Formelaustria Markenbotschafterin Corinna Kamper spricht über das Duell zwischen Verstappen und Norris, die Strafe, die Ferrari-Show, und das Mercedes-Debakel
Ein faszinierender Rennsonntag in Austin liegt hinter uns, und der US Grand Prix hat für viele Gesprächspunkte gesorgt – erstaunlicherweise spricht man dabei fast gar nicht über den Sieger des Rennens. Stattdessen steht eine andere Frage im Mittelpunkt: War die Entscheidung der Stewards richtig? Und wie beeinflusste diese das Renngeschehen?
Max Verstappen zeigte wieder einmal seine unglaublichen Fähigkeiten, und ich bin nicht hier, um ihn zu kritisieren. Alles, was er tat, war im Rahmen des Regelwerks erlaubt. In Austin zeigte er eine nahezu perfekte Kopie seines Manövers gegen Lewis Hamilton in Turn 4 in Interlagos 2021. In der entscheidenden Kurve in Austin war Verstappen deutlich schneller als zuvor, und beide Fahrer verließen die Strecke. Die GPS-Daten zeigen, dass Max viel später bremste und sich auf der Innenseite verteidigte. Es war ein Meisterwerk an Rennstrategie, wenn auch nicht die eleganteste Verteidigung, aber zweifellos äußerst effektiv.
Es gibt vergleichbare Szenarien: Verstappen gegen Charles Leclerc in Las Vegas, Kurve 1 – dort wurde er für ein ähnliches Manöver bestraft. In Budapest gab es eine Strafe gegen den Red Bull Star für sein Manöver gegen die McLarens, und in Austin gab’s wiederum keine, trotz einer ähnlichen Situation. Diese Inkonsistenz zeigt, dass es endlich einheitliche und konstante Regeln braucht. Für den Fan wird es immer schwieriger nachzuvollziehen, warum ein Fahrer für ein bestimmtes Manöver bestraft wird, während ein anderer ohne Konsequenzen davonkommt – und für die Fahrer selbst auch!
Warum wurde Verstappen in zwei Fällen bestraft, aber diesmal nicht? Die Stewards haben sicher keinen einfachen Job, aber uns allen fehlen Klarheit und Konsistenz. Das Duell war großartig, aber der Niederländer hatte in diesem Zweikampf weit weniger zu verlieren als Norris. Der McLaren-Pilot durfte auf keinen Fall ausfallen, um seine WM-Chancen noch am Leben zu halten. Verstappens Verteidigungsstrategie wirkte fast schon wie ein Angriff. Trotz allem glaube ich nicht, dass die Saison für Lando bereits verloren ist, denn sollte Max nur einmal ausscheiden, geht die WM-Tür wieder weit auf.
Ferrari auf Erfolgskurs
Ferrari zeigte ein beeindruckendes Wochenende. Nicht nur das Team als Ganzes, sondern auch beide Fahrer lieferten hervorragende Ergebnisse. Diese Strecke, die kein reiner Hochgeschwindigkeitskurs wie Monza oder ein Stadtkurs ist, stellt große Anforderungen an Auto und Setup. Hier kommt es auf die richtige Balance an, um den aerodynamischen Herausforderungen gerecht zu werden. Und Ferrari hatte genau diese Balance. Über die Renndistanz hinweg war das Auto unantastbar – auch wenn es auf einer einzelnen schnellen Runde auf den weichen Reifen noch Schwächen gab.
Im Sprintrennen hätten sie wahrscheinlich ebenfalls gewonnen, wenn es nicht zum internen Zweikampf gekommen wäre. Natürlich hatte Leclerc am Start „Glück“, aber wie man so schön sagt: „Manchmal schafft man sich sein Glück selbst.“ Seine Übersicht und schnelle Reaktion in der Startphase waren entscheidend. Es war ein nahezu müheloses Überholmanöver, aber man kann spekulieren, was passiert wäre, wenn es diesen Startvorteil nicht gegeben hätte. Doch am Ende zählt nur das, was tatsächlich passiert ist
Mercedes und Hamilton: Ein Wochenende zum Vergessen
Für Lewis Hamilton verlief das Wochenende in Austin alles andere als nach Plan. Obwohl er nach eigener Aussage einen hervorragenden Start hatte, schied er aufgrund einer Windböe aus – zumindest laut Mercedes. Hamilton selbst war jedoch anderer Meinung: Er machte die Upgrades am Auto für seine Probleme verantwortlich. Er erklärte, dass das Fahrzeug starkes Bouncing aufwies, was ihn schließlich ins Aus brachte. Für Mercedes war es ein enttäuschendes Wochenende, besonders in einer Saison, in der sie gehofft hatten, näher an die Spitze heranrücken. Die neu asphaltierte Strecke in Austin stellte ebenfalls eine Herausforderung für viele Teams dar, was die Performance einiger Fahrzeuge zusätzlich beeinträchtigte.
Ein Blick auf Mexiko
Mit dem Großen Preis von Mexiko steht schon das nächste spannende Rennen an. Die Besonderheit der Strecke ist ihre Höhenlage, was den Motoren zusätzliche Herausforderungen auferlegt. Vor allem der Honda-Motor hat sich unter diesen Bedingungen in den vergangenen Jahren als äußerst stark erwiesen. Auch Mercedes hat seine Motoren Probleme in der Höhenlage scheinbar gelöst und arbeitet daran, den Abstand zu verringern. Bei Ferrari bleibt dies jedoch ein großes Fragezeichen. In den vergangenen Jahren hatten sie in Mexiko oft Schwierigkeiten und mussten die Motorleistung drosseln, um Überhitzungen zu vermeiden. Es bleibt also spannend, ob Ferrari dieses Mal mithalten kann. McLaren hingegen sieht optimistischer auf die kommenden Rennen. Teamchef Andrea Stella erklärte Austin zu schwierigsten Strecke der letzten sechs Rennen für sein Team, sodass wir gespannt sein können, wie sich McLaren in Mexiko schlagen wird.
Was denkt ihr? Wie wird das Podium in Mexiko aussehen?
Bis zum nächsten Mal!
Eure Corinna
Marko hofft auf Verstappen, tippt aber auf Mercedes-Motor
Für Helmut Marko ist sicher, dass Max Verstappen sein Oracle Red Bull Racing Team nach vorne bringen wird. Den Titel holt aber laut Marko ein Fahrer mit Mercedes Motor.
Ferrari optimiert den Turbo des SF-26
Ferrari hat den Turbo für seinen neuen SF-26 für niedrige Drehzahlen optimiert.