Formelaustria Markenbotschafterin Corinna Kamper spricht über die Probleme von Red Bull, die neue Dominanz von McLaren, F1 Neuling Franco Colapinto, und vieles mehr
Nach Regen und Sonne durfte sich die Formel 1 beim Großen Preis der Niederlande in verschiedenen Orangetönen feiern lassen. Lando Norris dominierte das Rennen eindrucksvoll und sicherte sich den Sieg mit über 20 Sekunden Vorsprung auf den Lokalhelden Max Verstappen. Norris‘ Sieg war der größte Vorsprung seit dem Grand Prix von Ungarn 2023 und stellte eine überraschende Wende im Kräfteverhältnis dar.
Das neue Upgrade-Paket von McLaren hat offenbar hervorragend funktioniert. Auch wenn das Auto bereits zuvor schnell war, ermöglichte dieses Upgrade, die Überlegenheit noch auszubauen. Fraglich bleibt, ob McLaren tatsächlich so dominant war oder ob Red Bulls Experimente fehlschlugen? Helmut Marko äußerte in einem Interview, dass er nun wirklich besorgt sei und alle Alarmglocken läuteten. Diese Besorgnis scheint gerechtfertigt, denn die vielen Experimente an beiden Autos und die Unsicherheit über den richtigen Weg haben sich bemerkbar gemacht.
Dennoch erklärt dies nicht, warum Norris eine halbe Sekunde pro Runde schneller war. Es scheint, dass Red Bull in dieser Saison nicht die Fortschritte gemacht hat, die sie sich erhofft hatten. Das Auto gehört wahrscheinlich immer noch zu den zwei oder drei besten im Feld, aber es wirkt, als ob Red Bull unsicher ist, warum die Leistung nicht den Erwartungen entspricht. Trotz ständiger Updates fehlt es an Klarheit, wie die Probleme behoben werden können.
Max Verstappen hat seit dem Grand Prix von Miami auf ein Balance Problem hingewiesen. Daher ist es möglich, dass McLaren auch beim kommenden Rennen in Monza wieder erste Kraft ist. Lando Norris hat dann durchaus die Möglichkeit, die 70 Punkte Rückstand auf Verstappen in den verbleibenden neun Rennen aufzuholen. Er muss aber an seinen Starts arbeiten, um sich nicht nur auf das Auto oder Überholmanöver verlassen zu müssen. Wenn McLaren seine starke Position halten kann, wird Norris er die Startschwierigkeiten überwinden müssen, um doch noch den Titel zu holen.
Mercedes erhoffte sich vergangenes Wochenende deutlich mehr, musste aber eine Zwei-Stopp-Strategie fahren, weil man unter massivem Reifenabrieb litt. Die Mercedes-Ingenieure waren sich bewusst, dass sie am Ende des Rennens unter diesen Bedingungen leiden würden. Die Entscheidung von Hamilton, einen früheren Stopp zu machen, unterstrich die Schwierigkeiten des Teams. Mercedes hat zwar ein sehr gutes Auto, das in einem engen Fenster optimal funktioniert, aber vergangenes Wochenende war eine Enttäuschung. Es ist aber damit zu rechnen, dass die Silberpfeile in zukünftigen Rennen wieder stark auftreten werden.
Ferrari hatte ein überraschend gutes Wochenende, das sie wahrscheinlich selbst nicht so erwartet hatten. Für die Roten dreht sich aber bereits alles um das Heimspiel in Monza, wo man auch weitere Updates bringen wird, um für die Tifosi um den Sieg kämpfen zu können.
Das aktuell heißeste Thema ist aber die Beförderung von Franco Colapinto bei Williams. Der Argentinier wird den Rest der Saison als Ersatz für Logan Sargeant fahren. Dieser Wechsel war längst überfällig, da Sargeant zunehmend enttäuschende Leistungen zeigte. Sein jüngster Hochgeschwindigkeits-Crash im Training in Zandvoort brachte das Fass zum Überlaufen. Sargeant hat in dieser Saison noch keine Punkte erzielt und den Schaden am neuesten Upgrade-Paket verschärft. Daher ist es nachvollziehbar, dass Teamchef James Vowles die Geduld verloren hat.
Obwohl zunächst Namen wie Mick Schumacher und Liam Lawson genannt wurden, halte ich die Entscheidung für Colapinto für richtig. Er ist Mitglied der Williams Driver Academy, hat großes Potenzial gezeigt. Er gewann vier Sprintrennen in der Formel 3 und belegte 2023 den vierten Platz in der Gesamtwertung, bevor er in die Formel 2 aufstieg. Dort hatte er Anlaufschwierigkeiten, aber zeigte nach einem Test deutliche Fortschritte. Sein Durchbruch kam mit einem Sieg im Sprintrennen in Imola, gefolgt von Podiumsplätzen in Österreich und Spanien. Ob Colapinto sich langfristig bewähren wird, bleibt abzuwarten.
Bis zum nächsten Mal!
Eure Corinna
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