Vettel zieht davon

Nach seinem Sieg in Australien doppelte Sebastian Vettel in Bahrain nach und baute so seine WM-Führung aus, Zweiter Lewis Hamilton vor Stallgefährte Valtteri Bottas

„Frohe Ostern! Das Auto war heute eine Freude“, jubelte der vierfache Weltmeister nachdem er mit seinem roten Renner über die Ziellinie in Sakhir schoss. „Gleich am Start habe ich Lewis kassiert und fühlte, dass ich gewinnen kann. Ich setzte Valtteri unter Druck, der Undercut hat perfekt funktioniert und das Safety-Car tat den Rest dazu,“ strahlte Vettel. Mit seinem 44. Grand Prix Erfolg zog der Deutsche nun in der WM-Gesamtführung davon. Seb hält nun bei 68 Zählern, sieben mehr als der zweitplatzierte Hamilton. „Es ist natürlich toll, die Wertung anzuführen. Aber die Saison hat gerade erstmal angefangen. Unser Auto ist schnell und zuverlässig, wir sind top in Form, also lasst uns so weitermachen.“

Silber schlägt sich selbst
Lewis hätte die Pace von Vettel mitgehen können, blieb aber im ersten Stint lange hinter Teamkollege Valtteri Bottas stecken. Danach verteidigte er sich in der Boxeneinfahrt regelwidrig gegen „Bulle“ Daniel Ricciardo und kassierte dafür eine 5-Sekunden-Strafe, die ihn endgültig um den Rennsieg brachte. „Hätte man Lewis schneller an Bottas vorbeigebracht, wäre ihm auch die Strafe durch das Bremsen in den Boxen erspart geblieben“, analysierte Ex-F1-Pilot Christian Klien. Bottas musste mit einem zu hohen Reifendruck losfahren und kam so nie auf Geschwindigkeit. „Uns ging vor dem Start der Generator ein und daher stimmte der Druck bei ihm hinten nicht“, gab Mercedes Teamchef Toto Wolff Preis. Der finnische Polesetter Bottas brachte P3 noch knapp vorm heranstürmenden zweiten Ferrari-Piloten und Landsmann Kimi Räikkönen ins Ziel.

Indische Punktehamster
Ein breites Grinsen sah man indes im Gesicht von Force India Eigner Vijay Mallya, dessen Jungs wieder doppelt punkteten. Beim dritten Rennen des Jahres landeten Sergio Perez (P7) und Esteban Ocon (P10) zum dritten Mal beide in den WM-Punkten und überholten so Toro Rosso in der Teamwertung. „Wir sind in die Saison gegangen, um zu beweisen, dass letztes Jahr kein Zufall war. Unser Wagen ist aktuell noch nicht dort, wo wir ihn wollen, aber dennoch haben wir wichtige Punkte geholt. Das macht uns zuversichtlich“, so „Checo“ Perez, der in Bahrain zum zweiten Mal nach Melbourne P7 holte.

Nächstes McLaren Desaster
Stoffel Vandoorne konnte mit seinem Papaya-orangenen Boliden nicht einmal an den Start gehen, Fernando Alonso kämpfte lange wie ein Löwe, schied dann aber mit Defekt frustriert aus. „Ich bin noch nie ein Rennen mit so einem miesen Motor gefahren. Auch wenn sie vor der Geraden 100 Meter hinter mir sind, fahren sie locker an mir vorbei“, schimpfte der Spanier – zurecht – in den Boxenfunk. Nach der nächsten Pleite ist der erfolgsverwöhnte Rennstall neben Hinterbänkler Sauber noch das einzige Team ohne WM-Punkte 2017.