Rennfahrer Karl Heinz Becker geht nach einer widerrechtlichen und mutwilligen Sperre gerichtlich gegen die Serie vor
Karl Heinz Becker, Rennfahrer mit 56 Jahren Motorsporterfahrung, startet seit knapp 15 Jahren in der BOSS GP. Becker fuhr bereits in der Tourenwagen-Europameisterschaft, dem DTM-Vorgänger Deutsche Rennsport-Meisterschaft, dem Sport Auto Supercup, u.a. Meisterschaften.
Illegale Sperre?
Beim Rennen am Hockenheim vergangenen Juli wurde der Westfale (Steinhagen) in einen klassischen Rennunfall verwickelt und aufgrund seiner Schuldlosigkeit von den Rennkommissären nicht behelligt. Dennoch versuchte die BOSS GP Serienführung Becker zu verunglimpfen und so auszuschließen. „Sie haben in einem ersten Schritt versucht, mein Alter und meine Gesundheit zu einem Rücktrittsgrund zu machen“, so Becker. Der 74-Jährige wurde zum Rennarzt zitiert, bestand aber sämtliche Tests mit Bravour.
Nachdem dies nicht gelang, wurde der Starter in der Formula Class dennoch wegen des Hockenheim-Crashes gesperrt, wodurch er weder beim Saisonhighlight in Assen (19.08.2018), noch in Brünn (09.09.2018) oder in Spielberg (23.09.2018) antreten konnte. Ihm wurde erklärt, dass im Falle seines Antretens, „andere Fahrer nicht mehr fahren würden und ich einsehen soll, dass ich zu alt sei und niemand so einen alten Knacker auf den Siegerfotos sehen will.“
„Es geht nur ums Geld“
Als Hintergrund für das Vorgehen der Serie erkannte Becker banale finanzielle Themen. Die Rennserie wird von zwei Teams (Top Speed und Speed-Center) nachhaltig bestimmt, deren Teamchefs durch die Vergabe von Cockpits an zahlende Privatfahrer nicht unbeträchtliche Einnahmen erzielen. Diesen kommt nun ein Rennveteran wie Becker höchst ungelegen, der verhindert, dass ihre Fahrer bei einzelnen Rennen nicht aufs Podest kommen. „Es geht nicht um Sport, sondern schlichtweg um wirtschaftliche Interessen. Die Sperre ist eindeutig rechtswidrig“, erklärt Beckers Wiener Anwalt Dr. Johannes Öhlböck.
Das Vorgehen ist laut Öhlböck ein klarer Verstoß gegen das Reglement und den mit seinem Mandanten geschlossenen Vertrag. „Zudem handelt es sich auch um eine massive Diskriminierung eines körperlich topfitten Rennfahrers aus Altersgründen.“
Becker wird gegen die Serie nun rechtlich vorgehen und hat bereits Zuspruch von zahlreichen ehemaligen BOSS GP Piloten, die der Serie den Rücken gekehrt haben, erhalten. „Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass ein Rennteam wirtschaften muss. Aber das geht eindeutig zu weit. Das kann und will ich so nicht stehen lassen“, so der ehemalige Interserie-Champion.
Fährt die Formel 1 in absehbarer Zeit wieder mit reinen Verbrennungsmotoren?
Die aktuellen Hybridantriebe der Formel 1, die eine gleichmäßige Verteilung von thermischen und elektrischen Komponenten aufweisen, haben unter Fans und Fachleuten gleichermaßen heftige Diskussionen ausgelöst.
Wurz sieht Fortschritte nach Super Formula Auftakt
Charlie Wurz hat für uns sein Auftaktwochenende in der SUPER FORMULA analysiert. Im Samstagslauf holte der österreichische Rookie den guten 15. Platz, am Sonntag wurde es nur P20.