Kann Hamilton zurückschlagen?

Als alles auf den Auftaktsieg von Lewis Hamilton und Mercedes wartete, versalzte Ferrari-Star Sebastian Vettel die Suppe. In China wollen die Silbernen wieder an die Spitze

Seit 13 Jahren zählt der Große Preis von China zur Formel 1 Saison. Und es gibt kaum eine Strecke im Rennkalender auf der Lewis Hamilton erfolgreicher war: Der Brite ist mit vier Siegen, vier Poles und drei schnellsten Runden der klare Rekordmann auf dem Shanghai International Circuit. Besser könnten die Zeichen für eine „Revanche“ Hamiltons nach der Niederlage gegen Sebastian Vettel und Ferrari zum Saisonauftakt in Australien also gar nicht stehen. Dennoch weist der Champion von 2008, 2014 und 2015 die Favoritenrolle von sich: „Seb hat in Melbourne gewonnen. Er führt die WM an. Also ist er derjenige, den es zu schlagen gilt“, so der Mercedes-Star. Die Silberpfeile verpassten das oberste Treppchen beim Saisonstart 2017, weil Hamilton nach einem frühen Stopp hinter Max Verstappens Red Bull hing und Vettel aus der Box vorbeizog. Mercedes hatte im Rennen, um den F1 W08 Hybrid besser zu kühlen, die Motorenabdeckung stärker geöffnet, musste dadurch aber bei der Aerodynamik Abstriche machen.

Breite Brust
Mit viel Selbstvertrauen kommt Sebastian Vettel nach China, denn der Sieg des Deutschen „Down Under“ war ein wahrer Befreiungsschlag. „Natürlich hat uns der Sieg sehr viel Kraft gegeben, aber auch bestätigt, dass unsere harte Arbeit sich gelohnt hat. Daher wollen wir natürlich auch in Shanghai bei der Musik bleiben.“ Fast erwartungsgemäß sieht Vettel allerdings die Silbernen im Vorteil. „Mercedes hat wahrscheinlich noch immer das stärkste Paket und in Shanghai ist Lewis immer sehr stark. Man darf aber auch Valtteri (Bottas, Mercedes Nr. 2) nicht vergessen.“

Renndose zickt noch
Einen mittelprächtigen Auftakt erlebte Red Bull Racing, denn Verstappen holte in Melbourne nur Platz 5, Lokalmatador Daniel Ricciardo hatte ein Wochenende zum Vergessen und schied nach mehreren Defekten aus. Trotzdem herrscht im Lager der Österreicher keine Panik. Motorsport Direktor Helmut Marko weiß um die Gründe für die Schlappe Bescheid. „Unsere Fahrer fühlten sich schnell, aber die Zeit war nicht da. Änderungen, die wir am Auto machten und die sonst nur minimale Auswirkungen haben, verursachten ein komplett anderes Handling. Wir bringen entsprechend neue Teile, die die Grundprobleme aussortieren sollen.“

Zweites Honda Team?
Weiter in die Zukunft als nur bis Shanghai schaut man derzeit bei Sauber F1. Das Team unter der Leitung der Wienerin Monisha Kaltenborn verhandelt aktuell mit Motorenlieferant Honda für die kommende Saison. Der Rennstall aus Hinwil bestreitet die aktuelle Saison mit Vorjahresmotoren von Ferrari, was besonders ab Saisonhalbzeit aufgrund fehlender Weiterentwicklung zum klaren Nachteil wird. Andererseits kommt Honda mit der Entwicklung seiner Aggregate für McLaren scheinbar nicht vom Fleck und möchte ein zweites Team beliefern um doppelt so viele Daten sammeln zu können. Einen Lieferanten-Wechsel bereits während der Saison 2017 hat Kaltenborn vorerst ausgeschlossen.

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