Endlich ein Heimsieg!

Max Verstappen hat den Bann in Spielberg gebrochen und überraschend den Rennsieg am Red Bull Ring eingefahren – Sebastian Vettel führt wieder in der WM Wertung

Was sich Motorsportdirektor Helmut Marko und fast 20.000 niederländische Fans in Spielberg so sehr gewünscht haben, ist endlich eingetreten: Max Verstappen fuhr aus der zweiten Reihe zum Debütsieg der heimischen Red Bull Racing Mannschaft. Schlüssel zum Erfolg war neben seinem enormen Speed, sein gutes Reifenmanagement. „Das ist einfach absoluter Wahnsinn. Am Schluss waren die Reifen völlig fertig, aber ich musste am Gas bleiben, damit ich den Sieg über die Linie bringe. Heute war ein großartiger Tag und wir müssen in Silverstone dranbleiben,“ strahlte „Mad Max“. „Die Reifen rechts hinten und links vorne waren in bedenklichem Zustand und wir mussten alles zurückschrauben und haben bis zum Ende mitgezittert. Max kann aber schnell fahren und den Reifen schonen, ohne dass ihn die Vibrationen aus dem Konzept gebracht haben. Die Temperatur hat uns sehr geholfen, aber das Tempo beider Piloten war unglaublich. Dieser Heimsieg ist fast wie eine WM zu beurteilen“, jubelte Marko.

Starke Ferraris

Hinter Verstappen klassierten sich Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel auf dem Stockerl, denn die Rote Göttin beanspruchte die Softreifen deutlich weniger als alle anderen Rennwagen. „Der Start war gut, aber dann rutschte ich in Turn 3 raus und fiel zurück. Am Ende haben mir nur 1-2 Runden gefehlt, dann hätten wir gewinnen können“, so der „Iceman“, er wieder nicht ganz zufrieden war. Anders als Vettel: „Max ist ein fantastisches Rennen gefahren. Wir haben ihm die Hölle heiß gemacht, aber er blieb fehlerlos. Nach meiner Rückversetzung darf man mit P3 zufrieden sein“, so der Deutsche, der nun wieder in der Fahrerweltmeisterschaft vorne liegt. Seb hält bei 146 Zählern, Lewis Hamilton bei 145.

Silberne Pleite

Nachdem Polesitter Valtteri Bottas schon nach wenigen Runden mit Hydraulikschaden ausrollte, ruhten alle Hoffnungen auf Hamilton. Doch wieder erlaubte sich Mercedes böse Strategiefehler und verschenkte den wahrscheinlichen Sieg. Zunächst entschied sich Chefstratege James Vowles dazu, den führenden Hamilton in der Virtual Safety Car Phase als einzigen Toppiloten nicht zum Reifenwechsel reinzuholen. Dadurch fiel der Brite bei seinem späteren Stopp von P1 auf P4 zurück. Als dann bei den meisten Teams die Softreifen Blasen aufzogen und man erneut stoppen musste, verpasste die Benz-Box den richtigen Zeitpunkt und Lewis verlor wieder massiv an Zeit. Sechs Runden vor Schluss rollte dann auch der Benz des Titelverteidigers mit einem Problem bei der Benzindurchfuhr aus. „Ein Tag zum Vergessen. Sowas ist mir überhaupt noch nicht passiert. Die Strategie war falsch und dann ist irgendwas mit dem Auto passiert. Wir müssen das analysieren und in Silverstone wieder angreifen“, so Hamilton.

Haas als vierte Kraft

Mit Platz 4 holte der bislang punktelose Romain Grosjean – vor seinem Teamkollegen Kevin Magnussen – das beste Teamresultat für Haas F1, und das beim 50. Start. „Der Druck war enorm, denn ich war immer gut unterwegs, aber hatte leider einige Ausfälle und viel Pech. Doch hier hat einfach alles gepasst. Der Wagen fühlte sich gleich von Freitag an perfekt an und wir konnten heute das Optimum herausholen“, so Grosjean. Die Amerikaner liegen nun mit 49 Zählern auf Rang 5 zwischen Renault und McLaren.

 

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