FIA-Pressekonferenz – die Fragen der Journalisten

Quelle FIA

Die Fragen der Journalisten an Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Dany Ricciardo nach dem GP von Spanien.

 

FR: (Frederic Ferret – L`Euipe) Frage an Nico: Was war das Schwierigste während des Rennens ? Die harten Reifen zu managen oder Lewis mit den Medium-Reifen zu erwischen ?

NR: Die große Herausforderung war die Reifenabnützung. Die war sehr groß und irrsinnig schwierig zu managen. Ich habe aber meinen Weg gefunden und das Graining der harten Reifen war das Gegenteil von dem, was ich erwartete. Wir glaubten, dass wir Graining bei den weichen Reifen hätten, dem war aber nicht so. Das war einfach komisch, richtig verrückt.

FR: (Adrian Rodriguez – Agencia EFE)Lewis, Gratulation zum Sieg in Spanien. Das macht nun 26, einer mehr als Jim Clark und auch Niki Lauda. Gibt’s da ein paar Witze gegenüber ihm heute Abend und wie viele Siege erwartest du insgesamt ?

LH: Vom jetzigen Standpunkt schaut es sehr gut für die nächsten Rennen aus. Die größte Herausforderung ist nach wie vor teamintern vorhanden in der Person von Nico. Ich muss schon noch etwas mehr Zeit aus dem Auto herausholen.

FR (Michael Schmidt – Auto Motor und Sport) Lewis, hattest du ähnliche Probleme wie am Samstag? Wie hast du sie gemanagt ? Es war ja ziemlich viel Funkverkehr zwischen dir und den Ingenieuren.

LH: Ja, ich hatte dieselben Probleme wie gestern. Es war sehr eigenartig, da das zweite Freitagstraining sehr gut war. Hinsichtlich Reifenabnützung und so… Wir machten dann einige Änderungen am Auto und ich konnte heute in den Kurven keineswegs attackieren und verlor Zeit. Ich spürte etwas Übersteuern und das war der Grund, warum ich von Nico eingeholt wurde.

FR (Leonid Novozhilov – F1 Life) An die Mercedes-Fahrer: ihr habt heuer jedes Rennen gewonnen. Welches Geheimnis habt ihr gefunden und wo ?

LH: Ich habe kein Geheimnis gefunden, aber es ist klar, dass Mercedes eine Top-Arbeit abliefert. Wenn man an einer Sache arbeitet, geht es manchmal bergauf und manchmal auch bergab. Das Auto ist eben großartig, sehr guter Anpressdruck und ein toller Motor.

NR: Das ganze Projekt ist2010 gestartet und es hat sich wahnsinnig viel verändert. Wir sind nun am Punkt, das beste Formel 1-Team der Welt zu sein. Red Bull ist sicher noch die Benchmark, aber unser Ziel ist, das beste Team hinsichtlich der personellen, technischen und logistischen Resourcen zu sein.

FR: (Dan Knutson – Auto Action and National Speedsport News) Daniel, Sebastian Vettel ist von Platz 15 auf Platz vier vorgekommen. Ist das ermutigend hinsichtlich der Performance des Autos oder beunruhigend für dich, dass Sebastian wieder an dich herankommt ?

DR: Es ist das erste, das du gesagt hast. Ich habe es im Funk gehört, dass sich Sebastian durch das Feld kämpft. Es ist toll, wie er vorangekommen ist. Mercedes lacht zwar von der Spitze, aber wir komen als nächste an sie ran. Vom ganzen Gerede über Sebastian halte ich nichts, er wird bald zu seiner Weltmeisterform zurückfinden.

FR: (Tony Dodgins – Motorsport News) Nico, vor den ersten Stopps hörten wir im Funk: Prime Reifen geplant für den nächsten Stint. Und du sagtest: die Option sind gut. Hast du gemeint, dass du einen neuen Satz der Option-Reifen für den nächsten Stint wolltest oder bist du zufrieden, so wie es lief?

NR: Da gab es ein Mißverständnis von meiner Seite, da Prime-Reifen für den zweien Stint geplant waren. Wir hatten zwei Möglichkeiten. Die erste, Prime-Reifen für den zweiten Stint zu nehmen, wenn wir Graining im ersten haben oder Prime überhaupt zu nehmen, um Lewis zu schlagen. Ich dachte an die erste Option und war verwirrt. Es wurde dann klar: es gab einen Strategiewechsel, sonst hätte ich keine Chance gehabt, Lewis zu schlagen.

FR (Borna Zsoldos – Nemzeti Sports) Lewis, als du Ende 2012 deinen Wechsel zu Mercedes bekanntgegeben hast, gab es harsche Kritik, dass du deine Karriere ohne der Führung deines Vaters zerstören wirst. Nun bist du auf der Siegerstraße, Führender in der Fahrerwertung und das beste Auto im Feld. Ist es für dich wichtig, beweisen zu können, dass du fähig bist, die richtigen Entscheidungen für dich zu treffen ?

LH: Ich habe an der Richtigkeit meiner Entscheidung nie gezweifelt, aber natürlich nicht erwartet, dass es so gut läuft. Ich werde das niemand unter die Nase reiben, denke aber, dass alle bisherigen Kritiker nun ganz anders denken.

FR: (Adrian Rodriguez – Agencia EFE) An Nico und Lewis: ihr beide seid ziemlich gut unterwegs, aber nur einer von euch kann Weltmeister warden. Glaubt ihr, dass euer Verhältnis am Saisonende dasselbe sein wird ?

LH: Wir fahren schon lange miteinander, warum also nicht.

FR: Hilft das, Nico ?

NR: Ja sicher, wir kennen das schon. Wir erleben das nicht zum ersten Mal, wir diskutieren drüber und das Leben geht danach einfach weiter.

FR (Anthony Rowlinson – F1 Racing) Lewis, du hast heuer schon ein paar Mal betont, wie toll dein Auto ist. Kannst du ein wenig erklären, wie du in die Entwicklung eingegriffen hast, sodass das Auto für dich passt.

LH: Das ist ein längerer Prozess. Letztes Jahr regte ich einige Veränderungen am Auto an. Michael hatte einen anderen Fahrstil, eine andere Sitzposition, ein anderes Set-Up und eine andere Balance beim Auto. Nico und ich produzierten so etwas wie ein Hybrid. Er kam eine Hälfte des Weges und auch ich. Wir brauchten Zeit, um mit den Ingenieuren zu arbeiten. Hier musste eine Beziehung aufgebaut werden und das dauert eben. Das dürfe aber heuer unsere große Stärke sein.

FR: (Livio Oricchio – Universo On Line) Nico, du bist nun zweiter in der Fahrerwertung. Wirst du eine andere Strategie verfolgen, mehr Risiko nehmen. Auch während der Rennen ? Gibt’s hier Änderungen ?

NR: Da ändert sich nicht viel. Das jetzige Rennen habe ich im Qualifying und am Start verloren.  Das Qualifying war sehr knapp. Wir haben hinterher eine Kleinigkeit gefunden, da ich etwas zu wenig Leistung auf der Geraden hatte und das kostete mir die Pole. Dann hatte ich eben auch einen schlechten Start. Im Rennen hatte ich ganz zum Schluss noch einmal eine Chance, aber es war wieder nicht genug. Eine Runde mehr und ich hätte gewinnen können. Es waren eben viele kleine Dinge, die sich bei mir zusammengesammelt haben.

 

Fotoquelle: FIA

 

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