Bleibt Red Bull nur der Ausstieg?

daniil-kvyat-red-bull-racing-2015Die Truppe aus Milton Keynes ist noch immer die Nr. 1 in Sachen Chassisbau. Seit der V6 Turbo Einführung ist jedoch der Motor wieder in den Mittelpunkt gerückt und ohne konkurrenzfähigen Motor fahren die Bullen gnadenlos hinterher

Bei Renault hat Red Bull Werksteams-Status genossen. Für die dürftigen Leistungen hatte Christian Horner und Dr. Helmut Marko schnell Renault als Schuldigen ausgemacht und keine Gelegenheit ausgelassen, dies auch öffentlich klarzustellen. In der Sommerpause wurde die Trennung beschlossen, ohne einen Ersatz parat zu haben.

Am liebsten würde Red Bull natürlich Motoren von Mercedes beziehen. Über ein Gespräch zwischen Didi Mateschitz und Niki Lauda gingen die Verhandlungen aber nicht hinaus. Mateschitz stellte laut Lauda zu viele Bedingungen, die Mercedes nicht akzeptieren wollte. Toto Wolff war ebenfalls ein Gegner davon, einen Meisterschaftskonkurrenten mit Mercedes Motoren auszustatten und so möglicherweise WM Titel zu riskieren. Dazu hatte sich Red Bull in den vergangenen Jahren durch diverse Aktionen keine Freunde im Fahrerlager gemacht.

Doch Motoren der Roten?

Bleibt also noch Ferrari. Auch bei den Italienern herrscht ein Interessenkonflikt. Ferrari Präsident Sergio Marchionne hatte am Anfang kein Problem damit Red Bull mit Motoren zu beliefern. In der Zwischenzeit scheint ihm Teamchef Maurizio Arrivabene ins Gewissen geredet zu haben. Red Bull soll nur mit alten Motoren beliefert werden. Für die Italiener gäbe es nichts peinlicheres, wenn ihnen Red Bull mit ihrem eigenen Motor um die Ohren fährt.

Red Bull will alte Motoren aber auf keinen Fall akzeptieren. Langfristig wollte man unbedingt wieder Werksteam Status erlangen, da man nur so WM-Titel erringen kann. Der VW-Einstieg scheint nach dem Abgasskandal wieder vom Tisch zu sein, somit gibt es derzeit auch keine langfristige Perspektive für Red Bull.

Ron Dennis und Didi Mateschitz haben oft genug betont, dass man als Kunde gegen die Werksteam nie um die Weltmeisterschaft kämpfen wird. McLaren hat mit Honda den richtig Schritt gemacht, fährt aber hinterher, da das Projekt mit den Japanern komplett in die Hose gegangen ist. Honda bekommt seit Saisonbeginn die Probleme mit dem Energierückgewinnungssystem nicht in den Griff.

Für Red Bull sieht die Zukunft düster aus. Die Mercedes Tür ist zu. Der Werksteam Status scheint in den nächsten Jahren ebenfalls unerreichbar. Bei Ferrari müssen sie hoffen Motoren der aktuellen Generation zu bekommen, aber auch das kann keine langfristige zufriedenstellende Lösung für Red Bull sein.

Kommt der Ausstieg?

Ein Ausstieg ist also näher denn je. Red Bull müsste allerdings eine hohe 3-stellige Summe Strafe bezahlen, da sie sich bis 2020 verpflichtet haben in der Formel 1 zu bleiben. Wenn Red Bull und Toro Rosso aus der Formel 1 aussteigen würden, käme wieder die 3-Auto-Idee ins Spiel. In den nächsten Wochen wird es weiter heiß her gehen, die Zeit läuft den Verantwortlichen allerdings schön langsam davon.

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