Hamilton hat die Pole

Lewis Hamilton_Mercedes AMG Petronas_Foto Mercedes AMG PetronasEin Wolkenbruch sorgte für eine mehrmalige Verschiebung des Qualifying-Starts. Aus der Pole geht morgen Lewis Hamilton ins Rennen.

„Das ist nicht mehr mein Produkt“, diesen Satz hat Formel1-Boss Bernie Ecclestone im Kreise aller Teamchefs von sich gegeben. Ob sich hinzüglich des schon viel diskutierten Motorensounds etwas ändern wird, bleibt vorerst offen. Klar ist, dass ein Turbomotor nie jene „Musik spielt“, wie es die bisherigen Aggregate getan haben. So viel zu diesem Thema.

Starker Wolkenbruch

Vor dem Qualifying sorgte ein starker Wolkenbruch für eine 15-minütige Verzögerung des Qualifying-Starts – sehr zu Freude der McLaren Piloten, die im letzten freien Training nicht auf der Strecke waren. Die Frage hinter dem Warum, wollte McLaren nicht öffentlich diskutieren. Spekuliert wurden Sensorprobleme.

Warum es trotz Regens zur Startverschiebung kam, erklärt Toto Wolff: „Zuviel Wasser auf der Strecke, bedeutet Aquaplaning-Gefahr. Das ist zu gefährlich.“ Das unterstrich Safety Car Fahrer Bernd Mayländer, der ob der Regenmengen einen ordentlichen Drift hinlegte.

In den letzten Minuten vor dem Qualifying kam es zudem zum Temperatursturz. Von 34 Grad runter auf 24 Grad. Red Bull Teamchef Christian Horner machte sich Sorgen: „Unter solchen Bedingungen sind wir noch nicht gefahren. Ich hoffe, dass wir bei so viel Elektronik im Auto da keine Probleme bekommen.“

In weiterer Folge musste der Start nochmals um weitere 15 Minuten verschoben werden. McLaren-Rennleiter Eric Boullier: „Während des Teammeetings haben wir noch kein Wasser auf dem Regenradar kommen sehen und binnen zehn Minuten stand die Strecke unter Wasser.“ Der Vorteil von Sepang ist allerdings, dass die Strecke relativ schnell trocknet. Das heißt, die Teams waren, was die Reifen betrifft, im Gedanken bei Intermediates bzw. Regenreifen.

Geschehen in Q1

Die Mercedes AMG Petronas Fahrzeuge gingen als Erste auf die Piste. Probleme hatte hingegen Marcus Ericsson (Caterham). Er kam nicht vom Fleck, sein Fahrzeug musste zurück in die Box geschoben werden. Lewis Hamilton und Nico Rosberg (beide Mercedes) legten gleich vor: 1:57.3 bzw. 1:57.2. Zu Beginn hatten die Gegner der Beiden keine Chance. Einzig Nico Hülkenberg (Force India) und Fernando Alonso (Ferrari) kamen am ehesten an die Silberpfeile ran.

Sebastian Vettel (Red Bull) kämpfte sich auf Platz drei vor, hatte in weiterer Folge allerdings Probleme und rutschte auf P9 zurück. Rund 5 Minuten vor Ende von Q1 wären Pastor Maldonado, Adrian Sutil, Charles Bianchi, Kamui Kobayashi, Max Chilton und Marcus Ericsson ausgeschieden. In der Schlussphase holte Vettel auf, kämpfte sich wieder auf Platz drei vor.  Währenddessen klagte Rosberg über Graining der Hinterräder und wieder stärker werdendem Regen.

35 Sekunden vor Ende der ersten Session produzierte Marcus Ericsson einen Fahrfehler, kam auf die Curbs und landete im Gelände. Regeltechnisch ausgeschieden sind bis zu diesem Zeitpunkt: Marcus Ericsson, Max Chilton, Kamui Kobayashi, Jules Bianchi, Adrian Sutil und Pastor Maldonado.

Geschehen in Q2

In Q2 legte Hamilton wieder vor – mit Regenreifen. Einzig Räikkönen versuchte es auf Intermediates und gab wieder eine Gustostückerl seines bekannt trockenen Humors zum besten: „A little bit water“ – meldete er per Funk (es regnete zu dem Zeitpunkt stark).

