Die Formel 1 ist bemüht, der Welt mit Gimmicks wie der Verbesserung des Sounds oder sprühenden Funken eine coole Show zu präsentieren. Aber es ist längst Zeit, diesen Unsinn zu stoppen und echte Veränderungen
Seit Bernie Ecclestone das Ruder in der Verwaltung der Eliteklasse des Motorsports ü übernahm, hat sich viel verändert. Die Formel 1 hat sich von einer Meisterschaft der Benzinköpfe und furchtlosen Piloten zu einem High-Tech-Spektakel der Automobilhersteller absolviert. Aber ist das heutige Multi-Milliarden-Dollar-Geschäft wirklich das, was die Welt sehen will? Eigentlich nicht. Der Holywood-Streifen „Rush“, der das 1976er WM-Duell zwischen Niki Lauda und James Hunt porträtierte, goss zusätzlich Öl ins Feuer, denn er hat den heutigen Fans aufgezeigt wie cool und verrückt die F1 früher war.
Ein modernes F1-Auto ist das Ergebnis jahrelanger Forschung, Konstruktion bzw. Versuch und Irrtum. Jedes Jahr verbrennt ein Rennteam Dutzende von Millionen von Dollar um leichtere Materialien und aerodynamische Wunderteile zu entwickeln. Das Ergebnis ist eine sehr teure Rennmaschine. Ja, Formel 1 ist der Höhepunkt im Motorsport, und ja, die Autos sollten Aushängeschilder bleiben. Aber der Sport war auch immer Unterhaltung; und viel von dieser Unterhaltung ging verloren. Einer der Hauptgründe ist, dass wir ausgezeichnete Fahrer im Cockpit haben, die mehr auf Bordfunkanweisungen hören und Hunderte von Knöpfen drücken müssen, als in Rad-an-Rad-Kämpfe verwickelt zu sein. Rennfahrer sollten vor allem eines tun: Rennfahren. „Zur Zeit gewinnt in erster Linie das beste Auto, nicht der beste Fahrer“, sagte Red-Bull-Racing-Motorsportchef Helmut Marko. Obwohl die Aussage des Bullen-Mannes verständlicherweise subjektiv und eigennützig ist, steckt eine Menge Wahrheit darin. Mit weniger Abtrieb, weniger elektronischer Technologie und weniger Einfluss aus der Boxengasse würde der Fahrer ins Zentrum der Aufmerksamkeit zurückkehren. Fahrer sollten entscheiden, welche Reifen sie wollen, wenn sie an die Box kommen und wann sie ihre Teamkollegen angreifen oder nicht. Viel von dem Hype, den die Formel 1 über die Jahre erarbeitet hat, entstand durch Innovation, Spitzentechnologie, und das Risiko des Scheiterns. Aber das meiste dieses Glanzes ist weg. Jede Mutter und Schraube an einem Auto wurden standardisiert und lange war es unmöglich Fahrzeuge zu unterscheiden, wenn die Lackierung ab war. Als klar wurde, dass die radikalen Veränderungen vor der Saison 2014 dazu führen würden, dass plötzlich Motoren explodieren, Getriebe brechen und Autos einfach ausrollen würden, waren die meisten Teams in einem Schockzustand. Aber genau das ist Rennsport.
