Lewis Hamilton gewann überlegen den GP von Malaysia. Dank Rosberg gab es einen Doppelsieg für Mercdes.
Der Start beim GP von Malaysia war eine klare Sache für die Mercedes Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Hamilton konnte seine Spitzenposition verteidigen, Rosberg überholte Sebastian Vettel (Red Bull) auf Platz zwei liegend. Der Deutsche hatte nicht nur das Problem mit Rosberg, er wurde von seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo ebenfalls überholt.
Bereits in Runde zwei meldete Kimi Räikkönen einen Reifenschaden. Kevin Magnussen (McLaren) schlitzte Räikkönens Reifen mit seinem Frontflügel auf. Er schaffte es noch in die Box. Wenig später musste auch Jules Bianchi (Marussia) mit Reifenschaden in die Box – nach einer Kollision mit Pastor Maldonado (Lotus). Bianchi wurde von den Stewards mit einer fünf Sekunden-Strafe abgestraft.
Nicht ins Rennen gestartet war Sergio Perez (Force India). Der Grund dafür muss noch analysiert werden. Vorne behaupteten sich die beiden Mercedes Piloten, Hamilton fuhr in der vierten Runde bereits einen Vorsprung von 4 Sekunden heraus. Im Kampf um Platz drei konnte Vettel gegenüber Ricciardo Boden gut machen und vordringen.
Leermeldung von Maldonado
Nachdem Perez das Rennen nicht einmal begonnen hatte, war auch für Maldonado nach sieben Runden Schluss. Aufgrund eines sich anbahnenden Motorschadens wurde er vorsichtshalber aus dem Rennen genommen (es dürfen pro Saison nur 5 Motoren verwendet werden). Damit war das Rennwochenende für ihn gelaufen.
Teaminternes Funkduell
Inzwischen kam es zum internen Boxenfunk-Fight zwischen den beiden Williams-Piloten Felipe Massa und Valtteri Bottas. Massa beschwerte sich darüber, dass ihn sein Teamkollege attackiert hätte. Bottas konterte lediglich mit der Argumentation, schneller als Massa zu sein.
Hamilton baute in Runde 10 seinen Vorsprung auf Rosberg bereits auf 5,4 Sekunden aus, wenig später sogar auf 6,2 Sekunden. In der gleichen Runde war es Magnussen, der als erster Pilot zum Boxenstopp musste (abgesehen von den bereits erwähnten Reifenschäden bei Bianchi und Räikkönen) und kassierte ebenfalls einen 5-Sekunden-Strafe für das Auffahren auf Räikkönen zu Beginn des Rennens.
Mercedes gab erstmals Führung ab
An der Spitze erweckte Hamilton den Eindruck, heute nicht zu schlagen zu sein. In Runde 13 war der Vorsprung auf Rosberg bereits auf 6,6 Sekunden angewachsen. In der gleichen Runde musste Fernando Alonso (Ferrari) in die Box, beinahe zeitgleich auch Ricciardo. In dieser Phase fuhr Nico Hülkenberg (Force India) auf den dritten Platz und Rosberg fuhr als erster Mercedes Pilot in die Box. Hamilton folgte und in der Zwischenzeit durfte Hülkenberg für kurze Zeit den Platz an der Sonne genießen. Das bedeutete auch, dass erstmals in dieser Saison kein Mercedes das Feld anführte. Beeindruckend, zumal es ein Rennen und weitere 16 Runden dazu brauchte.
In Runde 17 waren alle noch im Rennen befindlichen Fahrer mindestens einmal in der Box und Hamilton übernahm, nachdem als Hülkenberg als letzter Fahrer zum Boxenstopp musste, wieder die Führung.
Ricciardo on fire
Red Bull appellierte an Ricciardo, Auto und Material zu schonen. Den Australier ging dieser Appell irgendwo vorbei und antwortete: „Wenn was passiert, möchte ich dabei sein.“ Von seiner bisherigen Performance her, dürfte Ricciardo heuer mehr als nur ein Konkurrent für Vettel sein. Riccirado fuhr bisher recht abgeklärt und mit einer ordentlichen Portion Risiko.
Ende Gelände hieß es in Runde 20 für Toro Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne. Für ihn ging ein verkorkstes Wochenende zu Ende.
Wenig Pfeffer im System
Was dem Rennen bis dato fehlte, waren die spannenden Rad-an-Rad-Duelle. Es wurde für eingefleischte Formel1-Fans einfach zu brav gefahren.
Einen schönen Sonntag erlebte Hamilton, der zur Hälfte des Rennens 9,5 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege Rosberg hatte. Nach Runde 26 waren es bereits über 10 Sekunden – sehr stark. Nachdem Räikkönen ob seines Reifenschadens anfangs völlig durchgereiht wurde, versuchte er in mühevoller Kleinarbeit Position um Position gut zu machen. Allerdings ging da zu wenig weiter, für WM-Punkte sollte es nicht reichen.
