Kommendes Wochenende steht der zweite GP in Sotschi am Programm, aber vielleicht zieht man bald nach Moskau um
Der Große Preis von Russland wurde erstmals 1913 und 1914 in Sankt Petersburg ausgefahren. Die Premiere gewann Lokalmatador Georgy Suvorin, ein Jahr später war der Reichsdeutsche Willy Scholl erfolgreich – beide auf Benz, wenn man so will, dem Vorläufer der Silberpfeile von heute. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der nachfolgenden russischen Revolution, gab es 100 Jahre keinen Grand Prix mehr in Russland. Erst in den frühen 1980ern wollten Bernie Ecclestone und mit einem „Grand Prix der Sowjetunion” in den Straßen Moskaus in den Ostblock vordringen. Das Rennen schien bereits auf dem provisorischen Rennkalender für 1983 auf, doch die politische Bürokratie konnte sich nicht auf eine Durchführung einigen. Aber Ecclestone ließ die Idee hinter dem Eisernen Vorhang zu fahren nicht fallen und setzte sein Vorhaben – zumindest teilweise – mit dem ersten GP von Ungarn 1986 um. 200.000 Fans die zur Premiere nach Budapest pilgerten, gaben dem Briten – der die Strecke angeblich selbst bei einem Dinner mit F1 Experten auf einer Serviette skizziert haben soll – Recht.
Aufblühen nach Ende des Kommunismus
Nach der Ostöffnung hielt der Motorsport Einzug in Russland und neben vielen für Events kurzfristig abgesperrten Stadtkursen, entstanden auch einige permanente Rennstrecken, wie das Autodrom Moskau oder der Smolensk Ring. 2001 unterstützte Russlands Präsident Vladimir Putin das „Pulkovskoe Ring“ Projekt, das aber schlussendlich nicht umgesetzt wurde. Zwei Jahre später wollte Moskaus legendärer Bürgermeister Juri Luschkow im Norden der Stadt auf der Nagatino Insel einen Kurs errichten. Der Bau wurde aber infolge von Vertragsstreitigkeiten eingestellt. Im September 2008 begann Stararchitekt Hermann Tilke im Auftrag von Streckenpromoter Hans Geist – der Niederösterreicher hatte schon den Bahrain GP auf die Beine gestellt und den A1 Ring gemanagt – dann rund 75 Kilometer außerhalb der russischen Hauptstadt mit dem Bau des Moscow Raceway. Nach Beendigung der Bauarbeiten, die vom österreichischen STRABAG-Konzern durchgeführt wurden, eröffnete Vizebürgermeister Waleri Winogradow die Piste 2012 mit einem World Series By Renault Rennwochenende. Der topmoderne Kurs erfüllt alle Voraussetzungen sowohl die Formel 1 als auch die MotoGP zu beherbergen.
Schwarzmeer-Strand statt Moskauer Pampa
Doch sowohl Strecke als auch Gegend waren für die Formel 1 wenig attraktiv, weswegen Ecclestone mit Putin übereinkam, ein Prestigeprojekt für die Königsklasse zu suchen. St. Petersburg bewarb sich durch Sportminister und Ex-Eishockey-Star Wjatscheslaw Fetisow, um einen Grand Prix, ebenso wie das 700 km von Moskau entfernte Belgorod an der ukrainisch-russischen Grenze. 2010 fand das Duo die Lösung und verlautbarte, dass Sotschi 2014 nicht nur die Olympischen Winterspiele, sondern auch den Russland GP veranstalten würde. Das 5.9 km lange Sochi Autodrom schlängelt sich, ähnlich wie die Strecke in Montreal, durch den Olympiapark und kostete mit 260 Millionen Euro fast doppelt so viel wie ursprünglich veranschlagt (142 Millionen).Trotz 150.000 Zuschauern beim Auftakt musste der bisherige Promoter Insolvenz anmelden. Moskau hoffte dadurch, aber FIA Präsident Jean Todt bekräftigte, man würde lieber am Schwarzen Meer bleiben. Beim Premierenrennen letzten Oktober gewann der spätere Champion Lewis Hamilton vor seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg und sorgte so für den dritten Sieg der „Silbernen“ in der russischen Rennsport-Historie der Königsklasse. Dieses Jahr stehen die Zeichen gut, dass die Mercedes-Piloten einen vierten Erfolg nachlegen.
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