Formelaustria Markenbotschafterin Corinna Kamper analysiert für uns den Klassiker in Imola, das Finalduell zwischen Verstappen und Norris, Ferraris Probleme, und vieles mehr
Der Grand Prix von Imola war ein Rennen, das für Max Verstappen wie ein Spaziergang aussah, der aber durch einen späten Angriff von Lando Norris, jäh unterbrochen wurde. Entscheidend für den Verlauf des Rennens waren die Anpassungen am Lenkrad, die es dem McLaren Piloten ermöglichten den Red Bull herauszufordern.
Wäre der diesjährige Grand Prix der Emilia Romagna letzte Saison ausgetragen worden, hätte wohl nichts einen Verstappen-Sieg von der Pole Position gefährdet. Selbst in Rennen, in denen der Red Bull nicht überragend war, konnte man davon ausgehen, dass der Niederländer das Rennen von der Spitze aus kontrollieren wird.
Und auch heuer sah es in den ersten 44 Runden so aus, als würde es genauso kommen. Verstappen hatte einen Vorsprung von 7,4 Sekunden Lando Norris, der auf harten Reifen kämpfte und sich durch DRS-Angriffe den zweiten Platz holen konnte. Aber im letzten Drittel des Rennens änderte sich die ganze Dynamik. Norris´ Aufholjagd machte den Grand Prix durch den Showdown zwischen ihm und dem Red Bull Star am Ende noch superspannend. Das Finale erinnerte an 2005, nur dieses Mal war es der mehrfache Champion, der den weniger dekorierten Fahrer in Schach hielt. Eine Umkehrung von Fernando Alonsos 12-Runden Verteidigung gegen Michael Schumacher vor 19 Jahren.
Verstappen konnte sich nach drei enttäuschenden Trainingssitzung im Qualifying zurückkämpfen und profitierte von den Simulator-Einsätzen von Sebastian Buemi. Nico Hülkenberg sicherte dem Niederländer dann wahrscheinlich durch seine Windschatten-Hilfe und seinen späteren Ausrutscher die Pole.
Oscar Piastri wurde im Qualifying, wegen Behinderung, um drei Plätze zurückversetzt, was die Position von McLaren vorne schwächte. Ohne Strafe hätte Piastri den Red Bull Star wohl gemeinsam mit seinem Teamkollegen in die Mangel nehmen können, und vielleicht in einen Fehler getrieben. So konnte aber nur Norris angreifen. Bei McLaren hat man gehofft, dass Norris beim Start noch weiter nach vorne kommen würde. Da das nicht geschah, musste man sich darauf konzentrieren, mit den Mediums in Verstappens Reichweite zu bleiben.
Verstappens Vorsprung wuchs im Laufe des ersten Stints aber an und McLaren Teamchef Andrea Stella vermutete, dass die Reifentemperatur Norris´ Tempo beeinträchtigte. Während Verstappen den Briten locker abschütteln konnte, hatte Norris Schwierigkeiten Charles Leclerc hinter sich zu halten, denn der Ferrari-Pilot schaffte es, konstant innerhalb eines zwei Sekunden Fensters zu bleiben. Um einem möglichen Undercut von Leclerc zu entkommen, holte man Norris in Runde 22 zum Boxenstopp herein.
Sergio Perez, der mit dem harten Reifen von Platz 11 startete, führte, als Norris wieder auf die Strecke kam. McLaren rechnete mit diesem Szenario, konnte aber die Gefahr, die Position an Leclerc zu verlieren nicht ignorieren. Zum Glück für Norris bewahrheitete sich, dass er Perez mit DRS in der nächsten Runde überholen würde. Danach war der Brite der schnellste Mann auf der Strecke.
Als Verstappen in Runde 24 zum Reifenwechsel gerufen wurde, war sein Vorsprung auf 4.4 Sekunden geschrumpft. Als er seine Reifen wieder auf Temperatur gebracht hatte, begann der zweite Stint aber wie der Erste.
Leclerc war ebenfalls nicht aus dem Rennen, obwohl sein Boxenstopp im selben Perez-Verkehr gipfelte, den Norris drei Runden zuvor erlebt hatte. Während Norris aber versuchte den Undercut von Leclerc abzuwehren, setzte McLaren Piastri ein, um den Monegassen zu überholen. Piastri war im ersten Drittel des Rennens hinter den beiden Ferraris eingeklemmt und setzte Carlos Sainz stark unter Druck. Leider ohne Erfolg. Seine Undercut-Strategie brachte den Australier dann näher an Leclerc heran und am Ende landete er vor Sainz.
Norris´ Frustration wuchs als Verstappen immer weiter wegfuhr und Leclerc immer näherkam. In Runde 43 war der Tiefpunkt erreicht, denn Verstappen lag 7.5 Sekunden vor dem Briten und Leclerc war innerhalb einer Sekunde und bereit zum Angriff. Norris musste die Strategie ändern und stellte einige Dinge am Lenkrad um, um seinem Auto mehr Grip zu verleihen.
Die Veränderungen der Bremsbalance und Differenzialeinstellungen brachten den gewünschten Erfolg. 18 Runden vor Schluss änderte sich die Dynamik des Rennens komplett. Norris wurde vom Gejagten zum Jäger. Leclercs Leistung ließ nach und Verstappens Reifen bauten ab. Die Probleme des Niederländers waren vermutlich auch Nachwehen seiner schlechten Trainingssitzungen, aus denen das Team wenig Information über den Pirelli C3 mitnehmen konnte. Er durfte sich danach keine Fehler erlauben. Ihm fehlte der Grip, und er hatte bereits die finale Verwarnung für Track Limits kassiert. Jeder weitere Fehler hätte eine 5-Sekunden-Zeitstrafe bedeutet, womit Norris automatisch die Führung übernommen hätte.
Norris begann von da an Schritt für Schritt den Abstand zu verkleinern, und Verstappen fühlte sich zunehmend unsicherer, da sein Reifen aus dem Betriebsfenster fiel und seine Rundenzeiten stark abbauten. Verstappen war mit seinen Einstellungen am Lenkrad bereits an die Grenze gegangen, womit er nur mehr verteidigen konnte. Norris ließ nicht locker und nutzte jede Chance die Lücke zu schließen. In den letzten Runden des Rennens kam er dem Weltmeister bis auf wenige Zehntelsekunden nahe, konnte ihn aber nicht mehr abfangen.
Es war ein hart erkämpfter Sieg, bei dem Verstappen bis zum Schluss kämpfen musste. Norris zeigte, wie in Miami, eine beeindruckende Leistung und brachte die Bullen an den Rand einer weiteren Niederlage.
Das Rennen in Imola war eine eindrucksvolle Demonstration von Verstappens fahrerischem Können und seiner Fähigkeit unter Druck standzuhalten. Auch Norris bewies, dass er zu den Besten der Formel 1 gehört, und in der Lage ist, sich gegen Topfahrer zu beweisen. Imola wird den Fans sicher in Erinnerung bleiben und hat bewiesen, dass die Formel 1 in dieser Saison noch sehr spannend werden wird.
Nun steht Monaco vor der Tür und Oracle Red Bull Racing hatte dort bereits letztes Jahr Probleme mit den niedrigen Geschwindigkeiten und dem Straßenkurs. Ob sie diese Schwierigkeiten über den Winter ausmerzen konnten, ist abzuwarten, aber wenn Red Bull im Fürstentum schwächelt, werden auf jeden Fall Ferrari und McLaren da sein und die Scherben aufsammeln.
Bis zum nächsten Mal,
Eure Corinna
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