Die Suche nach den Lösungen

3_ferr_fm_vale_2010-5-470x313Das Teamsterben war in Austin das bestimmende Thema. Derzeit wird viel über Lösungsansätze diskutiert

Zwei Teampleiten während der Saison und dann auch noch vor demselben Grand Prix: Jetzt gibt’s vorerst nur noch neun Rennställe! Natürlich wurde das beim USA-GP heiß diskutiert. Force India, Lotus und Sauber fürchten die nächsten zu sein und drohten Gerüchten zu Folge sogar mit einem Boykott des Rennens, wenn nicht endlich ein Umdenken bei den großen Rennställen einkehrt und die Preisgeldverteilung gerechter wird.

F1-Zampano Bernie Ecclestone hat in Austin acht Journalisten eingeladen und öffentlich erklärt, dass auch er die Situation sehr ernst nimmt. Gegenüber „Sky Sports F1“ befürchtet der 84-Jährige, dass bis zum Saisonauftakt 2015 zwei weitere F1-Teams sterben könnten. Ecclestone ist schon lange nicht mehr der Alleinherrscher in der Formel-1, deswegen tut er sich derzeit mit den Lösungsansätzen auch so schwer. Gemäß „Auto, Motor und Sport“ bot Ecclestone sogar an, aus den F1-Einnahmen die Schulden der Teams zu bezahlen und die Einnahmen ab 2016 gerechter zu verteilen, aber die Topteams bestehen auf ihre Bonuszahlungen, die bis 2020 vertraglich fixiert sind.

Ein Problem sind die Fixkosten, die unbedingt runter müssen. Die Kosten für die Motoren haben sich vor der Saison mehr als verdoppelt. Die Hersteller lassen sich jedoch nicht erweichen und sich daher nicht auf einen billigen Kaufpreis festnageln. Es wird ohnehin schon gemunkelt, dass Renault das F1-Projekt überdenken könnte, weil mit Lotus (wechselt zu Mercedes) und Caterham (derzeit insolvent) zwei Kunden verloren gegangen sind, daher 40 Millionen Euro Einnahmen von Kundenteams fehlen und sich das F1-Programm daher nicht mehr rechnen könnte. Auch eine Rückkehr zu den V8-Motoren lehnen die Hersteller kategorisch ab.

Drei-Wagen-Regel noch nicht fix

Die F1-Kosten müssen sinken, die Einnahmen gerechter verteilt werden – das würde schon einige Hürden für kleinere Teams und potenzielle Neueinsteiger aus dem Weg schaffen. Regelungen, wonach F1-Teams vor dem Einstieg Gelder als Beweis für die Seriosität des Projekts bei der FIA hinterlegen, müssen fallen gelassen werden. Die Gefahr, dass es zu langsame Fahrzeuge bei den GP-Rennen gibt, wird durch die 107%-Regelung im Quali, wonach die Fahrer nicht starten dürfen, die im Quali nicht diese Zeit erreicht haben, gebannt. Denkbar ist auch, dass man die neuen Teams mit einer solchen Regelung schon bei den Testfahrten prüft. Insgesamt muss es wieder leichter werden, in die Frmel-1 einzusteigen, die Rahmenbedingungen machen das einfach unmöglich: Es gibt zu hohe Kosten, die Formel-1 hat sich von den Nachwuchsserien zu stark abgehoben, obwohl sie sich von den durchschnittlichen Rundenzeiten sogar näher gekommen sind. Da muss also was falsch laufen.

Die Drei-Wagen-Regel ist auch noch nicht in Stein gemeißelt. Möglicherweise verzichtet man darauf, weil es 2016 mit dem Haas-Team einen neuen Rennstall geben wird und auch das Forza-Rossa-Projekt noch nicht endgültig vom Tisch ist. Inzwischen ist bekannt, dass sich der ehemalige rumänische Fußballer Constantin Cojocar Caterham Sports Limited kaufen wollte, um dort die Rennwagen für Forza Rossa zu bauen. Aber das Geld von seinen Investoren kam nie. Nur 18 Autos über eine gesamte Saison – das würde nur durch die Saison 1969 (16,5 durchschnittliche Starter) unterboten werden. Neben kleinen Privatteams müssen auch große Hersteller in Zukunft wieder verstärkt angelockt werden.

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