Im Laufe der Jahre ist die Formel 1 unverantwortlich teuer geworden. Budgets von USD 300 Millionen oder mehr sind keine Ausnahme unter den Top-Teams. Um den Sport wieder wettbewerbsfähig zu machen, muss der erste Schritt in Richtung einer finanziellen Erholung eine Budgetobergrenze sein. In den Jahren zwischen 1980 und 1987 haben sich die Budgets der führenden Teams vervierfacht. 2008 investierte ein Team, das 1980 mit 12,5 Millionen USD pro Jahr auskam, rund 300 Mio. USD (Anm. Inflationsbereinigt). Der damalige FIA-Präsident Max Mosley nannte die Ausgaben „untragbar“ und forderte die Einführung von standardisierten Motoren- und Fahrwerksteilen. Da diese Maßnahmen nicht im Interesse der großen Autobauer waren, landeten Mosleys Ideen rasch in der Schublade. Alles, was von der umfassenden Tagesordnung blieb, war die Verteilung von Kundenmotoren. Allerdings sind sie kein Ausdruck der Fairness, sondern einfach ein Mittel um eine größere Feedback-Basis für die weitere Entwicklung des Motors für die jeweiligen Werksteams zu gewinnen. Vor der Saison 2014 wurde ein umfangreicher Katalog von Regeländerungen sanktioniert und offiziell vorgestellt, den Sport umweltfreundlicher und billiger zu machen. Heute weiß man, dass Forschung und Entwicklung sowie Produktion der neuen Systeme tatsächlich die Kosten erhöhte. Die Königsklasse sollte über den eigenen Tellerrand schauen und wertvolle Ideen aus anderen Serien oder sogar Sportarten adaptieren. Als die F1-Fahrer begannen Autogrammstunden zu geben und öffentliche Boxengasse-Spaziergänge eingeführt wurden, machten Ecclestone und seine Jünger großes Aufheben darum, obwohl diese Fan-Aktivierungen in den meisten Top-Rennkategorien seit Jahren alltäglich sind. IndyCar, über die in der Regel von F1 Tüftlern hinter verschlossenen Türen gelacht wird, bietet viel spannendere Rennen trotz eines niedrigeren Fahrerpotenzials. In Amerikas höchster Formelrennserie gibt es Extrapunkte für die Pole Position und die schnellste Rennrunde, was über eine ganze Saison einen Unterschied machen kann. Auch der Strategie-Poker basierend auf Tankstopps und Safety-Car-Phasen sorgt für Aufregung. Einen ehemaligen Rennfahrer zur Unterstützung der regulären Stewards einzubringen war ein guter Schritt. Doch die Rennsituation, die heute oft diskutiert, und in der Formel 1 bestraft werden, „ist einfach ein Witz. Hätten wir all diese Regeln gehabt, hätte es in unseren Tagen überhaupt keine Rennen gegeben. Überhol nicht hier, beweg Dich nicht nach dort, und so weiter. Lächerlich „, sagte 1980-Weltmeister Alan Jones.
Was haben Spa, Montreal und Monaco gemeinsam? Alle sind traditionelle Strecken und Teams, Fahrer und Fans lieben sie. Vor kurzem kam der Red-Bull-Ring, ein Umbau des alten Österreichrings, in den Kalender zurück, und die gesamte F1-Fangemeinde war aufgeregt das Rennen zu verfolgen, während man auf der Almwiese campen kann. Diese Art von einzigartigem Flair ist fast allen Strecken, die „Big Bernie“ über die Jahre hinzufügte, fremd. Niemand wirklich vermisst die kalte Atmosphäre des Fünf-Sterne-Hotels, Wolkenkratzer, Shopping-Meilen und Tanzclubs. „Viele F1 Kurse von heute sind künstlich. Es ist toll, eine authentische Kulisse wie Österreich zurück zu haben“, sagte das ehemalige Red-Bull-Ass Mark Webber bei seinem Besuch des Red Bull Rings. „Einige der Strecken auf dem heutigen Kalender sind so klinisch, sie könnten überall sein, sogar auf dem Mars“, fügte er hinzu. Änderungen an den Strecken selbst sollten den Rückbau der zahlreiche Auslaufzonen, ohne das Unfallrisiko zu erhöhen, beinhalten. Basierend auf dem Mythos, dass Kies die Autos nicht richtig stoppt, wurden riesige asphaltierte Auslaufzonen eingeführt. Allerdings ist ihre Hauptfunktion, so viele Autos wie möglich in den Rennen zu halten, denn der berühmte „siege Sonntag, verkaufe am Montag“ Slogan würde nicht allzu gut funktionieren, wenn die Autos weltweit im Fernsehen übertragen im Kies stecken. „Das ist eine der vielen Veränderungen, die verhindern, dass sich die Spreu vom Weizen trennt“, sagte Marko. Aber eigentlich wollen wir den Weizen, nicht die Spreu, nicht wahr?
Unser F1 Kalender
Australien: Melbourne
Singapur: Singapur
Japan: Suzuka
Spanien: Jarama
SanMarino: Imola
Monaco: Monaco
Kanada: Montreal
USA: Austin
Mexiko: Mexiko-Stadt
Frankreich: Le Mans
Großbritannien: Silverstone
Belgien: Spa-Francorchamps
Deutschland: Nürburgring
Österreich: Red Bull Ring
Ungarn: Hungaroring
Italien: Monza
Argentinien: BuenosAires
Brasilien: Interlagos
Südafrika: Zwartkops
VAE: Abu Dhabi
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