Königssprint an Hamilton

Lewis Hamilton holte sich in Belgien in einem Duell auf Topniveau gegen Sebastian Vettel den Sieg in seinem 200. Grand Prix

Mercedes Star Lewis Hamilton und Ferrari Ass Sebastian Vettel fuhren beim GP von Belgien in einer eigenen Liga. Die beiden WM-Spitzenreiter distanzierten ihre Verfolger klar und machten den Sieg untereinander aus. Am Ende eines Duells auf absolutem Topniveau hatte der Brite knapp die Nase vorne und konnte so seinen Rückstand in der Meisterschaft auf sieben Zähler gegenüber Vettel verkürzen. „Sebastian hat mir einen harten Kampf geboten, aber es war immer fair. Vor 21 Jahren kam ich mit meinem Vater hierher und staunte über die Formel 1 Piloten. Heute stehe ich hier oben und konnte meine Träume verwirklichen. Das könnt Ihr alle“, freute sich der Triple Champion. „Vor dem Restart hatten wir keinen neuen Ultrasoftreifen mehr wie Ferrari. Der Soft hat aber gut ausgeschaut auf unserem Auto und daher haben wir uns dafür entschieden. Lewis hatte das ganze Rennen einfach eine großartige Pace und daher hatten wir Vertrauen in ihn“, resümierte Teamchef Toto Wolff. Vettel war trotz der Niederlage nicht unzufrieden: „Heute war jede Runde ein Fight. Beim Restart hatte ich gehofft vorbeizukommen, aber ich war einfach nicht nahe genug dran. Das Auto lief aber gut und daher freue ich mich nun auf unser Heimrennen in Monza.“

Licht und Schatten bei Bullen

Ein überraschendes Podium holte Daniel Ricciardo für Red Bull Racing, nachdem er beim Restart nach der Safety-Car-Phase von P5 auf P3 schoss. „Wir waren zu Rennmitte schnell unterwegs und daher wusste ich, ich muss beim Restart alles riskieren. Es hat geklappt und nun stehe ich hier“, strahlte der Aussie bis über beide Ohren. Ganz anders die Gemütslage bei Teamkollege Max Verstappen, der bereits nach wenigen Runden ausschied. Es war der sechste Defekt des Niederländers im 12. Rennen. Dementsprechend bedient war Max: „Es ist wirklich enttäuschend. Das ist für ein Topteam einfach nicht gut genug. Es kann nicht sein, dass ich immer wieder diese technischen Probleme habe. Da muss sich das Team wirklich etwas einfallen lassen.“ Auch Sportdirektor Dr. Helmut Marko war erzürnt: „Das ist wirklich sehr ärgerlich. Wir wissen noch immer nicht genau, was da los ist. So eine Ausfallsserie ist nur schwer zu ertragen.“

Streithähne als Chance?

Für viel Kopfweh bei Teameigner Vijay Mallya sorgten wieder einmal Sergio Perez und Esteban Ocon, die bei Force India erneut für Kleinholz schafften. Schon in der Startphase berührten sich die beiden Teamkollegen und in Runde 30 krachte es erneut. Perez fuhr Ocon über den Frontflügel und holte sich dabei einen Platten. Dadurch fielen beiden Piloten aus den sicheren Punkterängen. Der Franzose rettete zumindest noch zwei WM-Zähler ins Ziel. „Diese Vorfälle sind nicht nur ärgerlich, sondern zum Teil auch lebensgefährlich. Das kann so nicht weitergehen“, sagte Ocon nach dem Rennen. Der mehrfach eskalierende Streit zwischen den beiden könnte die Chance für Lucas Auer sein. Der Österreicher überzeugte bei den Young Driver Tests in Ungarn bei den „Rosaroten“ und könnte davon profitieren, dass einer der Kampfhähne das Team für 2018 verlassen muss.

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