Corinnas Corner – Belgien GP

Formelaustria Markenbotschafterin Corinna Kamper spricht über den „Doppelsieg“ von Mercedes in Spa, den Wechsel von Sainz zu Williams, Perez‘ letzte Chance, und vieles mehr

Das Rennen in Spa war ein spannender Schlusspunkt für die erste Hälfte der Saison. George Russell schien auf dem Weg zum Sieg, die Ein-Stopp-Strategie hatte er zur Perfektion umgesetzt – so dachten wir alle zumindest. Doch eine Stunde später war alles anders: Russell wurde wegen Untergewichts seines Dienstwagens disqualifiziert, Teamkollege Lewis Hamilton zum Sieger erklärt, gefolgt von Oscar Piastri und Charles Leclerc.

Nach einem intensiven Wochenende in Belgien nimmt auch das Fahrerfeld für 2025 langsam Gestalt an. Carlos Sainz hat einen Zweijahresvertrag bei Williams unterschrieben, hat die Angebote von Alpine und Audi abgelehnt. Sergio Pérez bleibt bis Ende 2024 bei Red Bull – seine Zukunft für 2025 ist jedoch noch ungewiss.

Sainz‘ Wechsel zu Williams ist überraschend, aber bei näherer Betrachtung nachvollziehbar. Williams zeigte schon länger Interesse an ihm und war wohl auch die stabilere Option, nicht zuletzt dank Teamchef James Vowles, der bereits bei Mercedes als Chefstratege erfolgreich war. Auch der Mercedes-Motor, den Williams auch 2026 einsetzen wird, war wohl ein wichtiger Faktor in Sainz‘ Entscheidung.

Alpine versuchte ebenfalls, den Spanier mit einem attraktiven Angebot zu locken, doch die Unsicherheiten im Team und die vielen Veränderungen, inklusive Motorenfrage, waren für ihn wohl abschreckend. Williams bot ihm eine vielversprechende Perspektive, mit technischer Expertise und Stabilität. Die großen Teams hatten keinen Platz für ihn, und er will in der besten Phase seiner Karriere ein konkurrenzfähiges Auto fahren, anstatt ein Team von Grund auf neu aufzubauen. Das Audi-Projekt unter Mattia Binotto steht am Anfang, weist viele Fragezeichen auf.

Kommen wir zu Sergio Pérez und seiner Situation bei Red Bull. Seine Vertragsverlängerung war eine kleine Überraschung, angesichts der jüngsten Gerüchte und seiner durchwachsenen Leistungen. Viele spekulierten, dass „Checo“ nach der Sommerpause aus dem Team ausscheiden könnte, insbesondere da er das von Red Bull gesetzte Ultimatum nicht erfüllte.

Ein Hauptgrund, warum Pérez weiterhin im Team bleibt, könnte im finanzkräftigen Backing seiner Sponsoren aus Mexiko und den dort steigenden Verkaufszahlen von Red Bull liegen. Aber letztendlich fehlten Red Bull wohl einfach auch die Alternativen. Daniel Ricciardo mag eine charmante Option sein, aber ob er wirklich eine Verbesserung darstellt, ist fraglich. Yuki Tsunoda konnte das Team bisher nicht vollends überzeugen, und Liam Lawson sollte nicht unvorbereitet ins kalte Wasser geworfen werden.

Max Verstappen selbst hat sich zudem für Pérez starkgemacht, was sicherlich auch eine Rolle spielte. Verstappen betonte, dass die aktuellen Schwierigkeiten eher am Auto liegen und weniger an Pérez selbst. Die Beziehung zwischen Verstappen und Pérez scheint stabil zu sein, was für das Team wichtig ist. Doch Pérez muss nach der Sommerpause dringend wieder in die Spur finden. Es bleibt abzuwarten, wie er mit dem immensen Druck umgehen wird, der von den Fans, den Medien und insbesondere von Helmut Marko ausgeht.

George Russell hat mit seiner beeindruckenden Performance in Spa viele überrascht. Seine Pace konnte er bis zum Ende des Rennens halten, doch trotz der phänomenalen Leistung wurde Russell am Ende disqualifiziert, weil sein Auto zu leicht war. Es ist bitter für einen Fahrer, der an diesem Tag alles richtig gemacht hat. Mercedes legte keinen Protest ein, da die Regeln klar sind, doch es zeigt einmal mehr, wie nahe die Formel 1 am absoluten Limit operiert.

Lewis Hamilton hingegen war nach dem Rennen sichtlich unzufrieden, nicht nur mit dem Ergebnis, sondern auch mit der Strategie seines Teams. Hamilton ist bekannt für seinen unermüdlichen Siegeswillen, und ein zweiter Platz ist für jemanden, der das Gewinnen gewohnt ist, schwer zu akzeptieren. Es ist verständlich, dass er nach einem Rennen, in dem auch er alles richtig gemacht hatte, frustriert war.

Insgesamt bot der Spa Grand Prix viele interessante Entwicklungen, die den weiteren Verlauf der Saison beeinflussen werden. Die Entscheidungen von Sainz und Pérez, die Performance von Russell und die anhaltenden Herausforderungen bei Red Bull sind nur einige der Themen, die uns in der zweiten Saisonhälfte beschäftigen werden. Ich bin gespannt, wie sich die Dinge nach der Sommerpause entwickeln!

Bis zum nächsten Mal!

Eure Corinna

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