Dreikampf in Montreal?

Mercedes dominiert bisher die Formel 1 Saison 2019, aber Ferrari und Red Bull sind beim Kanada GP traditionell stark unterwegs

Nachdem Legende Niki Lauda letzte Woche mit allen Ehren verabschiedet wurde, wendet sich die Formel 1 Welt wieder dem Sportlichen zu. Als nächstes auf dem Programm steht der Grand Prix von Kanada auf dem Circuit Gilles Villeneuve in Montreal. 1992 siegte dort Gerhard Berger im McLaren und sein Tiroler Landsmann Karl Wendlinger wurde 4. im March-Ilmor. Von Fahrersiegen ist Rot-Weiß-Rot heuer zwar weit entfernt, aber ein Erfolg des Ex-Teams von „Niki Nazionale“ – Mercedes F1 – ist wahrscheinlich, ein Sieg des österreichischen Red Bull Racing Teams möglich.

Guter Boden

WM-Leader Lewis Hamilton wird mit einem guten Gefühl nach Montreal reisen, denn er liebt die Stadt und die Stadt liebt ihn. Die kanadischen Fans verehren den fünffachen Champion, der auf der Ile de Notre Dame bereits sechsmal am obersten Treppchen stand. „Kanada war immer ein tolles Erlebnis. Die Rennen sind immer spannend, es kann viel passieren, und Montreal ist eine großartige Stadt,“ so Hamilton, der auch dieses Jahr gewinnen und in der Statistik zu Rekordsieger Michael Schumacher (7 Erfolge) aufschließen will. Natürlich möchte Teamkollege Valtteri Bottas, der in Monaco etwas an Land verloren hat, wieder aufholen. Im Vorjahr wurde der Finne Zweiter, klar vor Hamilton, der nur auf Rang 5 die Linie überquerte. „Monaco war für mich heuer eine Enttäuschung. Nun muss ich zusehen, dass ich in Montreal wieder Punkte auf Lewis gutmache“, so Bottas.

Rote Angreifer

Wiedergutmachung lautet das Stichwort auch bei Ferrari. Die Roten hinken bislang weit hinter den Erwartungen her und nun soll sogar Ex-Chefdesigner Simone Resta wieder von Alfa Romeo zurückgeholt werden, um die Abwärtsspirale endlich zu stoppen. Das möchte Teamleader Sebastian Vettel schon vorher schaffen und erhofft sich in Kanada einiges. „Wir waren hier im Vorjahr stark und es hat damals zum Sieg gereicht. Es wäre natürlich schön, wenn wir diesen Erfolg wiederholen und so eine Trendwende einleiten könnten“, sagte der Heppenheimer. Ganz sicher auf Angriff getrimmt ist Stallgefährte Charles Leclerc, der nach seinem Debakel beim Heimrennen an der Cote d’Azur noch immer angefressen ist. „Das letzte Wochenende war zum Vergessen. Ich bin noch immer total verärgert. Aber wir müssen nach vorne schauen. Die Pace war eindeutig da. Also müssen wir in Montreal ein gutes Ergebnis ins Ziel bringen.“

Lachender Dritter

„Wenn sich zwei streiten, dann lacht der Dritte“ heißt das Sprichwort und ebendieser Dritte könnte Red Bull Racing sein. Die Formkurve der Bullen zeigt klar nach oben und in Montreal hat man bisher immer gut ausgesehen. 2017 wurde Daniel Ricciardo Dritter und 2018 wiederholte Max Verstappen dieses Kunststück. Verstappen ist es auch auf den Motorsport Direktor Helmut Marko setzt. „Max war in Spanien schon gut, aber da waren wir noch nicht auf Augenhöhe. In Monaco war er bärenstark. Wir hoffen also, dass sich dieser Trend fortsetzt. Und in Kanada gibt es auch fast immer turbulente Rennen. Da ist einiges drin, denke ich.“

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