Alfa Romeo hat eine lange F1 Geschichte – und wieder große Pläne

Der Name Alfa Romeo ist seit der Premierensaison der Formel 1 am Grid. Die Mailänder stiegen zwischendrin immer wieder aus. Mit dem Next Generation Wagen scheint dem Team um Frederic Vasseur ein guter Wurf gelungen und nun will man definitiv wieder mehr

Als eigenständiges Team war Alfa Romeo gleich von Beginn der Formel 1 Weltmeisterschaft 1950 dabei. Und Werkspilot Nino Farina raste sofort zum WM-Titel! Auch in der zweiten Saison, 1951, stand mit Juan Manuel Fangio ein Alfa-Pilot ganz oben am Stockerl. „Zu dieser Zeit wollte jeder einen Alfa fahren. 1950 hatte mich Nino noch besiegt, daher wollte ich im nächsten Jahr unbedingt zurückschlagen, und das ist dann ja auch gelungen. Aber die Zeit der Alfetta war vorbei. Kleinere, leichtere Rennwagen waren nun im Kommen,“ erinnerte sich Fangio. Als die italienische Regierung Gelder für die Entwicklung eines neuen Rennwagens für 1960 verweigerte, zog sich der Staatsbetrieb aus der Königsklasse zurück, und ab sofort hieß das Duell Maserati gegen das Team des ehemaligen Alfa-Mitarbeiters Enzo Ferrari.

Comeback in den Seventies

Mitte der 1970er Jahre entwarf Alfa-Ingenieur Carlo Chiti einen Zwölfzylinder-Boxermotor, der den Titel in der der Sportwagen-Weltmeisterschaft 1975 einbrachte. Nach einer holprigen Zusammenarbeit mit Bernie Ecclestones Brahabam F1 Team, entschied man in Mailand, ab 1979 wieder mit einem eigenen Rennstall in der Formel 1 vertreten zu sein. Die Sportabteilung des Unternehmens, Autodelta, angeführ von Chiti, kehrte mit Rennwagen mit brachialer Power und PS-Leistung, aber schweren Chassis und hohem Benzinverbrauch zurück. Daher war diese zweite Periode als Konstrukteur deutlich weniger erfolgreich als die erste und bis zum neuerlichen Rückzug Ende 1985 gewannen Alfa-Werksfahrer kein einziges Rennen. Platz 6 war das höchste der Gefühle in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. „Unsere Autos waren richtige Monster. Die Power der Motoren war enorm. Aber leider haben sie auch extrem viel Benzin geschluckt und das wirkte sich dann auf die Standfestigkeit der Aggregate aus. Wir hatten sehr viele technische Defekte,“ so Eddie Cheever, der 1984 und 1985 bei Alfa engagiert war.

Neuanfang mit Sauber

Erst in der Saison 2015 kehrte das Logo von Alfa Romeo wieder auf den Grid zurück, zunächst auf den Fahrzeugen der Scuderia Ferrari. Ende 2017 gab man bekannt, dass man ab der kommenden Saison Titelsponsor des Sauber F1 Teams werden würde und dazu eine technische sowie kommerzielle Partnerschaft mit den Schweizern eingegangen sei. 2019 wurde der Rennstall dann komplett in Alfa Romeo umbenannt. „Mit dem neuen Wagen befinden wir uns auf einer ganz anderen Ebene als noch letzte Saison. Wir sind auf alle Fälle ein Top 10 Kandidat und waren in den ersten beiden Rennen mit Valtteri (Bottas) in Reichweite der Top 5“, strahlt der aktuelle Alfa Teamchef Frederic Vasseur. Geht es nach ihm, blickt man in eine rosige Zukunft. „Wir sind mit dem Saisonbeginn zufrieden, auch wenn wir nicht alle möglichen Punkte geholt haben. Aber das Team ist gut aufgestellt, wir haben zwei hungrige Piloten, und die neue Formel 1 ist auch finanziell enorm attraktiv für Sponsoren geworden.“ Vielleicht kehrt die Traditionsmarke also 2023 oder 2024 sogar wieder aufs Siegertreppchen zurück. TG

 

 

 

 

 

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