Bislang gibt es 34 Formel 1 Piloten, die „nur“ einen Grand Prix in ihrer Karriere gewinnen konnten. Formelaustria.at zeigt Euch, wie die Karriere der „One Hit Wonder“ der letzten 20 Jahre – außer Sergio Perez und Pierre Gasly – weiterging
Jean Alesi (1989 bis 2001)
Der französische „Lenkradakrobat“ (O-Ton Heinz Prüller) hatte weltweit viele Fans aufgrund seines angriffigen, aggressiven Fahrstils, der viele Ferraristi auch an den legendären Gilles Villeneuve erinnerte. Ähnlich wie der Frankokanadier, war Alesi pfeilschnell, aber oft zu ungestüm und konnte daher trotz 265 Führungsrunden lediglich einen Grand Prix (Kanada 1995) für sich entscheiden. Mit seinem Wechsel zu Sauber 1998 waren seine großen Jahre vorbei und er trat 2001 als Jordan-Pilot aus der Königsklasse zurück. 2002 bis 2006 war Alesi in der DTM unterwegs und danach in der arabischen Speedcar Series, einem NASCAR Ableger. 2010 versuchte er sich in Le Mans und 2012 bei den Indy 500, aber jeweils ohne durchschlagenden Erfolg. Heute betreut er seinen Sohn Giuliano, der in der FIA Formel 2 unterwegs ist.
Olivier Panis (1994 bis 2004)Panis stieg als frischgebackener Formel 3000 Europameister beim „französischen Nationalteam“ Ligier in die Formel 1 ein und holte gleich in seiner Debütsaison beim Deutschland GP 1994 (Sieger Gerhard Berger, Ferrari) Platz 2. In der Folgesaison wurde er im unterlegenen Ligier WM-Achter und nützte 1996 im ausfallsreichsten Rennen der Historie in Monaco die Gunst der Stunde zum Sieg. Aber der Lyonnais war mehr als eine Eintagsfliege, denn er startete großartig in die Saison 1997 und war im Prost nach sechs Rennen WM-Dritter, ehe er sich beim Großen Preis von Kanada bei einem bösen Crash beide Beine brach. Danach fand er in der Königsklasse nie mehr wieder zu alter Form, bis auf einige Highlights im BAR Honda 2001 und im Toyota 2003. Er hatte aber maßgeblichen Anteil an der Entwicklungsarbeit des höchst erfolgreichen Toyota TF105. Ab 2008 fuhr in der WEC und der französischen GT Meisterschaft. 2016 gründete er mit Ex-Fussballkeeper Fabien Barthez ein Rennteam.
Jarno Trulli (1997 bis 2011)Jeder der in den späten 90ern und den 2000ern Formel 1 geschaut hat, kennt ihn, den „Trulli Train“. Der emotionale Italiener war einer der am schwierigsten zu überholenden Piloten der Königsklasse, was zahlreiche Stars belegen können, allen voran Jenson Button, der 22 Runden versuchte im schnelleren BAR Honda am Renault von Trulli vorbeizukommen. Doch der Italiener behielt die Führung in den engen Gassen von Monaco bis zum Ende und war nach seinem Sieg derart sprachlos, dass er Teamkollege Fernando Alonso bat, die „Siegerinterviews“ zu geben. Trotz des Sieges feuerte ihn Teamchef Flavio Briatore, gleichzeitig Manager von Alonso, noch vor Saisonende und Trulli landete bei Toyota. Auch dort konnte er sich trotz guter Leistungen in sechs Saisonen im Team nicht als Nummer 1 etablieren und ließ seine Karriere 2010/11 bei Nachzügler Lotus ausklingen. In seiner Zeit bei Toyota schlug er ein Angebot von Ferrari aus. Er startete 2014 und 2015 mit einem eigenen Team in der Formel E, widmete sich aber danach seinen Weinbergen.
