1000-mal im Kreis gefahren

1000-mal im Kreis gefahren

Der Grand Prix von China in Shanghai ist das 1000ste Rennen der Formel 1 Geschichte. Wir werfen einen Blick zurück auf die Meilensteine der Königsklasse

Der erste Grand Prix –Großbritannien 1950

Das Premierenrennen der Formel 1 fand am 13. Mai in Silverstone statt und trug auch den FIA-Ehrentitel GP von Europa. 21 Piloten aus neun Nationen waren am Start und Nino Farina stand auf Pole. In Reihe 2 fuhr unter anderem Maserati-Pilot Prinz Bira los, der erste Thailänder in der Formel 1 vor Alexander Albon bei Toro Rosso 2019. Das Rennen zog 200.000 Fans an, die sahen wie sich Farina, Luigi Fagioli und Juan Manuel Fangio absetzten und heftig duellierten. Während Fangio mit Motorschaden liegen blieb, baute Farina seine Führung aus und siegte vor Fagioli. Lokalmatador Reg Parnell wurde ausgezeichneter Dritter, obwohl er zwischenzeitlich mit einem Hasen kollidiert war.

Der 50. Grand Prix – Monaco 1956

Anders als beim Saisonauftakt in Argentinien, wo nur Ferrari, Maserati und zwei Privatteams am Start waren, war der Grid in Monaco voll. Das französische Gordini Team war wieder dabei, auch die britischen Teams Vanwall und BRM sowie zahlreiche Privatiers. In der Fahrerwertung lag Fangio einen Punkt hinter Jean Behra. Das Rennen war vom Kampf zwischen Ferrari und Maserati geprägt. Stirling Moss und Eugenio Castellotti überholten Fangio und lieferten sich daraufhin ein hartes Duell. Fangio crashte in St. Devote, Luigi Musso und Harry Schell fuhren ihm auf und schieden aus. Peter Collins war inzwischen Zweiter, musste aber durch Stallorder seinen Ferrari-Teamkollegen Fangio passieren lassen. In Runde 32 leistete sich der Argentinier den nächsten Fahrfehler, krachte in die Streckenbegrenzung und rollte in die Box. Dort bekam er auf Befehl der Teamführung nun Collins Wagen. Fangio attackierte erneut, überholte Behra, konnte Moss aber nicht mehr gefährden.

Der 100. Grand Prix –Deutschland 1961

Cooper, das die vorherigen Saisons dominiert hatte, lag beim Auftakt 1961 nur im Mittelfeld und kam daher nach Deutschland mit dem neuen Climax Motor. Am Nürburgring war das fahrerische Talent wichtiger als die Power, weswegen sich fünf Konstrukteure um die Pole rauften. Phil Hill setzte sich schließlich vor Jack Brabham durch, dahinter folgten Moss, Joakim Bonnier, Wolfgang Graf Berghe von Trips und Graham Hill. Brabham ging am Start in Führung, drehte sich aber auf nasser Fahrbahn und flog in eine Hecke. Moss führte vor Bonnier und Dan Gurney. Auch Ireland crashte, stieg aber unverletzt aus dem brennenden Lotus. Graham Hill kollidierte mit Gurney. Während viele Piloten mit Motorschäden liegen blieben, gewann Moss auf neuerlich nasser Piste klar vor WM-Leader Graf Berghe von Trips und dessen Ferrari Teamkollegen Phil Hill. Es war der letzte Sieg von Moss in der Formel 1. Von Trips verunglückte beim folgenden Rennen tödlich. Phil Hill holte seine letzte schnellste Rennrunde.

Der erste GP von Österreich (Rennen Nr. 128) – 1964

Das Rennen am Militärflughafen von Zeltweg 1964 war der erste offizielle WM-Lauf der Königsklasse in Österreich. Der temporäre Kurs am Fliegerhorst Hinterstoisser erwies sich aber als Fahrzeugmordende Waschrumpel. Die Piloten beschwerten sich über die viel zu schmale und zu unebene Strecke, und Tribünen fehlten komplett. In diesem Rennen debütierte auch der spätere Champion Jochen Rindt. Bereits im Training kämpften Hill, Clark, John Surtees und Lorenzo Bandini mit technischen Defekte wegen des miesen Streckenbelags. Zudem fiel die Zeitmessung aus. Hill starte von der Pole, verlor aber durch Wheelspin viele Plätze, ebenso wie Clark, dessen erster Gang nicht reinsprang. Gurney und Surtees setzten ab. Je länger das Rennen dauerte, desto mehr Piloten fielen mit Defekten aus. Als in Runde 47 auch Gurneys Aufhängung einknickte, ging Lorenzo Bandini erstmals in seiner Karriere in Führung und brachte den Sieg nach Hause. Es blieb sein einziger Sieg in der Formel 1.

