Kolles: „Das bei Aston Martin wird nichts mehr!“

Ex-Formel 1 Teamchef Colin Kolles hat im „AvD Motor & Sport Magazin“ auf SPORT1 wieder einmal zu einem Rundumschlag gegen die Königsklasse ausgeholt – wir haben für Euch die wichtigsten Aussagen

Colin Kolles über…

… die Probleme bei Aston Martin: „Das wird nichts mehr. Man hat einen Teambesitzer, der meint, dass er der Teamchef ist. Er weiß alles besser und will mit aller Gewalt seinen Sohn vorne platzieren. Das ist für mich der völlig falsche Ansatz. Wenn du eine Million jeglicher Währung nimmst und die in ein Feuer schmeißt, wird das Geld genauso schnell verbrennen, wie in der Formel 1, wenn du nicht weißt, was du tust. Und das ist der Fall bei Aston Martin. Herr Stroll hat vor ein paar Jahren entschieden, dass es egal was es kostet, schnell gehen soll. Er hat sich dann von Mercedes Pläne geben lassen, Autos kopiert und ein erfolgreiches Jahr gehabt (P4 2020). Alles schien okay, bis man genauer hingeschaut hat und gesagt hat, dass das so nicht geht. Also musste man alles neu machen. Es wurden die falschen Entscheidungen getroffen. Die Ingenieure wurden ‚enteiert‘, denn die Ingenieure wollen natürlich selbst entwickeln. Die Stimmung im Team ist immer schlecht, wenn du von woanders Teile nimmst. Dann weiß man, dass der Besitzer einem nicht vertraut.“

… Sebastian Vettels Lage: „Ich glaube, dass er gar nicht fahren will. Er hat einfach keine Lust, sich das anzutun. Das ist zwar eine gewagte These, aber ich bin mir sicher, dass er sich sehr viele Gedanken macht. Vettel ist älter geworden, hat sehr viel Geld verdient, und eine Familie. Er hat sich ein wenig umorientiert, hat jetzt mehr Erfahrung, und weiß genau, was da vor sich geht. Der Fisch stinkt immer vom Kopf her! Ich sehe den Rennstall sich ins Nirgendwo entwickeln. Solange ein Herr Whitmarsh das Sagen hat, und Herr Stroll nicht einsieht, dass er daheimbleibt und die Leute arbeiten lässt, die sich auskennen, und die richtigen Leute holt, die das Team führen, wird das nie im Leben funktionieren.“

die Durchführung des Saudi-Arabien GP: „Anscheinend spielen 82 Millionen eine sehr große Rolle. Das ist nämlich der Betrag, den man für dieses Rennen bezahlt. Da habe ich das Gefühl, dass man eher kommerziell denkt. Ich weiß, dass sehr viele Fahrer und Teamchefs nicht fahren wollten, und dann wurden sie ein wenig unter Druck gesetzt.“

… das WM-Duell: „Verstappen ist für mich in einer anderen Liga. Da gehört auch ein Hamilton dazu, wenn er ein konkurrenzfähiges Auto hat, und natürlich auch Leclerc. Aktuell sind Red Bull und Ferrari in einer anderen Liga.“

… Mick Schumachers Duell mit Magnussen: „Er muss sich sehr anstrengen, um auf das Niveau von Kevin Magnussen zu kommen. Der kam ohne Testfahrten und nach zwei Jahren ohne Fahrt in der Formel 1 wieder rein und war gleich besser. Magnussen wird auch nicht schlechter werden, sondern eher besser.“

 

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