„Das war eine einfache Entscheidung, denn es war wahrscheinlich meine letzte Chance für die Formel 1,“ kommentierte Colton Herta seinen Wechsel in die FIA Formula 2.
Im Gespräch mit The Athletic erklärte der Kalifornier, wieso er den Schritt vom Starpiloten in der NTT INDYCAR SERIES zum Formel 2 Underdog machte und wie er sich seine nahe Zukunft vorstellt.
2021, als Andretti Global kurz vor der Übernahme des Sauber-Teams stand, hätte Herta nach Abschluss des Deals in einen der F1 Boliden sitzen sollen. Diese Gespräche scheiterten jedoch, und er blieb in der IndyCar. 2022 trat Red Bull an den damals 21-Jährigen heran und wollte ihn ins Schwesterteam – damals noch Alpha Tauri – holen. Aber Herta hatte noch nicht genug FIA-Superlizenzpunkte.
Mit dem Einstieg von TWG Motorsports in die Formel 1 mit dem neuen Cadillac F1 Team, eröffnete sich Herta ein neuer Weg. Letzten September wurde er zum Test- und Entwicklungsfahrer des Teams ernannt und unterstützt seither das Stammduo Valtteri Bottas und Sergio Pérez. „Ich war schon oft nah dran, aber ich denke, das ist die beste und aussichtsreichste Chance, die ich je hatte“, sagte Herta.
Um 2026 endlich die Superlizenz-Punkte voll zu haben, tritt der Amerikaner heuer in der für ihn komplett neuen Formel 2 an. „Das Gesamtpaket ist für mich etwas völlig anderes. Die Geometrie des Wagens, wie er Abtrieb erzeugt, wie er Leistung bringt. Viele verschiedene Dinge verändern sich in meinem Fahrstil und müssen angepasst werden. Ich gehe das alles Tag für Tag an.“
Herta war zuletzt 2016 in der Euroformula Open auf dem Alten Kontinent unterwegs, nachdem er sich im Jahr zuvor mit Lando Norris um den Titel in der britischen Formel 4 Meisterschaft duelliert hatte.
„Anpassungsfähigkeit ist eine unerlässliche Eigenschaft, besonders in der Formel 1, wo sich das Auto im Laufe einer Saison und von Jahr zu Jahr verändert und man seinen Fahrstil entsprechend anpassen muss. Man muss quasi ein Chamäleon sein, darf sich von Veränderungen am Rennwagen nicht beeinflussen lassen.“
Bei seinem F2 Debüt in Australien crashte er im Training, qualifizierte sich dann nur als 14. fürs Hauptrennen., wo er aber bis auf P7 nach vorne fuhr. Er selbst gab sich die Note „C-“ und bezeichnete sein Debüt als „unzureichend“. TWG- Boss Dan Towriss hingegen war mit dem Auftakt zufrieden und berichtete von positivem Feedback von Hitech: „Alle sind begeistert von Coltons Reife – seiner Arbeitsmoral, seiner Herangehensweise, seiner Anpassungsfähigkeit und seiner schnellen Auffassungsgabe. Natürlich gibt es noch eine Lernkurve, zum Beispiel unterscheiden sich die Pirelli-Reifen stark von den Firestones in der IndyCar. Aber alles läuft nach Plan.“
Um die Punktehürde zur F1 Zulassung zu meistern, muss Herta einen Platz unter den ersten Acht in der Formel 2 Meisterschaft einfahren, noch bevor er die Bonuspunkte für jedes absolvierte Formel-1-Training erhält.
„Was den Weg in die Formel 1 angeht, ist im Rennteam gerade viel los, und das hat Priorität. Ich werde höchstwahrscheinlich einige FP1-Sessions fahren. Aber solange ich dieses Jahr etwas vorzuweisen habe, ist die Formel 2 meine Hauptmeisterschaft. Sie beansprucht 95 Prozent meiner Aufmerksamkeit. Fünf oder sechs Tage die Woche konzentriere ich mich auf die Formel 2, und am sechsten Tag widme ich mich zur Hälfte der Zeit der Formel 1,“ weiß Herta genau, was aktuell Vorrang hat.
„Ich muss in der Formel 2 gut abschneiden, das ist meine Hauptkategorie dieses Jahr und der Schwerpunkt meiner Arbeit. Dann sehen wir weiter.“
Sollte er es in die Königsklasse schaffen, wäre Herta 2026 der erste US-Amerikaner seit dem 2023/24 unglücklich agierenden Logan Sargeant am Grid. „Ich wäre unglaublich stolz, denn es gibt viele talentierte Fahrer, die aus verschiedenen Gründen bisher nicht die Möglichkeit hatten, sich zu beweisen. Ich bin sehr dankbar für diese Chance. Jetzt muss ich sie optimal nutzen und mir einen Platz in der Formel 1 sichern.“
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