Der 250. Grand Prix – USA 1974

Ein Jahr nach dem tödlichen Unfall von Supertalent Francois Cevert kehrte die Formel 1 in die USA zurück und wieder ließ ein Fahrer sein Leben: Diesmal war es der österreichische Shooting Star Helmut Koinigg. In Runde 10 kam er von der Strecke ab und prallte frontal in die Leitplanken. Sein Fahrzeug durchbohrte die ungenügend befestigten Schienen und die oberste tötete ihn beim Aufprall. Emerson Fittipaldi und Clay Regazzoni lagen punktgleich an der WM-Spitze, und auch Jody Scheckter hatte noch Titelchancen. Bei McLaren hatten Fittipaldi und Denis Hulme erstmals Funk im Helm, aber der Motorenlärm war zu groß. Carlos Reutemann stand auf der Pole, neben ihm James Hunt. Regazzoni fiel mit Handlingproblemen zurück, Lauda stieg, nachdem er von Koiniggs Tod gehört hatte, aus. Scheckter blieb in Runde 45 mit defekter Kraftstoffanlage liegen. Fittipaldi war zum zweiten Mal Weltmeister. Pace wurde hinter Reutemann Zweiter und bescherte Brabham den ersten Doppelsieg seit 1969.

Der 500. Grand Prix – Australien 1990

Das Saisonfinale der Saison 1990 war gleichzeitig der 500. Grand Prix. 14 Tage vorher waren sich Ayrton Senna und Alain Prost in die Karre gefahren, weswegen Ferrari unter Androhung eines F1-Rückzugs neue Regeln zu gefährlichen Kollisionen und Strafen einforderte. Das McLaren-Duo Senna und Gerhard Berger sorgte für einen Front-Row-Lockout vor den beiden Ferraris von Nigel Mansell und Prost. Berger verlor P2 an Mansell nachdem er versehentlich die Zündung verstellt hatte. Während er dies korrigierte, zog Mansell vorbei und duellierte sich bis Runde 43 mit Senna um die Führung. Dann fiel er infolge eines Fahrfehlers und eines Boxenstopps auf P5 zurück. Als Senna in der 62. Runde mit Getriebeschaden ausrollte, übernahm Piquet die Führung vor Prost. Zehn Runden später schob sich Mansell an Teamkollege Prost vorbei und schloss zum Führenden auf. Dieser verteidigte seine Position jedoch bis ins Ziel vor Mansell und Prost.

Der 750. Grand Prix – China 2005

Der China Grand Prix bildete 2005 den Saisonabschluss. Das Rennen gewann der neue Weltmeister Fernando Alonso vor McLaren-Star Kimi Räikkönen. Der letzte WM-Lauf des Jahres war ein Spiegelbild der gesamten Saison, denn die beiden hatten stets dominiert. Den letzten Stockerlplatz sicherte sich Toyota-Pilot Ralf Schumacher. Rekordweltmeister Michael Schumacher kollidierte in der Aufwärmrunde mit Christijan Albers und beide mussten im Ersatzwagen aus der Boxengasse starten. Christian Klien holte mit seinem Red Bull Boliden P5, die beste Platzierung seiner Karriere. Alonsos Erfolg war der letzte Sieg für ein Auto mit 6-Gang-Getriebe und V10-Motor. Es war gleichzeitig der finale Auftritt des Minardi Teams, das Red Bull Eigentümer Dietrich Mateschitz zur Scuderia Toro Rosso wurde, und auch des nicht minder legendären Teams von Eddie Jordan, das der russisch-kanadische Business Tycoon Alex Snyder aufkaufte und in Midland F1 Racing umbenannte.

Der 1.000. Grand Prix findet wieder in China statt. Sieganwärter gibt es 2019 einige – Lewis Hamilton, Valtteri Bottas, Charles Leclerc, Sebastian Vettel oder Max Verstappen. Man darf gespannt sein….

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