Daniel Ricciardo befindet sich nach seinem Sieg in China im Hoch. Der Aussie gewann im Vorjahr auch in Baku. Wird er mit einem weiteren Erfolg Ferrari und Mercedes das Fürchten lehren?
Im Vorjahr bot der Stadtkurs in Baku ein wahres Spektakel. Mehrmalige Safety-Car-Phasen, rote Flagge, mit Tape notdürftig reparierte Boliden – das Rennen hatte alles, was sich ein Fan wünschen konnte. Und wie so oft bei einem Chaos GP hieß der Sieger Daniel Ricciardo. Könnte der Red Bull Racing Pilot nach seinem Erfolg in Shanghai nachlegen, würde er zum ernsthaften Titelkonkurrenten für die designierten Dominatoren Lewis Hamilton und Sebastian Vettel.
Heiße Aktie
Ricciardo gilt aktuell ohnehin in mancherlei Hinsicht als heiße Aktie. Denn der Aussie mausert sich nicht nur langsam als Meisterschaftsanwärter, sondern auch als die Königsfigur im Wechselpoker für die kommende Saison. Sein Vertrag bei Red Bull Racing läuft mit Jahresende aus. Daher wäre ein spektakulärer Wechsel zu Ferrari oder Mercedes absolut möglich. Laut jüngster Aussage hat sich der 28-Jährige aber dazu noch „nicht allzu viele Gedanken gemacht. Ich habe keinerlei Eile. Wer auf der Strecke überzeugt, hat bessere Karten als der beste Verhandlungskünstler. Und darauf konzentriere ich mich.“ Sein Erfolg in China war also bereits ein guter Anfang. Doch wessen Cockpit sollte der sechsfache Grand Prix Sieger übernehmen? Dabei kann es wohl nur einen Finnen treffen, denn bei Ferrari wäre das Kimi Räikkönen, bei Mercedes Valtteri Bottas.
Motor macht’s möglich
„Der Antrieb ist das größte Fragezeichen,“ sagt Red Bull Teamchef Christian Horner zum Fall Ricciardo. Wenn Motorenlieferant Renault mehr Power und gleichzeitig mehr Standfestigkeit aus seinem Aggregat quetschen kann, wird Red Bull wieder mehr gewinnen. Und dann gibt es für Ricciardo keinen Grund zu gehen. „Wir können ihm da keine Antwort geben. Er muss, so wie wir, warten und selbst sehen, welche Fortschritte erzielt werden.“ Horner und das Team wollen ihn natürlich behalten, lassen ihn aber auch wissen, dass er keine Stammplatzgarantie hat. „Daniel weiß, dass wir mit ihm weitermachen wollen. Er passt gut zu unserem Team und umgekehrt. Unsere Zusammenarbeit war bislang positiv und stark. Auch für ihn, denn dadurch zählt er heute zu den Toppiloten der Formel 1. Die Türe ist offen, wird aber nicht auf ewig offen bleiben. Irgendwann brauchen wir eine Einigung oder wir müssen uns nach Optionen umsehen. Und wir haben Alternativen an der Hand.“
Mercedes kämpferisch
“Nach den Tests und Melbourne sagten die Leute wir würden die Meisterschaft ganz locker gewinnen. Nun sind drei Rennen vorbei und wir haben noch nicht einmal gewonnen”, resümiert Mercedes Teamchef Toto Wolff süffisant. “Aber wir sind eine tolle Truppe und wir müssen unsere Köpfe zusammenstecken, Ruhe bewahren und mit Lösungen für Lewis und Valtteri aufwarten. Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir das können.“ In dieselbe Kerbe schlägt der Titelverteidiger: „Im Moment sind wir nur die zweite, vielleicht sogar die dritte Kraft. Wir müssen konstruktiven Druck auf die Entwicklungsabteilungen ausüben, denn diese Jungs wollen genauso gewinnen wie wir“, so Hamilton.
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