Robert Kubica (2006 bis heute)Der Pole – 2005 Formel Renault Champion und Zweiter beim Macau GP vor Sebastian Vettel – galt zunächst als Riesentalent und als er dies mit zahlreichen Stockerln für BMW Sauber und Renault bewiesen hatte, als kommender Weltmeister mit einem Ferrari-Vorvertrag in der Tasche. Doch kann kam der brutale Rallye-Unfall, der sein Leben komplett veränderte. Kubica hatte von Renault vor der Formel-1-Saison 2011 die Freigabe zur Teilnahme an der Ronde di Andora Rallye in Italien bekommen. Während der ersten Wertungsprüfung verunglückte er und beim Crash bohrte sich eine Leitplanke ins Auto und Kubica erlitt eine schwere Handverletzung sowie zahlreiche Arm- und Beinbrüche. In einer siebenstündigen Notoperation retteten die Ärzte seine rechte Hand und es gelang dem Polen mit enormer Disziplin und harter Reha-Arbeit tatsächlich wieder auf Profiniveau zu kommen. Nach sechsjähriger Pause von der Formel 1 fuhr er im Juni 2017 einen Test in Valencia mit Renault, wurde 2018 Testfahrer bei Williams und bekam für 2019 ein Renncockpit. Trotz seines massiven Handicaps konnte er immer wieder mithalten. Eine enorme Leistung. Neben einer Saison in der DTM 2020, unterschrieb er bei Alfa Romeo F1 als Ersatzfahrer.
Heikki Kovalainen (2007 bis 2013)Der World Series by Nissan Champion 2004 und GP2 Vizemeister 2005 stieg 2007 zu Renault in die Formel 1 auf. Gleich in seiner Rookie-Saison wurde er beim Japan GP Zweiter und empfahl sich für höhere Aufgaben. Der Finne bekam den Sitz von Fernando Alonso bei McLaren, wo der Doppelweltmeister nach dem Debakel beim Saisonfinale geflüchtet war. Mit Topmaterial landete Kovalainen fast immer in den Top 5, wurde in Malaysia gleich Dritter, und holte in Ungarn als 100. Pilot der Geschichte einen Rennsieg. 2009 erwies der McLaren aber, vor allem zu Saisonbeginn, als nicht konkurrenzfähig und Heikki sah im Vergleich zu Teamkollege Lewis Hamilton alt aus. Der Brite fuhr zwei Siege, einen zweiten und zwei dritte Plätze ein, während „Kova“ es nicht einmal aufs Stockerl schaffte. Erst wenige Tage vor Beginn der neuen Saison ergatterte er noch einen Vertrag bei Neuling Caterham/Lotus Racing und war fortan bei den Nachzüglern chancenlos. Siege gab es für ihn erst wieder nach seinem Wechsel in die japanische Super GT Serie, wo Kovalainen 2016 Meister wurde und heute noch unterwegs ist.
Pastor Maldonado (2011 bis 2015)Kaum ein Pilot in der Geschichte der Formel 1 – wohl mit Ausnahme von Andrea de Cesaris – wurde so sehr durch seine Crashes bekannt. Maldonado war immer pfeilschnell, aber seine Risikoeinschätzung ließ mehr als nur einmal zu wünschen übrig. Schon in der GP2 Serie, wo er 2010 Meister wurde, stand er ebenso oft am Stockerl wie er im Medical Car saß. Doch Sir Frank Williams ging das Risiko ein und holte den auch mit guten Sponsorgeldern ausgestatteten Venezolaner für die Saison 2011 ins Team. In diesem Jahr war der Williams Bolide noch nicht konkurrenzfähig, doch in der Folgesaison nütze Pastor seine „Waffe“ zu guten Ergebnissen und seinem einzigen Sieg. Beim Spanien GP passte alles: Er fuhr im Qualifying die zweitschnellste Runde hinter Lewis Hamilton, der aber strafversetzt wurde. Maldonado überholte im Rennen durch einen geschickten Stopp Fernando Alonso und hielt den Spanier bis ins Ziel hinter sich. Später in der Saison vergab „Crashonado“ durch einige Eigenfehler weitere Stockerlplätze. 2014 wechselte er zu Lotus Renault, stand dort aber im Schatten von Romain Grosjean und fährt heute erfolgreich in der Langstrecken-WM.
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