Ayrton Senna wird dieser Tage medial wieder in Erinnerung gerufen – zu Recht. Er ist nach wie vor der Held vieler Motorsportler und Fans.
Geschichte
Ayrton Senna da Silva wurde am 21.03.1960 in eine reiche brasilianische Familie hineingeboren, mit Brüdern und Schwestern, und genoss eine unbeschwerte Kindheit. Die Vernarrtheit in den Rennsport begann, als ihm sein Vater im Alter von vier Jahren ein Mini-Renn-Kart schenkte. Als Junge waren die vielen Grand Prix-Rennen im Fernsehen das absolute Highlight, denen er jedesmal richtiggehend entgegenfieberte.
Mit dreizehn Jahren fuhr er sein erstes Kart-Rennen und gewann sofort. Acht Jahre später ging er nach Großbritannien und fuhr Ein-Sitzer-Rennen. In drei Jahren gewann er fünf Meisterschaften, ließ sich währenddessen von seiner jungen Frau scheiden und lehnte eine Karriere im Unternehmen seines Vaters zugunsten einer Karriere als Formel 1-Rennfahrer ab. Sein Debut gab er bei Toleman-Hart 1984. Beim Grand Prix von Monaco kam er dem führenden Alain Prost im strömenden Regen Runde für Runde näher, ehe Rennleiter Jackie Ickx das Rennen vorzeitig abbrach. Senna landete an sensationeller zweiter Stelle.
Die Formel 1-Karriere
Da die begrenzten Möglichkeiten von Toleman für Senna nicht zufriedenstellend waren, stieg er aus einem bestehenden Vertrag zugunsten eines Engagements von Lotus aus. Sein Vater kaufte ihn von Toleman frei. Auf Lotus feierte er zwischen 1985 und 1987 insgesamt sechs Rennsiege und startete 16-mal von der Pole Position.
Da er seine Möglichkeiten beim britischen Traditionsrennstall ausgereizt sah, wechselte er 1988 zu McLaren und wurde Teamkollege von Alain Prost. Das Team wurde von Honda mit Motoren beliefert und gewann 15 von 16 Rennen. Teamintern setzte sich Senna mit acht Siegen gegen Prost mit sieben durch. Das teaminterne Duell zwischen den beiden wurde legendär. 1989 wurde Prost Weltmeister, indem er einen Rennunfall mit Senna in Suzuka produzierte. 1990 revanchierte sich Senna, indem er Prost – wieder in Suzuka – in der ersten Kurve abschoss. Sennas dritter Fahrertitel 1991 war das Ergebnis seiner unnachahmlichen Fahrweise, mit der er den Rest des Feldes nach Belieben dominierte. Seine größten Leistungen brachte er bei manchen Rennen in seiner letzten McLaren-Saison 1993, bevor er 1994 zum damals dominanten Williams-Team wechselte und die Dinge ihren tragischen Lauf nahmen.
Der Mensch Senna
Das Fahrer-Genie Senna war abseits der Strecke eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten des Sports. Trotz seiner eher schmächtigen Statur verfügte er über eine enorme körperliche Präsenz und enorme Eloquenz. Bei seinen Auftritten und Pressekonferenzen konnte man buchstäblich eine Stecknadel fallen hören, so gebannt hörte man seinen Ausführungen zu.
Ayrton Senna brachte sehr viel von sich selbst in den Rennsport ein und lebte nur dafür. Jeder konnte sehen, wie sehr er sich hinter dem Lenkrad einsetzte und den Zusehern sowohl beim Training als auch im Rennen ein beeindruckendes Spektakel bot. Man schwankte zwischen unglaublicher Bewunderung und Angst über seine Zukunft.
Senna fuhr wie ein Besessener. Sein unbarmherziges Streben nach Erfolg brachte ihm viel Kritik ein, vor allem von Stallrivalen Prost. Der meinte, Senna sei der Sieg wichtiger als sein Leben. Man hielt ihn teilweise für einen Verrückten, der Gott als seinen Beifahrer betrachtete. „Senna ist ein Genie“, erklärte Martin Brundle. „Ich definiere Genie als jemanden, der auf der richtigen Seite eines Ungleichgewichtes steht. Senna ist so hoch entwickelt, dass er schon fast über den Höhepunkt drüber ist. Eine enge Angelegenheit.“
Senna gab sogar selbst einmal zu, dass er manchmal zu weit ging. Beim Training zum Grand Prix von Monaco 1988 war er nur mehr Passagier auf einer Reise ins Ungewisse. Er fuhr unglaubliche zwei Sekunden pro Runde schneller als Alain Prost in einem identischen McLaren. „Plötzlich habe ich mich selbst gefürchtet“, erzählte Senna entgeistert. „Ich habe realisiert, dass ich nur mehr alles unbewusst machte. Da bin ich langsam zur Box zurückgefahren und kam an diesem Tag nicht mehr auf die Rennstrecke.“
Senna war die Gefahr seines eigenen Todes bewusst und er benutzte Angst als Kontrolle gegen die Ausdehnung seiner Grenzen. Das Rennfahren war für ihn die Metapher für das Leben und seine Selbstfindung. Er erklärte dies so: „Für mich ist es eine faszinierende Erforschung. Jedes Mal, wenn ich Gas gebe, finde ich mehr und mehr. Aber es gibt hier einen Widerspruch. Wenn du der Schnellste bist, bist du auch sehr zerbrechlich. In einer Milli-Sekunde kann alles vorbei sein. Diese zwei extreme bringen dich immer mehr dazu, dich selbst genauer kennenzulernen.“
Diese Selbst-Bezogenheit schloss sehr starke Gefühle der Humanität und die Sorge um die Ärmsten dieser Welt nicht aus. Er liebte Kinder und gab Millionen für soziale Zwecke in Brasilien aus (bis zu seinem Tod vermutet man eine Summe von 400 Millionen Dollar). Anfang 1994 sprach er über seine eigene Zukunft. „Ich möchte voll und intensiv leben“, erklärte der Star. „Ich möchte nie dahinsiechen, an Krankheiten und/oder Verletzungen leiden. Wenn es jemals einen Unfall geben sollte, hoffe ich, dass es der einzige und letzte ist.“
Und so war es auch, am 1. Mai 1994, beim Grand Prix von San Marino, als der in Führung liegende Williams unerklärlicherweise von der Rennstrecke in Imola schoss und an der Begrenzungsmauer der Tamburello-Kurve zerschellte. Millionen sahen dies im Fernsehen, die Welt betrauerte sein Ableben und das staatliche Begräbnis in Sao Paulo wurde von vielen Mitgliedern der geschockten Formel 1-Gemeinde besucht. Darunter waren auch Alain Prost und Frank Williams. „Ayrton war kein gewöhnlicher Mensch. Er war außerhalb des Rennautos großartiger als in ihm“, drückte der britische Teamchef seine Bewunderung aus.
Nationalität Brasilien
Weltmeisterschaften 3
Gefahrene Rennen 161
Siege 41
Podestplätze 65
Williams schließt Equipment-Deal mit New Era ab
Die Piloten und der Staff des Atlassian Williams F1 Teams werden in Zukunft Kleidung von New Era tragen.
Puma rüstet ab sofort Weltmeister McLaren aus
McLaren wird ab sofort von PUMA ausgerüstet. Dies gab das Traditionsteam aus Woking nun bekannt.