Danner: „Für Vettel wird es ein entscheidendes Jahr!“

Wenige Tage vor dem Formel 1 Saisonauftakt in Bahrain hat sich SPORT1 Experte Christian Danner im „AvD Motor & Sport Magazin“ zu den Neuerungen, den Erkenntnisse der Tests sowie den Aussichten von Mick Schumacher und Sebastian Vettel geäußert

Christian Danner über:

… die Zukunft von Sebastian Vettel: „Vettel ist genauso weit entfernt von einem Sieg wie im vergangenen Jahr. Dass er jetzt die Top Drei Teams regelmäßig angreifen kann, glaube ich nicht. Ich glaube eher, dass es für ihn ein wichtiges Jahr wird. Es wird gemunkelt, dass er seine besten Jahre bereits hinter sich hat. In den letzten Jahren ist er nicht durch fahrerische Highlights aufgefallen, sondern durch Fehler. Er ist ein eigener Charakter, der in der Formel 1 sehr viel Frische und für einen Hauch von Intellektualität gesorgt hat. Das hat er nicht eingebüßt, aber bei Ferrari hat es ihn schon etwas zusammengehauen. Aber da musst du als Fahrer durch. Man kann nur hoffen, dass er sich wieder so entwickelt wie vorher, aber das ist ergebnisoffen.“

… Mick Schumacher: „Er hat jetzt mit Kevin Magnussen einen etablierten und schnellen Teamkollegen. Wenn Mick ihn jetzt besiegt, dann ist das ein sehr gutes Zeichen. Zudem ist sein Auto eine Kopie von Ferrari und rückt so von hinten in die Mitte, die wie ich vorhin gesagt habe, enorm breit ist. Dabei könnte er gerade in der ersten Saisonhälfte, wenn die Teams noch keine Updates haben, durchaus vorne mitfahren.“

… den Ausschluss von Nikita Mazepin: „Das Team wird sich auch ohne den Hauptsponsor in dem Budget Cap bewegen und es wird nicht an Geld fehlen. Für Mick Schumacher bedeutet das nicht nur, dass er sich jetzt nicht mehr mit Mazepin rumschlagen muss, sondern auch Günther Steiner muss sich keine Gedanken mehr darüber machen, was Papa Mazepin jetzt von ihm will (lacht).“

… den möglichen Zweikampf Verstappen gegen Hamilton: „Ob es ein Zweikampf wie im vergangenen Jahr wird, kann man nur schwer vorhersagen. Hamilton ist ein unfassbar toller Pilot. Er kann sehr gut das psychologische Klavier spielen und brennt immer noch genauso wie früher. Max freut sich, wenn er etwas mehr Geld verdient. Doch ihm ist es egal, ob er jetzt für zwei oder fünf Jahre unterschrieben hat. Dieser Typ Fahrer will gewinnen!“

… die neue Hackordnung in der Formel 1: „Die Teams müssen jetzt mit dem Budget haushalten und da sind die kleinen Teams sicher im Vorteil. Die ersten Eindrücke haben gezeigt, dass die Top Drei zwar noch vorne sind, aber dahinter die Teams noch wesentlich enger zusammengerückt sind. Sie liegen so nah zusammen, wie noch nie zuvor.“

… die Tests in Barcelona: „Es ist sehr, sehr schwierig herauszufinden, wer wirklich der schnellste ist. Deswegen sollte man die Tests auch nicht überbewerten. Es war schon so, dass in der Vergangenheit Ferrari in den Tests schneller war und dann beim ersten Rennen war es andersrum. Deswegen wäre ich sehr vorsichtig mit den Testergebnissen.“

… einen Deutschland GP als Ersatz für Russland: „Der Große Preis von Deutschland muss wieder stattfinden. Da gibt es Verhandlungen mit dem Formel-1-Management. Der Dreh- und Angelpunkt ist aber nicht die Strecke – nebenbei bemerkt gehört der Nürburgring einem russischen Oligarchen, was ein Rennen dort problematisch macht – sondern dass der Verband wieder ein Rennen hat. Man muss 25 Millionen Euro bereitstellen, was man mit einem Rennen nicht einnehmen kann. Deswegen muss man gucken, dass man entweder kaum Kosten hat oder einen Rabatt bekommt wie zuletzt Imola.“

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