Mit einem Lächeln auf des Doktors Lippen wurde eine Saison eingeläutet, die der Formel 1 viel Schönes bescherte. Motto: Es sind immer noch Menschen, die da „im Kreis fahren“ – oder eben nicht mehr
Ausgerechnet zu Nikolaus und Krampus 2015 erhellte sich das finstere, vom Glanz der Siegerstraße schon viel zu lang verschmähte Antlitz des Herrn Doktor – als wollte er gen Himmel schreien: „Ein Motor! Ein Motor!“ Zwar der Gleiche, den man eigentlich loswerden wollte – doch neu gebrandet und vor allem: mit „Motorenpapst“ Mario Ilien als „Entwicklungshelfer“.
Kurz vor Saisonstart der nächste Hoffnungsschimmer: Tod den Token! Per 2017 endet jenes Motorenreglement, welches über Jahre dafür sorgen konnte, dass in einer „Weltmeisterschaft für Konstrukteure“ jedes den Rahmen sprengende Blatt Papier gezählt und selbstverständlich bestraft werden musste. 150 Startplätze rückversetzt wurden dann Sportler, die mit der Konstruktion rein gar nichts zu tun haben. Womit auch die Fahrer-WM als solche in Frage gestellt wurde. Das Schöne daran: es gehört der Vergangenheit an.
Schön war und ist auch der Aufstieg von Max Verstappen, der auch dafür sorgen konnte, dass sich das finstere Antlitz des Herrn Doktor im laufenden Jahr immer wieder erhellen konnte. Das Charisma von Mad Max besteht allerdings ausschließlich aus seinem bewundernswert kompromisslosen Fahrstil und aus den lapidar-unschuldig klingenden Kommentaren dazu. Vor zwei Jahren noch hat er dem Autor dieser Zeilen bestätigt, dass er noch nie einen Vollrausch hatte. Wie das mit dem ersten Sex aussieht, haben wir uns nicht zu fragen getraut. Aber wer braucht das schon? Wenn man die weltbesten Formel 1-Fahrer aufmischen kann, wie unlängst die Jungs auf der Kartbahn
Und dann war da noch der Fluch des Sebastian Vettel. Unfassbar: Manche konnten es gar nicht glauben, dass es wirklich, auch im Jahr 2016, Menschen waren, die in diesen Maschinen sitzen. Dieses Aha-Erlebnis war wichtig für die Formel 1 und ihre Jünger. Dass manche solchermaßen pure Emotionen verbieten oder bestrafen wollten, zeigt nur, wogegen die Verantwortlichen künftig eisern vorgehen sollten: Gegen Zensur, Image-Politur und PR-Sprech!
Dazu gehört auch das Dissen von MC Hamilton. Das PR-Prinzip „Popstar ohne Pop“ arbeitet eben nicht nur bei den sogenannten IT-Girls vorzüglich. Jeder, der etwas in die Richtung „er soll sich lieber aufs Fahren konzentrieren“ schrieb, hat sich endgültig in den Pensionisten- und Streberklub der Formel 1 eingetragen und sollte künftig nichts, rein gar nichts mit ihrer Vermarktung zu tun haben. Einziger Kritikpunkt: Die unsäglichen Hundefotos, im Bett, sich räkelnd, Körperteile herzeigend, die wirklich niemanden interessieren
Richtig schön war auch jener Moment, als Nico Rosberg, noch dazu in der Wiener Hofburg, seinen Rücktritt bekanntgab. Einen schöneren, menschlicheren Showdown hätte man für die Saison 2016 nicht erfinden können. Dass dann ausgerechnet jener Niki Lauda mit Vorwürfen kam, der einst mitten im freien Training seinen Rücktritt damit erklärt hatte, dass er plötzlich nicht mehr „im Kreis fahren“ wollte, gehört zu den absurden Dingen, die im Laufe dieser Saison passiert sind. Doch auch Widersprüche sind nur menschlich, und damit wieder schön.
Euer Noir
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