Der geschenkte Sieg

Lewis-Hamilton-Formula-On-012Nico Rosberg hat sich den dritten Rennsieg in Monaco in Serie geholt. Allerdings profitierte er heuer von einem bösen Strategiefehler bei seinem Teamkollegen

Immer wieder haben sich Niki Lauda, und vor allem, Toto Wolff über Flüchtigkeitsfehler beim vormaligen Seriendominator Red Bull Racing lustig gemacht. Doch nun erfahren die Österreicher auf der Kapitänsbrücke der Silberpfeile wiederholt am eigenen Leib, wie schwer es ist vorne fehlerfrei zu bleiben. Dass Rosberg Sonntag zum dritten Mal hintereinander den GP von Monaco gewonnen hat, ist ihm zu vergönnen, hat aber nur wenig mit seiner Klasse, sondern vielmehr mit der hauseigenen Pfuscherei beim schnelleren Teamkollegen zu tun.

Kindergarten-Fehler

Der Mercedes-Fahrer siegte am Sonntag in Monte Carlo vor dem vierfachen Weltmeister Sebastian Vettel im Ferrari und seinem Teamkollegen Lewis Hamilton. Das Endergebnis war allerdings das Resultat einer krassen Fehlentscheidung der „Silberpfeile“. Polesetter Lewis Hamilton hatte das Renngeschehen klar im Griff und steuerte auf einen souveränen Start-Ziel-Sieg zu, ehe ihn die Boxencrew während einer Safety-Car-Phase zum Reifenwechsel reinholte. Der mittelprächtige Stopp von 4.1 Sekunden kostete den Briten aber nicht nur die Führung, sondern er wurde von 1 auf 3 hinter Rosberg und Sebastian Vettel durchgereicht. „Das war klar eine Fehlentscheidung, wir haben den Gap falsch eingeschätzt. Lewis hat gesagt, seine Reifentemperaturen sind im Keller und er hätte keinen Grip mehr. Daher holten wir ihn rein, aber es war einfach falsch. Das war klar ein Teamfehler, da kann man sich nur entschuldigen”, tönte Teamchef Wolff im Interview kleinlaut.

Rauch geht auf

Anstatt seine WM-Führung verdientermaßen weiter ausbauen zu können, musste Hamilton nun zusehen, wie sein Vorsprung auf zehn Punkte gegenüber Rosberg und 28 auf Vettel zusammenschmolz. „Ich finde für meine momentanen Emotionen keine Worte. Daher versuche ich es auch erst gar nicht“, gab der Titelverteidiger nach dem Rennen zu Protokoll. Und wer Hamilton kennt, weiß, dass es in ihm nicht nur kocht, sondern dass er diesen Emotionen bald auch freien Lauf lassen wird. „Ich war mir sicher, dass die anderen auch an die Box gefahren waren, um die Reifen zu wechseln. Und als ich rauskam, waren sie plötzlich vor mir. Du musst Dich als Fahrer hierbei voll aufs Team verlassen. Diese Strecke liegt mir sehr am Herzen und mein Wagen war absolut großartig. Ich war so schnell, ich hätte locker den doppelten Vorsprung rausfahren können, hätte ich gemusst. Es ist einfach nur schade.“ Dementsprechend entschuldigte sich nicht nur Wolff sofort bei Hamilton, sondern auch Sieger Rosberg war nicht frei von Zweifeln: „Ich weiß, dass das heute sehr glücklich war. Lewis hätte das Rennen eigentlich gewinnen können und hätte es auch verdient; er ist brillant gefahren.“

1432483561Freude bei McLaren

Erstmals anschreiben konnte McLaren-Honda, nachdem Jenson Button als guter Achter ins Ziel kam. „Ich bin stolz auf das, was wir heute geschafft haben und denke, das ist der nächste Schritt in die richtige Richtung“ so der Champion von 2009. Der britische Traditionsrennstall arbeitet seit dieser Saison wieder mit Motorenlieferant Honda zusammen, doch musste das Erfolgsduo der 1980er und 1990er praktisch bei Null beginnen.

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