Nico Gruber hat die erste Hälfte seiner Debütsaison im Formelsport absolviert und die Bilanz könnte nicht besser ausfallen
Als Nico Gruber zu seinem ersten Formel Ford 1600 Test nach England kam, waren alle Blicke auf ihn gerichtet und viele skeptisch. Der oberösterreichische Youngster entschied sich, wie Idol Ayrton Senna, seine ersten Schritte im Formelsport, der nächsten Stufe nach dem Kartfahren, in der Britischen Formel Ford zu machen. In Silverstone fragten sich alle, wer ist dieser Österreicher? Kann der überhaupt Englisch? Doch Nico wischte die Skepsis mit seiner freundlichen, aber professionellen Art sofort vom Tisch. Als er wenig später auch noch mit Topzeiten für einen absoluten Neuling aufhorchen ließ, waren alle voller Vorfreude auf das, was noch kommen würde. Und bislang kam so einiges.
Alles neu
Gruber, für den – anders als für seine britischen Konkurrenten – alle Strecken komplettes Neuland waren, fand sich im wahrsten Sinne des Wortes rasend schnell zurecht. Bereits in seinem zweiten Rennen raste der mitteleuropäische Kartchampion von P21 durchs Feld in die Top 10 und holte erste Punkte. „Nico ist vom Speed her schon ganz knapp an der Spitze dran. Und das an seinem ersten Rennwochenende. Wenn er von Defekten verschont bleibt, können wir uns auf eine tolle Saison freuen“, strahlte Teamchef Cliff Dempsey sein. Und er strahlt noch heute.
Imposante Bilanz
Inzwischen ist die erste Saisonhälfte vorbei und Nico liegt auf Rang 9 der Gesamtwertung von 38 Startern. Mit 117 Punkten ist er auch Führender der Rookiewertung, also bester Serienneuling. Am Stockerl stand der gebürtige Grieskirchner noch nicht, war aber mit Platz 4 beim „Champions of Brands“ knapp dran. „Nico hat sich extrem schnell in der Formel Ford etabliert. Er hat gleich mehrere Schritte auf einmal gemacht und seine Entwicklung ist beeindruckend“, streut Dempsey seinem Schützling Rosen. In Knockhill und in Brands Hatch reichte es jeweils für die erste Startreihe. „Es war ein großartiges Erlebnis von vorne zu starten und das Feld hinter einem zu haben. Das kann ruhig öfter so sein“, lacht Nico. Seine erste schnellste Rennrunde hat er sich zuletzt im nordirischen Kirkistown gesichert.
Am Boden geblieben
„Bisher ist es ganz gut gelaufen. Da ich mich in den freien Trainings immer erst mit dem Kurs vertraut machen muss, fehlt mir diese Zeit oft beim Finden der Abstimmung fürs Qualifying. Aber in einigen Rennen konnte ich an der Spitze mitfighten, was ein tolles Gefühl ist“, so der Teenager bescheiden. Von Abgehobenheit keine Spur, trotz seines sportlichen Höhenfluges. Gruber verbringt viel Zeit bei seinem Team, wo er nicht nur Rennen fährt, sondern auch viele Testfahrten absolviert und sich Technikwissen aneignet. Den Straßenführerschein besitzt der 16-Jährige erst seit kurzem. „Ich habe den L17 Schein gemacht. Auch wenn das Fahren kein Problem war, den Lernstoff neben Schule und Rennfahren zu bewältigen, war nicht ohne“, sagt Gruber. Dann steigt aufs Gas und fährt zum Flughafen um wieder nach Großbritannien abzuheben….
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