Hat sich Kaltenborn verzockt?

Monisha Kaltenborn Peter SauberSauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn forcierte im Vorjahr die Weiterentwicklung des Rennwagens. Dadurch fehlten Zeit und Geld für das 2014er Auto

Seit 1993 ist Sauber ständiger Bestandteil der Formel 1, brachte in dieser Zeit so manchen späteren Starpiloten hervor und wurde 2001 sensationell Vierter der Konstrukteurs-WM. Gemeinsam mit Partner BMW holte man in Kanada 2008 einen Doppelsieg und wurde 2007 2. und 2008 3. der Teamwertung.

Im Herbst 2012 übernahm Monisha Kaltenborn von Teameigner Peter Sauber die Teamleitung und führte die Schweizer 2013 Dank der Entscheidung den Boliden die ganze Saison weiter zu entwickeln nach einer matten ersten Saisonhälfte noch auf Rang 7 der Konstrukteure. Großen Anteil hatte Supertalent Nico Hülkenberg, der nach der Sommerpause reihenweise Top 6 Ergebnisse einfuhr.

Doch die Entscheidung so lange ins Auto zu investieren bedeutete auch, das 2014er Modell zu vernachlässigen. Und das, obwohl gerade vor dieser Saison gravierende Regelveränderungen anstanden Ende der Vorsaison wurde die Wienerin für die Aufholjaged über den Klee gelobt, doch nun muss sie die Konsequenzen erleiden. Sauber steht nach elf Rennen 2014 noch ohne Punkte da und die Aussichten auf Besserung sind nicht groß.

Der aktuelle Wagen ist zu schwer, durch den Ferrari-Motor zu PS-schwach, und zu Defekt-anfällig. Zehn Ausfälle bei 22 Versuchen (beide Fahrer zusammen) sprechen eine deutliche Sprache. Die Dichte im Mittelfeld ist groß, die Punkte an der Spitze praktisch vergeben. Meist bleiben für Teams von der Kragenweite von Sauber nur die Ränge 9 und 10 abzugreifen. Und um die streitet man sich mit McLaren, Force India, Lotus, Toro Rosso und manchmal sogar Marussia.

Gelingt es Kaltenborn und Co. nicht von Platz 10 in der Konstrukteurswertung wegzukommen, verliert das Team eine Menge an Prämie von Bernie Ecclestone, was einen Teufelskreis auslösen kann. Fehlen diese Dollar-Millionen, wird es für 2015 noch schwieriger ein konkurrenzfähiges Auto zu bauen. Fährt man nächstes Jahr wieder hinterher, verliert man noch mehr Geld, usw.

Bleibt zu hoffen, dass Adrian Sutil auf seiner Lieblingsstrecke in Spa in vielleicht wechselhaften Bedingungen ein Geniestreich gelingt….

 

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