Ex-Formel 1 Pilot und 1988er Sportwagen-Weltmeister Martin Brundle beschreibt die R130 für die Leser von Formelaustria.at
„Die Anfahrt auf die 130R ist lange, und glaub mir, ich weiß das, weil ich 1993, nachdem mein Ligier kollabiert war, zu Fuß zurückgehen musste. Ligier hatte damals unglaubliche Probleme mir einen passenden Sitz zu machen und ich verbrachte Stunden beim anpassen. Wenn sie ihn dann brannten, ging er wieder ein und ich hatte Schmerzen im Cockpit. Da mein Suzuka-Sitz endlich mal passte, war mein Plan ihn mitzunehmen und in den Boxen in den Ersatzwagen einzubauen. Nachdem es aber keine Fußwege neben der Piste gab, musste ich mit meinen netten kleinen Fahrerstiefeln durchs Unterholz und schwitzte in meinen vier Schichten feuerfesten Kleidung und mit Sitz bzw. Helm in der Hand wie ein Tier.“
„Als ich endlich am Ende der Geraden und dem Eingang zur 130R stand, hatte ich keine Lust mehr. Aber wenigstens konnte ich mir diese einmalige Kurve gut ansehen. Sie ist einfach legendär. Wenn Du reinfährst, denkst Du, sie wäre eine 90 Grad Kurve und Du könntest sie voll nehmen. Aber dann fährst Du rein und plötzlich siehst Du das Ende nicht mehr und alles wird immer enger. Die Auslaufzone ist minimal, weil gegenüber ja die Außenseite der Degner Kurve ist, weil sich hier die Strecke dann ja zu dieser Acht kreuzt. Die alte 130R konntest Du nur bei optimaler Abstimmung voll nehmen. Diese Kurve war gleichzeitig atemberaubend, Angst einflößend und belohnend, wenn Du sie erfolgreich hinter Dir hattest. Wenn Du hier einen Fehler machst, dann kann das wirklich ganz böse enden. Ich kann mich noch gut erinnern als Allan (McNish) hier 2002 abflog und sein Toyota die vierfachen Fangzäune wie ein Dosenöffner durchstoßen hat. Sah sehr ungut aus, aber zum Glück ist Allan gut davongekommen.“
„In der 130R habe ich auch zum ersten Mal erkannt wie gut Michael Schumacher werden würde. Im Training 1991 drehte er sich hier – ich glaube es war sein fünfter Grand Prix. Benetton ließ ihn eine Runde in Nelson Piquets Wagen drehen und er warf ihn in die Mauer und sorgte für einen Totalschaden. Wir alle waren gespannt, wie der selbstsichere Junge aus Deutschland nun damit umgehen würde, den Wagen des dreifachen Champions Piquet total zerlegt zu haben. Die Antwort kam rasch und ließ keine Fragen offen: Michael kam zur Box retour, stieg in seinen eigenen Wagen und knallte eine noch viel schnellere Runde auf den Asphalt. Die meisten Piloten wären wohl in diesem Sektor ein wenig vom Gas gegangen, aber Michael fuhr hier schneller und schneller. Nachdem ich schon bei Benetton für die kommende Saison unterschrieben hatte, machte ich mir gleich mal eine Notiz ‘auf den Jungen musst Du nächstes Jahr aufpassen’. Die 130R hatte ihm keine Albträume beschert, im Gegenteil, Schumacher hatte sie besiegt und sie sich zunutze gemacht, als Zeichen ‘hat noch jemand eine Frage?’“
„Heute hat die Kurve etwas an Schrecken verloren, denn die Wagen sind nun so gut und der Belag dort so geglättet, dass Du Vollgas durchfahren kannst. Sie ist immer noch anspruchsvoll, aber diesen Respekt, den wir noch hatten, musst Du heute nicht mehr haben. Schade eigentlich.“
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