Am kommenden Wochenende steigt das Finale der Debütsaison der Titans RX Rallycross Series. Formelaustria hat mit dem Serien Boss, dem Niederösterreicher Max J. Pucher, gesprochen, der ein sehr positives Fazit zieht
Herr Pucher, wie zufrieden sind Sie mit Ihrer ersten Rennserie TitansRX?
Ich bin sehr zufrieden mit allen Aspekten der TitansRX Europe. Die Premierensaison hat alle Erwartungen erfüllt. Die Pantera Rennwagen haben sowohl Fahrer als auch Zuschauer begeistert.
Wie ist das Feedback der Fahrer?
Wir hatten in Summe – mit allen Wildcard Fahrern – 25 Fahrer die mit dem Pantera 2019 gefahren sind. Jeder findet das Auto extrem einfach zu fahren, mit Spitzenleistung und großer Zuverlässigkeit. Auch die Regulations mit dem neuen Punktesystem und ohne Joker Lap um für mehr Überholmanöver zu sorgen, wurde von den Fahrer angenommen und als spannend bezeichnet.
Sind die Zuschauerzahlen zufriedenstellend?
Bei gutem Wetter hatten wir ausgezeichnete Zuschauerzahlen in unserer ersten Saison. Für die Saison werden es 40.000 Zuschauer an der Rennstrecke sein und über 3 Millionen auf Eurosport.
Wird es im nächsten Jahr Veränderungen geben? Was kann man noch verbessern?
Wir werden den Pantera für 2020 weiterentwickeln. Die wichtigste Änderung ist unsere Real-E Initiative mit der wir unsere Autos umweltfreundlicher als Elektrorennautos machen durch ein synthetisches Benzin. Die zweite Erweiterung ist die Einführung von regionalen Meisterschaften zu je 6 Rennen, von denen dann die besten Fahrer zum Europäischen Finale fahren. Auch die Kosten werden weiter gesenkt. Eine regionale Serie kostet weniger als EUR 90.000 pro Jahr.
Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf der Debütsaison der TitansRX und der Resonanz von Fans und Fahrern?
Wir sind sehr zufrieden mit unserer ersten Saison. Die Fahrer sind alle extrem zufrieden mit Auto und dem Rennformat und bei gutem Wetter hatten wir ausgezeichnete Zuschauerzahlen, bis zu 7.000 pro Event. Für die Saison werden es 40.000 Zuschauer sein und über 3 Millionen auf Eurosport.
Können wir auf eine Erweiterung des Kalenders im nächsten Jahr hoffen?
Wir versuchen 7-10 Events zu veranstalten, wobei immer 3 davon eine regionale Serie darstellen. Rennfahrer und Sponsoren können für 6 Rennen um EUR 90.000 teilnehmen, ohne irgendein Risiko einzugehen. Der letzte Event ist wieder das Grand Finale der besten Fahrer, um den TitansRX Seriengewinner zu küren.
Zeigt sich wachsendes Interesse von Fahrern und Teams aus der WorldRX?
Wir zielen nicht auf die Fahrer der WorldRX, wobei wir nicht wissen, wie sich die unsichere Elektrozukunft auswirken wird. Sogar die angekündigte Junior eRX wird pro Rennen doppelt so viel kosten wie unser TitansRX Arrive and Drive.
Bisher sind die Rennen ja im EurosportPlayer zu sehen, wird das Livestream-Angebot künftig vergrößert?
Wie genau das Fernsehformat in 2020 aussehen wird, können wir noch nicht sagen. Aber wir werden Livestreamen und im Fernsehen sein.
Wer hat sie im Feld am meisten überrascht, die Hansen-Brüder und Topi Heikkinen konnte man ja vorne erwarten?