Daniil Kwjat (Toro Rosso) bremste zu spät und fuhr auf den Wagen von Alonso auf, dem dadurch ein Querlenker brach. Dieser konnte noch rechtzeit repariert werden, aber es wird dazu noch eine Untersuchung geben. Womöglich könnte Alonso eine Strafe kassieren. Alonso zog, als Kwjat beim Überholmanöver nach innen zog, ebenfalls dorthin.

In der Zwischenzeit legte Hamilton in Führung liegend mit 1:59.4 vor. Rosberg folgte ihm in der Gischt mit 2:00.4. Gegen Ende von Q2 durchbrach Daniel Ricciardo die Dominanz der Mercedes-Piloten und reihte sich zwischenzeitlich auf Platz zwei ein. Teamkollege Vettel legte nach, überholte im Ranking Ricciardo.

Etwas eigenartig erschien die Entscheidung von Valtteri Bottas, der von seinen Intermediates nicht abließ, dafür aber rund fünf Sekunden langsamer als Teamkollege Felipe Massa war. Eine kaum nachvollziehbare Entscheidung… Erst ganz am Ende von Q2 wechselte er auf Regenreifen und Vettel drehte im Mittelsektor eine absolute Bestzeit. Auch Esteban Gutiérrez konnte seine persönlichen Rundenzeiten verbessern.

Aus nach Q2 und auf den provisorischen Startpositionen 11 bis 16: Daniil Kwjat (Toro Rosso), Esteban Gutiérrez (Sauber), Felipe Massa (Williams), Sergio Perez (Force India), Valtteri Bottas (Williams) und Romain Grosjean (Lotus).

Geschehen in Q3

Bis auf die McLaren Autos fuhren alle noch verbliebenen Piloten mit Voll-Regenreifen. Kevin Magnussen kam als erster der beiden McLaren Piloten in die Box, um sich doch Regenreifen abzuholen.

Schrecksekunde für Rosberg, der auf einmal neben der Strecke landete, aber die asphaltierte Auslaufzone nutzen konnte. Die beiden Red Bull Piloten holten sich in der Zwischenzeit neue Regenreifen und auch Räikkönen funkte in die Box, dass seine Hinterreifen abgefahren wären. Bis dahin blieb Jenson Button als einziger Fahrer auf Intermediates. Die Folge: 4,6 Sekunden Rückstand zwei Minuten vor Ende von Q3 und damit Letzter in dieser Phase.

Rosberg fiel zurück auf Platz vier. Die Ränge hinter Hamilton, der schlechte Sicht beklagte, nahmen Vettel und Alonso ein. Rosberg konnte im letzten Abdruck nochmals Gas geben und positionierte sich auf Rang drei. Damit waren die gleichen Startpositionen für Mercedes wie in Australien (P1 und P3) perfekt. Von Platz zwei geht Vettel ins Rennen.

Endstand im Qualifying:
1. Lewis Hamilton GBR Mercedes 1:59,431
2. Sebastian Vettel GER Red Bull
3. Fernando Alonso ESP Ferrari
4. Nico Rosberg GER Mercedes
5. Daniel Ricciardo AUS Red Bull
6. Kimi Räikkönen FIN Ferrari
7. Nico Hülkenberg GER Force India
8. Kevin Magnussen DEN McLaren
9. Jean-Eric Vergne FRA Toro Rosso
10. Jenson Button GBR McLaren
Out in Q2:
11. Daniil Kwjat RUS Toro Rosso 2:02,351
12. Esteban Gutierrez MEX Sauber 2:02,369
13. Felipe Massa BRA Williams 2:02,460
14. Sergio Perez MEX Force India 2:02,511
15. Valtteri Bottas FIN Williams 2:02,756
16. Romain Grosjean FRA Lotus 2:02,885
Out in Q1:
17. Pastor Maldonado VEN Lotus 2:02,074
18. Adrian Sutil GER Sauber 2:02,131
19. Jules Bianchi FRA Marussia 2:02,702
20. Kamui Kobayashi JPN Caterham 2:03,595
21. Max Chilton GBR Marussia 2:04,388
22. Marcus Ericsson SWE Caterham 2:04,407

 

 

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