Ferrari ist zurück!

Sebastian Vettel trickste die Silberpfeile beim Saisonauftakt der Formel 1 in Melbourne aus und holte mit seiner „Gina“ den ersten Sieg für Ferrari seit eineinhalb Jahren

„Es war an der Zeit. Ich bin sehr zufrieden und glücklich für unser Team, aber vor allem auch für unsere Fans, die uns nie fallen gelassen haben“, sprach aus dem wortgewaltigen FIAT Boss Sergio Marchionne nach dem Sieg seines Schützlings Sebastian Vettel beim Saisonauftakt der Formel 1 in Melbourne. Vettel fuhr ein brillantes Rennen und nützte einen Strategiefehler der Mercedes-Box eiskalt aus, um WM-Favorit Lewis Hamilton den sicher geglaubten Sieg wegzuschnappen. Der erste Erfolg der Roten seit Singapur 2015 bestätigt den Eindruck der Testfahrten vor Saisonbeginn, dass Ferrari deutlich näher dran ist. „Wenn man heute mit vor zwölf Monaten vergleicht, stehen wir als Team ganz anders da. Die letzten Monate waren nicht einfach, aber wir haben uns auf uns selbst konzertiert und unsere Arbeit gemacht. Als wir den neuen Wagen zusammengebaut haben, hatten wir ein gutes Gefühl. Als wir es ausprobiert haben, hatten wir ein gutes Gefühl. Und jetzt haben wir immer noch ein gutes Gefühl,“ strahlte Vettel. Der vierfache Champion bestätigte, dass der Weg zurück steinig war, „aber auch ein guter. Wir mussten ihn gehen und hatten einiges zu lernen. Das ist nun ein Höhepunkt, aber eigentlich ist es erst der Anfang. Nun konnten wir endlich wieder vom Podium herunterwinken. Jetzt wollen wir das natürlich wieder regelmäßig tun.“

Nicht alles rund bei Silber
Entscheidend für die Niederlage von Mercedes (2. Lewis Hamilton, 3. Valtteri Bottas) war aber nicht nur Vettels starke Fahrt, sondern auch eine strategische Fehlentscheidung bei den Silbernen. Als beim führenden Hamilton die Reifen einbrachen, holte man ihn umgehend an die Boxen. Ein Fehler, denn auch wenn man wusste, dass der Brite hinter Kimi Räikkönen (Ferrari) und Max Verstappen (Red Bull) wieder auf die Strecke zurückkehren würde, glaubte man keine andere Wahl zu haben. Aber in der „neuen“ Formel 1 kommt man aber auch mit frischen Reifen nicht so einfach am Vordermann vorbei, schon gar nicht an einem Verstappen. Hamilton lief rasch auf den Niederländer auf, blieb aber hinter ihm stecken. „So läuft es manchmal. Manchmal gewinnst du, manchmal verlierst du“, so Mercedes-Sportchef Toto Wolff, der nach dem Boxenstopp-Fehler mit der Faust auf den Tisch haute. „Ich muss an meiner Emotionalität während des Rennens arbeiten“, lachte er. Ein Grund für den überraschend hohen Reifenverschleiß bei Mercedes könnte das angebliche „Übergewicht“ des Boliden sein. Der Silberpfeil soll derzeit fünf Kilogramm über dem von der FIA vorgeschriebenen Mindestgewicht von 728 Kilogramm liegen. Fünf Kilo mehr kosten im Albert Park zwei Zehntelsekunden pro Runde. Wolff wollte auf Anfrage „nicht ins Detail gehen“, aber bestätigte, dass „es ein Bereich ist, in dem wir uns verbessern können.“

Positive Überraschungen
Einen guten Einstand lieferte F1-Debütant Antonio Giovinazzi, der erst Freitagnacht von seinem Glück erfuhr, nachdem Einsatzfahrer Pascal Wehrlein aufgrund seiner noch nicht ausgeheilten Beschwerden vom Crash beim Race of Champions w.o. geben musste. Der Italiener machte keinen Fehler, war vom Speed gut unterwegs und brachte den Sauber heil ins Ziel. Frühpensionist Felipe Massa klassierte den Williams auf einem guten sechsten Rang, sowohl Force India als auch Toro Rosso platzierten beide Piloten in den WM-Punkten. Stark war auch die Fahrt von Fernando Alonso, der wieder einmal deutlich besser war als sein Dienstwagen. Leider reichte es aus seiner Sicht nicht für Punkte, nachdem ihm Force India Pilot Esteban Ocon im Duell um Platz 10 beim Überholen den Hinterreifen aufschlitzte.

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