Lewis Hamilton holte sich mit dem Rennsieg in Abu Dhabi den zweiten Formel-1-WM-Titel seiner Karriere, Rivale Rosberg mit technischem Defekt
Nico Rosberg hatte seinen Teamkollegen und WM-Leader Lewis Hamilton am Vortag noch mit einer unglaublichen Polerunde geschockt. Doch der Deutsche versemmelte seinen Rennstart, Hamilton zog vorbei und kontrollierte seine Führung bis zum Ende des Rennens. Zusätzlich begünstigt wurde der Erfolg des Briten vom Versagen der elektronischen Motoreinheit bei Rosberg gegen Rennmitte, wodurch Nico keine Chance mehr auf einen echten Titelfight mehr hatte. Lewis krönte sich zum ersten Mercedes-Weltmeister seit Juan Manuel Fangio 1955.
„Ich bin sprachlos, ehrlich. Ich möchte mich eigentlich nur bei allen bedanken, die mir durch dieses anstrengende Wochenende, durch diese ganze Saison geholfen haben. Das ist der größte Tag meines Lebens“, konnte Hamilton sein Glück kaum fassen. Der 29-Jährige dachte aber auch an seinen geschlagenen Teamkollegen: „Nico und ich hatten das ganze Jahr hindurch ein großes Duell und es war schade, dass wir nicht wirklich gegeneinander kämpfen konnten. Wir kennen uns seit 1997 und er hat mir vor der Siegerehrung sehr fair gratuliert. Er ist ein toller und hochprofessioneller Pilot.“
„Mein Start war einfach schlecht und Lewis konnte vorbeifahren. Das war der erste Schritt in die falsche Richtung. Das ERS hat ausgesetzt und dann gab es noch andere Komplikationen. Ich glaube aber nicht, dass ich ohne Defekt heute gewonnen hätte“, präsentierte sich Rosberg erwartungsgemäß als fairer Verlierer.
Ebenso Mercedes Aufsichtsrat Motorsport Niki Lauda fand tröstende Worte für Rosberg: „Nico hatte das gleiche Problem wie in Kanada. Die ERS Box wurde zu heiß, er verlor Leistung und hatte so keine Chance mehr. Es tut mir für ihn wirklich leid, aber Lewis ist phänomenal gefahren. Wir müssen uns bei Nico entschuldigen und ihm sagen, dass 2015 sein Jahr werden muss.“
Williams mit Traumfinale
Hinter den dominierenden „Silberpfeilen“ schloss das wiedererstarkte Williams Team die Saison mit einem Doppelpodium in der Wüste ab. Felipe Massa wurde vor Valtteri Bottas starker Zweiter. „Es war ein Klasserennen für mich. Ich habe nicht gedacht, dass wir so schnell sein würden. Beim letzten Stopp riskierten wir mit dem weichen Reifensatz, aber es ging sich nicht mehr ganz aus, denn die Gummis bauten dann doch noch ab. Dennoch war die Teamleistung überragend“, strahlte der Brasilianer. Auch sein Stallgefährte Bottas war happy, denn der junge Finne wurde immerhin WM-Vierter. „Diese Saison war für uns ausgezeichnet, wir haben uns das ganze Jahr hindurch gesteigert und die Leistungskurve ging stetig nach oben. Wir können uns für 2015 also einiges erwarten.“
Still und leise verabschiedete sich Jenson Button mit Platz 5 aus der Königsklasse. Nach 15 Jahren ist für „JB“ Schluss. Wenig spektakulär waren auch die letzten Rennen für Sebastian Vettel (P8) bei Red Bull und Fernando Alonso (P9) bei Ferrari. Auch Jean Eric Vergne (P12) wird der Formel 1 wohl „au revoir“ sagen, ebenso wie Esteban Gutierrez (P15). Ein Drama war die Saison besonders für Gutierrez‘ Sauber Team, das erstmals seit dem Formel-1-Einstieg 1993 ein ganzes Jahr ohne WM-Punkte blieb.
Grand Prix von Abu Dhabi
| Lewis Hamilton | GBR | Mercedes | 1:39:02,619 | |
| Felipe Massa | BRA | Williams | + 2,5 | |
| Valtteri Bottas | FIN | Williams | 28,8 | |
| Daniel Ricciardo | AUS | Red Bull | 37,2 | |
| Jenson Button | GBR | McLaren | 1:00,3 | |
| Nico Hülkenberg | GER | Force India | 1:02,1 | |
| Sergio Perez | MEX | Force India | 1:11,0 | |
| Sebastian Vettel | GER | Red Bull | 1:12,0 | |
| Fernando Alonso | ESP | Ferrari | 1:25,8 | |
| Kimi Räikkönen | FIN | Ferrari | 1:27,8 | |
| Kevin Magnussen | DEN | McLaren | 1:30,3 | |
| Jean-Eric Vergne | FRA | Toro Rosso | 1:31,9 | |
| Romain Grosjean | FRA | Lotus | 1 Runde | |
| Nico Rosberg | GER | Mercedes | 1 Runde | |
| Esteban Gutierrez | MEX | Sauber | 1 Runde | |
| Adrian Sutil | GER | Sauber | 1 Runde | |
| Will Stevens | GBR | Caterham | 1 Runde |
Out: Daniil Kwjat (RUS/Toro Rosso/16. Runde), Pastor Maldonado (VEN/Lotus/29. Runde), Kamui Kobayashi (JPN/Caterham/46. Runde)
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