen stehen und so den dritten Erfolg in Serie einfahren könnte.“ Von Seriensiegen war der Mercedes-Pilot zuletzt ja nicht verwöhnt, denn nach seinem Run von Spanien bis Frankreich, geriet der Motor doch etwas ins Stocken – wenn auch auf hohem Niveau – in sechs Rennen gab es „nur mehr“ zwei Siege für den Meisterschaftsdominator, zuletzt zweimal P2 in Belgien und Italien. „Natürlich ist es schöner zu gewinnen, aber ich muss auch auf die Gesamtwertung schauen und da ist es vor allem wichtig mehr zu punkten als meine direkten Gegner,“ so Hamilton.

Bullen mit Hoffnung

Singapur war aber auch immer ein gutes Pflaster für Red Bull Racing, denn die Österreicher holten am Marina Bay Street Circuit drei Siege und sechs 2. Plätze, fünf davon in den letzten fünf Jahren. „Die Charakteristik des Kurses liegt unseren Wagen. Ich bin sicher, dass sowohl Max (Verstappen) als auch Alex (Albon), der hier bestimmt viele Fans haben wird, gut unterwegs sein werden“, so Teamchef Christian Horner. Besonders der Thailänder Albon freut sich auf das Rennwochenende, denn „es werden sicherlich einige asiatische Fans für mich die Fahnen schwenken.“ Thailand beheimatet zwar einen MotoGP, aber noch kein Formel 1 Rennen. Nachdem Malaysia und Indien nicht mehr am Kalender sind, ist Singapur die nahegelegenste Destination.

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