Die größte positive Überraschung war Tamara Molinaro, die vorne mitfährt und als RX Neuling auch erfahrenen Fahrern Paroli bietet. Es war auch überraschend wie dominant die Weltklassefahrer mit identischen Autos tatsächlich sind. Durch die regionalen Serien werden wir auch Fahrern, die nicht zu Weltklasse gehören, die Chance geben ihre lokalen Serien zu gewinnen.
Im sportlichen Reglement wird bislang auf die klassische Regelung/Nutzung der Joker Lap verzichtet, hat sich dies aus Ihrer Sicht gelohnt, denn einigen Fans fehlt die Extrarunde als taktisches Element des Rallycross-Sports?
Die Entscheidung keine Joker Lap zu fahren war richtig. Das wirklich Interessante am Motorsport sind Zweikämpfe und Überholmanöver. Diese durch einen einzigen Moment am Ende des Rennens zu ersetzen, ist aus meiner Sicht weder sinnvoll noch von den Zuschauern gewünscht. Nur weil fünf Facebook Kommentatoren keine Änderungen vertragen, werden wir nicht unsere zahlreichen zufriedenen Fans enttäuschen.
Wie sehen Sie die Entwicklung in der WorldRX? Kann die TitansRX für viele in Zukunft dann eher die erste Anlaufstelle im Internationalen Rallycross-Sports sein?
Aus meiner Sicht ist es surreal, dass man sich bei IMG und der FIA erwartet, dass die Rennteams bis 2021 ungefähr 50 Millionen an Investition für den Bau von neuen WorldRX Elektrofahrzeugen, den Kauf von Project-E Autos und die Miete von eRX Fahrzuegen auftreiben können. Die Sponsorenbudgets für 2020 sind bereits vergeben und daher weiß ich nicht, woher das Geld kommen soll. Was immer an Geld da ist, wird man für die 2020 Saison benötigen.
In Deutschland kommt es zum finalen Dreikampf um den Titel zwischen den Hansens und Heikkinen – wer hat für Sie die besten Chancen?
Alle drei Fahrer haben die gleichen Chancen, da die Punkte im Finale doppelt vergeben werden. Kevin Hansen war für mich der konstanteste Fahrer.
Haben Sie sich fürs Finale etwas Besonderes überlegt?
Die Punkte für das Grand Finale werden doppelt vergeben, um dort den Sieger zu küren. Wir laden alle für 2020 interessierten Fahrer als VIP Gäste an den Estering ein. Am Abend wird es eine große Feier für den Seriensieg geben.
Was war Ihr bisheriges Saison-Highlight?
Die hohen Zuschauerzahlen bei gutem Wetter waren eine extrem positive Überraschung.
Woran gehört – auch in Hinblick auf 2020/21 – noch weiter gefeilt?
Wir werden die Pantera weiterentwickeln mit noch mehr Zuverlässigkeit und vor allem der Real-E Initiative, die mit einem synthetischen Benzin umweltfreundlicher als Elektrorennsieren ist, pushen.
Wie weit sind die Vertragsverhandlungen mit den Fahrern? Werden die Top 3 auch 2020 für die Titans starten?
Es sind 250 Fahrer auf unserer Interessentenliste und es ist zu früh dazu irgendwelche Ankündigungen zu machen.
Neben der Real-E-Initiative, wird es noch weitere Neuerungen für 2020 geben?
Wir werden die Stabilität der Fahrzeuge, vor allem bei Autokontakt, noch weiter verbessern. Dabei geht es nicht um Ausfälle, die gering waren, sondern darum, dass die Bodykits weniger durch Kontakt geschädigt werden und damit Kosten und Reparaturzeit reduziert werden.
Zu Fuglau: Werden die Titans auch 2020 in NÖ um Punkte fahren, wird es Neuerungen an der Strecke geben?
Die MJP Arena wird auch 2020 zur TitansRX gehören. Die Strecke wurde 2019 auf internationales FIA Niveau ausgebaut. Es sind nur kleine laufende Verbesserungen geplant.
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