Favoritensieg oder Sensation?

Streckenposten_MonacoDie Geschichte des Autokarussells in Monte Carlo ist ebenso mit Triumphatoren wie mit Überraschungen gepflastert

Der Grand Prix von Monaco ist das berühmte „Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer“ wie Nelson Piquet senior seinerzeit so treffend formulierte. Um zu gewinnen, „braucht man ein perfekt abgestimmtes Fahrzeug, exzellentes Car Handling und viel Mut“, weiß Juan Pablo Montoya, Rennsieger 2003. Daher finden sich in der Siegerlisten auch nur die Besten der Besten: Ayrton Senna hält den Rekord mit sechs Erfolgen, Graham Hill und Michael Schumacher holten je fünf Siege, Alain Prost stand viermal ganz oben, und je dreimal gewannen Stirling Moss und Jackie Stewart. Von den aktuellen Piloten haben sich Fernando Alonso und Nico Rosberg je zweimal den Pokal vom monegassischen Fürsten erhalten. Und Letzterer ist –umso mehr nach seinem Erfolg in Barcelona – der Topfavorit für die 2015er Ausgabe. Nico ist in Monaco aufgewachsen, kennt dort jeden Randstein und ist „immer extra motiviert, wenn es nach Monte Carlo geht.“

Überraschungen möglich?

Meistens sind die Außenseiter im Fürstentum an der Cote d’Azur chancenlos, aber wenn es zu Wetterkapriolen kommt, dann schlägt immer wieder ihre Stunde. 1982 gewann Brabhams klare Nummer 2, Riccardo Patrese, nachdem in der letzten Runde bei einsetzendem Regen drei Führende ausschieden und sich der Italiener selbst gedreht hatte. 1984 lehrte ein gewisser Ayrton Senna auf Toleman den McLaren-Star Alain Prost im Regen das Fürchten, und 1996 holte sich Ligier-Pilot Olivier Panis in seiner besten F1-Saison sensationell den Sieg bei dem nur vier Wagen den Weg ins Ziel fanden. „Ich kann mich noch gut erinnern. Einer nach dem anderen Favoriten schied aus. Ich spulte weiter meine Runden ab, versuchte meinen Wagen auf der Straße zu halten, und plötzlich winkte der Rennleiter mit der karierten Flagge. Ich konnte es gar nicht glauben“, strahlen Panis’ Augen noch heute, wenn er sich an die Sternstunde erinnert. Die letzte Überraschung war der Triumph von Jarno Trulli 2004, der mit einem absoluten Husarenritt die Pole holte und dann die Führung für seinen einzigen F1-Rennsieg ins Ziel brachte.

Wer kommt in Frage?

Sollte es tatsächlich zu wechselnden Bedingungen kommen, wer könnte für eine Sensation sorgen? Ein Erfolg von Mercedes ist zu erwarten, ein Ferrari-Sieg nicht unwahrscheinlich. Valtteri Bottas und Felipe Massa hätten den Wagen dafür, und der Brasilianer auch die nötige Rennerfahrung. Wenn es was abzugreifen gibt, ist normalerweise Red Bull Pilot Daniel Ricciardo nicht weit – wir erinnern uns an seine drei Grand Prix Siege im Vorjahr, als der Aussie zur Stelle war, wenn Mercedes sich Schnitzer erlaubte – siehe Kanada, Ungarn und Belgien. Vom restlichen Fahrerfeld darf man sich keinen Sieg erwarten, aber ein Podestplatz für einen der beiden Sauber oder Toro Rosso Piloten wären ebenso ein Topsensation.

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