Formelaustria Markenbotschafterin Corinna Kamper analysiert für uns den zweiten WM-Lauf der Formel-1-Saison im saudischen Jeddah
Das Rennen in Saudi-Arabien war erneut eine Demonstration von Max Verstappens außergewöhnlichem Talent, während Red Bull erneut die Spitzenpositionen belegte. Verstappen führte das Rennen von Anfang bis Ende an und zeigte eine meisterhafte Leistung. Zwar gab es zu Beginn des Rennens einen kurzzeitigen Kampf zwischen Sergio Perez und Charles Leclerc, doch dieser erwies sich als von kurzer Dauer.
Besonderes Augenmerk lag jedoch auf einem anderen Fahrer: Ollie Bearman, der kurzfristig für Carlos Sainz einsprang. Obwohl praktisch ohne Vorbereitungszeit zeigte Bearman eine bemerkenswerte Leistung im dritten freien Training und im Rennen selbst. Seine Fähigkeit, sich schnell anzupassen und sein ruhiges Auftreten während des gesamten Wochenendes beeindruckten nicht nur die Zuschauer, sondern auch Fred Vasseur, der Bearmans konzentrierte und gelassene Art lobte. Obwohl Bearman offensichtlich mit seinem Ergebnis zufrieden war, schien sein Vater während des Rennens sogar nervöser zu sein als er selbst.
Mit seinem Debüt in der Formel 1 wurde Bearman zum drittjüngsten Fahrer aller Zeiten in der Königsklasse, nach Verstappen und Lance Stroll. Obwohl die Erwartungen an ihn anfangs gering waren, übertraf er sie deutlich. Trotz seiner begrenzten Erfahrung mit dem Formel-1-Fahrzeug und physischen Herausforderungen zeigte er keine Anzeichen von Unreife. Als Reserve Fahrer für Haas war Bearmans Auftritt nicht nur für ihn persönlich wichtig, sondern könnte auch für seine Zukunft von entscheidender Bedeutung sein. Sein Debüt zog besonders viel Aufmerksamkeit auf sich, da es heuer keinen anderen F1-Rookie gibt.
Es mag verfrüht sein, über Bearmans Zukunft zu spekulieren, aber angesichts des Wechsels von Lewis Hamilton zu Ferrari im nächsten Jahr könnte sich für ihn eine Chance ergeben. Ein Jahr bei Haas könnte ihm die Gelegenheit bieten, sich weiterzuentwickeln, bevor er möglicherweise zu einem Spitzen-Team wie Ferrari wechselt. Ähnliche Karrierewege wurden bereits von Fahrern wie George Russell oder Max Verstappen beschritten.
Während Red Bull weiterhin beeindruckende Leistungen zeigt, richten sich zunehmend die Diskussionen auf das Teammanagement von Christian Horner und Helmut Marko. Die öffentliche Loyalität von Verstappen zu Marko ist bemerkenswert und zeigt die Bedeutung dieser Partnerschaft für das Team. Obwohl Marko vorerst bleibt, ist die Zukunft dieses Gespanns noch nicht endgültig geklärt. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Horner und Marko wird als entscheidend angesehen, um den Erfolg des Teams langfristig zu gewährleisten.
Perez hat erneut seine Rolle als perfekter Unterstützer an der Seite von Verstappen unter Beweis gestellt, was den „Bullen“ einen begehrten Doppelsieg bescherte. Seine Leistung stellt Red Bulls Position in der Pole-Position für eine Vertragsverlängerung für das nächste Jahr dar.
Daniel Ricciardo hingegen erlebte ein Rennen zum Vergessen, in dem seine Leistung weit unter den Erwartungen blieb. Sein Rennen war geprägt von unglücklichen Entscheidungen und einer generell schwachen Vorstellung, was Zweifel an seiner Zukunft bei Red Bull und sogar an seiner Fähigkeit, in den nächsten Jahren überhaupt ein Team zu finden, aufkommen lässt.
Leclerc hatte ein solides, wenn auch unspektakuläres Rennen, was als Zeugnis für das Maximum bei Ferrari gelten kann, welches er und das gesamte Team erreichen konnten. Die unerwartete Zusammenarbeit zwischen Hülkenberg und Magnussen war bemerkenswert, wobei Magnussen kämpfte, das Feld hinter sich zu lassen, um Hülkenberg eine klare Fahrt zu ermöglichen. Nach einer 20-Sekunden-Strafe war klar, dass Magnussens Rennen ohnehin gelaufen war.
Lance Stroll könnte als unbeholfen bezeichnet werden, da sein Fahrverhalten zu einem Unfall führte, der das Rennen beeinflusste. Das einzige Positive daran, abgesehen davon, dass er unverletzt blieb, war die zusätzliche Spannung, die das Safety-Car ins Rennen brachte. Es ist bereits überfällig, dass Stroll zumindest in die Nähe seines Teamkollegen aufschließt, da er bereits seit einiger Zeit in der Formel 1 fährt. Die Position von Stroll als einer der Top 20 Fahrer der Welt wird jedes Jahr, angesichts seiner Leistungen, stärker angezweifelt. Aston Martin wird wohl früher oder später Maßnahmen ergreifen, um sich als Team zu verbessern. Die bevorstehende „Silly Season“ verspricht Spannung.
Insgesamt war das Rennen in Saudi-Arabien ein weiteres Kapitel in der Dominanz-Geschichte von Verstappen, aber auch die Story um Talent Bearman im Rampenlicht. Wir freuen uns auf mehr!
Bis zum nächsten Mal,
Eure Corinna
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