Bottas biegt die Ferraris

Mercedes-Neuzugang Valtteri Bottas holte in Sotschi seinen ersten Grand Prix Sieg

Mit einem Raketenstart fuhr Valtteri Bottas den beiden Ferraris und Teamkollege Lewis Hamilton zu Beginn auf und davon. Erst durch den Überrundungsverkehr schmolz sein Vorsprung jeweils vor und nach dem Boxenstopp. „Aus der zweiten Reihe zu starten ist gar nicht so schlecht. Ich hatte sehr viel Schwung und konnte die beiden Roten überholen“ strahlte der introvertierte Finne. „Es hat mehr als 80 Rennen gedauert bis ich ganz oben stehen durfte. Als ich dieses kurzfristige Angebot von Mercedes im Winter bekam, wusste ich, dass das eine Topchance, aber auch eine große Herausforderung war. Nun stehe ich hier und bin einfach nur glücklich“. Einer der ersten Gratulanten war der abgeschlagene Stallgefährte Hamilton. Der Brite umarmte den Premierensieger mit den Worten: „Gratuliere, ganz starkes Rennen. Ich freue mich sehr für Dich.“ Bottas ist der insgesamt fünfte Finne nach Keke Rosberg, Mika Häkkinen, Kimi Räikkönen und Heikki Kovalainen, der einen Formel 1 Grand Prix gewinnt.

Rot geschlagen

Obwohl Polesetter Vettel alles in die Waagschale warf, konnte er Leader Bottas zwar einholen, aber kam nicht mehr an ihm vorbei. „Valtteri ist der Mann des Rennens, ich bin mit Platz 2 zufrieden. Ich hatte am Ende bessere Reifen und konnte aufholen, aber es ging sich einfach nicht aus. Wir haben alles versucht, aber das Rennen eigentlich am Start verloren. M ersten Stint war er einfach zu schnell“ so der Deutsche. Dennoch konnte Vettel mit P2 seine WM-Führung gegenüber Hamilton (P4) auf 13 Zähler ausbauen. Erstmals seit Ungarn 2008 standen sogar zwei Finnen am Podium, denn Kimi Räikkönen holte sich hinter Teamkollege Vettel Platz 3. „Leider ging sich nur Rang drei aus, aber dieses Wochenende war für mich persönlich ein Schritt nach vorne. Wir werden weitermachen und um den Sieg fighten“, so der „Iceman“.

Rosarote Hamster
Die nächsten WM-Zähler gab es wieder für Force India. Die zuckerlrosa Renner von Vijay Mallya scorten Dank der Plätze 6 und 7 durch Sergio Perez bzw. Esteban Ocon zum unglaublichen vierten Mal doppelt im vierten Grand Prix. „Es ist natürlich großartig, dass wir es wieder in die Top 10 geschafft haben. Aber das ist der erste Lohn für unsere harte Arbeit über den Winter.“ Besonders wichtig für die guten Ergebnisse sei laut Mallya, „dass wir nun schon im Qualifying wirklich weit vorne stehen. In Sotschi hatten wir beide Fahrzeuge in Q3. Damit bist Du gleich am Rennstart schon in den Punkten und kannst Dich gut orientieren.“

Ablösungen im Raum
Für Renault „Crashpilot“ Jolyon Palmer und Toro Rosso Mann Daniil Kvyat wird die Luft immer dünner. Der Brite rammte seinen gelben Renner bereits im Qualifying in die Mauer und wurde im Rennen von Romain Grosjean abgeschossen. Mit zwei Ausfällen und zwei 13. Plätzen schaut seine Bilanz gegenüber Teamkollege Nico Hülkenberg (6 WM-Punkte) mager aus. Obwohl sich Kvyat deutlich konkurrenzfähiger präsentiert als Palmer, läuten auch bei ihm die Alarmglocken, denn die Ansprüche bei Toro Rosso sind mindestens so hoch. Zudem drängt Red Bull Junior Pierre Gasly vehement auf ein Renncockpit.

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