Auer triumphiert bei Regenchaos am Nürburgring

Auer gewinnt und meldet sich im Meisterschaftskampf eindrucksvoll zurück – Mercedes AMG DTM feiert Vierfach-Sieg – Ekström ohne Punkte

Die Eifel hat ihre eigenen Gesetze – das haben die Fahrer und Teams heute wieder einmal gelernt. Knapp fünf Minuten vor Rennstart hat es auf dem Grid angefangen zu regnen. Die Mechaniker tauschten die Slicks gegen Regenreifen im Rekordtempo.

Farfus als Rakete

Nach zwei Einführungsrunden schoss der Viertplazierte Augusto Farfus mit einem Raketenstart an die Spitze. Lucas Auer versuchte die Tür zuzumachen, doch gegen den BMW Motorsport Fahrer gab es kein Mittel. Farfus gab ein irres Tempo vor und war zwischenzeitlich schon zehn Sekunden weg. Auer sicherte dahinter seinen zweiten Platz ab, mithilfe seiner Teamkollegen als Bodyguards. Die Strecke trocknete zusehends ab und gegen Mitte des Rennens fuhren die ersten Piloten an die Box um auf Trockenreifen zu wechseln. Schließlich kam auch Leader Farfus. Doch dann meldete sich der Nürburgring zu Wort und aus dem Nichts fing es erneut an zu regnen. Jetzt war klar, dass Mercedes AMG DTM richtig gepokert hatte. Der Gesamtführende Mattias Ekström erlebte ein Desaster. Der Schwede fuhr genau in dem Moment aus der Box raus als der Regen einsetzte. „Da hatte ich Mund und Augen offen. Ich schaute an den Himmel und sah plötzlich diesen Monsunregen. Da wusste ich, mein Samstag ist vorbei“, schildert Ekström.

Perfekte Taktik

Vorne entwickelte sich eine Vierfachführung für Mercedes AMG DTM in der Reihenfolge Auer, di Resta, Wickens und Engel. Als nur noch zehn Minuten auf der Uhr waren, kam ‚Luggi‘ zu seinem Pflichtboxenstopp. Dieser dauerte länger als der Pitstop von di Resta und der Ex-Formel 1 Pilot schlüpfte durch, gab aber eine Runde vor Schluss die Position an Auer zurück, sodass dieser seinen vierten DTM Sieg einfahren konnte. „Wir fahren alle für ein Team. Lucas steht in der Meisterschaft viel besser da als ich, deswegen war das für mich kein Thema. Es war sozusagen ein frühes Geburtstagsgeschenk für Lucas“, scherzte der Schotte.

Luggi überglücklich

„Was für ein verrücktes Rennen! Am Start hab ich gedacht, lass den Augusto (Farfus) da vorne fahren. Das Team hat einen super Job gemacht und sich für die richtige Strategie entschieden. Danke an das Team. Gestern hieß es noch, dass Mercedes und ich unbedingt liefern müssen. Heute, nicht mal 24 Stunden später, bin ich bis auf einen Punkt an die Spitze in der Meisterschaft gerückt. Das geht so schnell. Wenn jemand an einem Wochenende zweimal aufs Podium kommt, ist er mittendrin im Titelkampf. Ich freue mich einfach riesig. Ein perfektes Ergebnis für mich und Mercedes AMG“, so ein stolzer Auer.

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