Starker Hülkenberg
Enttäuschend war auch die Performance von Sauber. In Runde 26 lag Adrian Sutil an 14. Stelle. An sich nicht so schlimm, hätte man sich die Zeit nicht angesehen. Sutil hatte bereits einen Rückstand von 1:40 Minuten „herausgefahren“. Wenig später muss er, wie sein Teamkollege Esteban Gutiérrez, aufgeben. Damit fuhr Sauber zum zweiten Mal ohne Punkte nach Hause.
Vorne zeigte einmal mehr Nico Hülkenberg, dass er sich auch in vermeintlich schwächeren Autos nicht unterbringen lässt. Lange war er auf Platz sechs, in Runde 31 sogar auf der Vier.
Während vorne Hamilton seine Führung locker behaupten konnte, brachte Vettel Rosberg von Runde zu Runde mehr in Bedrängnis. Im Duell der Deutschen fuhr Vettel die besseren Rundenzeiten. Der Kampf um Platz zwei war spätestens ab Runde 34 offiziell eröffnet.
Wieder war der Sensor dahin
Pech für Ricciardo. Der Benzindurchflussmengen-Sensor, jener Sensor, der bereits in Rennen eins für die Disqualifikation des Australiers sorgte, verabschiedete sich abermals. Red Bull bestätigte den Vorfall und arbeitete mit Referenzwerten, die der Rennstall von der FIA erhielt.
Machaniker vergeigten Boxenstopp
In Runde 41 kam Ricciardo zum Reifenwechsel in die Box. Bei der Wegfahrt „eierte“ der vordere linke Reifen. Wenige Meter nach später musste er stehenbleiben und von seinen Mechanikern wieder zurück an die Box geschoben werden. Der Grund war, dass der Reifen nicht ordnungsgemäß montiert wurde. Wenig später demolierte er seinen Frontflügel, der ihm den rechten Vorderreifen beschädigte. Ricciardo musste abermals zurück an die Box. Es schien, ein Materialproblem gewesen zu sein. Er fuhr zwar einen Randstein an, der aber für eine derartige Beschädigung nicht der eigentliche Grund gewesen sein kann. Absolutes Pech für den Australier, für den eine Spitzenposition damit dahin war, zumal er wegen der unsicheren Freigabe beim Boxenstopp auch noch eine Stop-&-Go-Strafe von zehn Sekunden obendrauf gesetzt bekam.
Mittlerweile (Runde 46) führte Hamilton bereits mit 13 Sekunden vor Rosberg. Still und heimlich arbeitete sich Räikkönen nach vorne, lag in der gleichen Runde bereits auf Platz 12.
In Runde 52 war das Rennen für Ricciardo endgültig vorbei. In der Box stehend gab er auf.
Im Kampf um Platz vier ließ Hülkenberg nicht locker. Mit schlechteren Reifen und einem einem Boxenstopp weniger, konnte er den attackierenden Alonso hinter sich halten. In Runde 53 übernahm Alsonso das Kommando und setzte sich auf P4.
In der letzten Runde wurde Hamilton nochmals aufgefordert, Material zu schonen. Ihm konnte es egal sein. Er feierte einen überlegenen Start-Ziel-Sieg vor Rosberg und Vettel.
Endstand
| 1. | Lewis Hamilton | GBR | Mercedes | 1:40:25,974 | 3* |
| 2. | Nico Rosberg | GER | Mercedes | +17,313 | 3 |
| 3. | Sebastian Vettel | GER | Red Bull | 24,534 | 3 |
| 4. | Fernando Alonso | ESP | Ferrari | 35,992 | 3 |
| 5. | Nico Hülkenberg | GER | Force India | 47,199 | 2 |
| 6. | Jenson Button | GBR | McLaren | 1:23,691 | 3 |
| 7. | Felipe Massa | BRA | Williams | 1:25,076 | 3 |
| 8. | Valtteri Bottas | FIN | Williams | 1:25,537 | 3 |
| 9. | Kevin Magnussen | DEN | McLaren | 1 Runde | 3 |
| 10. | Daniil Kwjat | RUS | Toro Rosso | 1 Runde | 3 |
| 11. | Romain Grosjean | FRA | Lotus | 1 Runde | 3 |
| 12. | Kimi Räikkönen | FIN | Ferrari | 1 Runde | 3 |
| 13. | Kamui Kobayashi | JPN | Caterham | 1 Runde | 2 |
| 14. | Marcus Ericsson | SWE | Caterham | 2 Runden | 3 |
| 15. | Max Chilton | GBR | Marussia | 2 Runden | 3 |
Ausgeschieden: Daniel Ricciardo (AUS/Red Bull), Esteban Gutierrez (MEX/Sauber), Adrian Sutil (GER/Sauber), Jean-Eric Vergne (FRA/Toro Rosso), Sergio Perez (MEX/Force India), Pastor Maldonado (VEN/Lotus), Jules Bianchi (FRA/Marussia)
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