Das Semesterzeugnis der Formel 1 Saison 2023

Anders als in den letzten Jahren gibt es diesmal von der Formelaustria Redaktion keine Einzelanalyse der Fahrer, sondern einen Überblick über die Highs und Lows der bisherigen Meisterschaft

Das beste Team

Diese Entscheidung ist 2023 leichter, denn je, weil Oracle Red Bull Racing diese Saison – bisher – derart dominant aufgetreten ist. Die „Bullen“ jagen einen Rekord nach dem anderen, haben bisher alle Grands Prix gewonnen, und auch fast alle Pole Positions – außer Aserbaidschan und Belgien (Charles Leclerc) bzw. Ungarn (Lewis Hamilton) eingefahren.

Der beste Fahrer

Wenn ein Pilot zehn von zwölf Rennen für sich entscheidet und die Fahrermeisterschaft mit sage und schreibe 125 Punkten Vorsprung anführt, dann hat er wohl alles richtig gemacht. Und ja, in der derzeitigen Form ist Max Verstappen – gepaart mit seinem Topauto und der fast fehlerfreien Boxencrew – eine Klasse für sich. Der Niederländer war in der ersten Saisonhälfte der beste Fahrer. Einen außerordentlich guten Job machte bisher aber auch Veteran Fernando Alonso in seinem Aston Martin.

Das enttäuschendste Team

Hier kann die Wahl nur auf Alpine fallen, denn die Franzosen haben 2023 nahezu alles, was man sich in den Jahren zuvor aufgebaut hat, verspielt. Ex-CEO Laurent Rossi ging mit dem Anspruch in die Saison zu den Top-Vier-Teams zu gehören, und dann stürzten „Les Bleus“ brutal ab. Der Motor ist zu schwach, der Wagen eine mittlere Katastrophe, und die beiden Piloten, Esteban Ocon und Pierre Gasly, die ärmsten Hunde.

Der enttäuschendste Fahrer

Auch wenn hier viel für Nyck de Vries oder Sergio Perez plädieren würden, fällt unsere Wahl auf Kevin Magnussen. Der Däne hat im Qualifying nicht den Hauch einer Chance gegen Haas-Neuzugang Nico Hülkenberg. Zu Saisonbeginn konnte er zumindest die Rennen oft besser gestalten, aber auch hier hat ihm „Hülk“ langsam den Rang abgelaufen. Eigentlich hat man sich vom „Wikinger“, der das Team schon lange kennt, mehr erwarten dürfen.

Das überraschendste Team

Dieser Titel geht auf alle Fälle an Aston Martin, auch wenn die „Grünen“ in den letzten paar Rennen einen Rückschritt gemacht haben. Aber ehrlich gesagt, hätte wohl niemand erwartet, dass Fernando Alonso und Co. Verstappen im ersten Jahresdrittel dermaßen Dampf machen und der silbernen und roten Konkurrenz den Auspuff zeigen. Aston Martin ist jetzt ein Spitzenteam und wenn man sich von der aktuellen Flaute erholt, sieht die Zukunft rosig aus.

Der überraschendste Pilot

Auch diese Wahl ist heuer sehr einfach: Rookie Oscar Piastri war von Anfang an nie weit hinter McLaren Stallgefährte Lando Norris – einem kommenden Weltmeisterkandidaten – zurück. Die schlechten Resultate zu Jahresbeginn lagen nicht am Australier, sondern am verpeilten Dienstwagen. Mit dem stark verbesserten Boliden stellten sich nun auch die gewünschten Resultate ein. Piastri hat alles, um in den nächsten Jahren ein ganz Großer zu werden.

Größter Schock der Saison

Ganz klar Helmut Markos Abschuss von Nyck de Vries bei Alpha Tauri und die Reinstallation von Daniel Ricciardo bei den „kleinen Bullen“. Dass der australische Liebling der Medien mit seinem strahlenden Lächeln wieder am Grid steht, freut natürlich die meisten Formel 1 Fans. Allerdings war die Art und Weise, wie man mit de Vries umgegangen ist, wieder einmal stillos.

Der beste Grand Prix

Leider gab es aufgrund der Überlegenheit von Red Bull keine wirklichen „Nailbiter“ in diesem Halbjahr. Am „spannendsten“ war wohl bislang der Grand Prix von Saudi-Arabien in dem Max Verstappen nach einer völlig verpatzten Quali von P15 noch aus P2 nach vor raste, und sich alle fragten, ob sich der Niederländer sogar noch seinen führenden Teamkollegen Sergio Perez abfangen würde.

Der heftigste Crash

Glücklicherweise gab es diese Saison noch keinen dramatischen Einschlag oder gar einen Unfall mit Verletzungsfolgen. Aber Blechschäden gab es schon einige, am einprägendsten dabei der Crash zwischen den beiden „Pink Panther“ Boliden von Alpine gleich nach dem Start in Melbourne. Die Piloten traf dabei keinerlei Schuld, denn beide wurden von Konkurrenten ineinandergeschoben. Teuer war’s für das französische Team trotzdem…

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