Neweys Sparplan für die F1

Um an der Spitz der F1 mitfahren zu können, geben die Teams rund 300 Millionen Euro pro Jahr aus. Liberty Media will mittels einer Budgetobergrenze die Kosten um die Hälfte reduzieren.
Immer wieder wird darüber diskutiert, wie man die Kosten in der F1 senken könnte. Der neue F1-Besitzer Liberty Media will das Budget mittels einer Obergrenze um die Hälfte reduzieren, doch nicht jeder ist von dieser Idee angetan. Red Bull Chefdesigner Adrian Newey hat in dieser Hinsicht andere Ideen, um die Kosten ohne Obergrenze zu senken. Er fordert, dass man zuerst an den Werkzeugen sparen sollte. Daraus würde auch resultieren, dass man weniger Personal benötigen würde.

Als erstes würde Newey den Windkanal aus dem Programm entfernen: „Aus technischer Sicht sind sie Dinosaurier, die sowieso bald aussterben. Wir konstruieren immer mehr mit Hilfe von CFD-Simulation.“ In der Vergangenheit haben die Teams allerdings für die Optimierung der Windkanäle Millionen ausgegeben.

Konzentration auf das Wesentliche

Allerdings hätte die Sache einen Hacken. Die Teams würden das vorhandene Geld natürlich in den Ausbau der CFD-Werkzeuge investieren. Um genau das zu verhindern, würde Newey eine Standard-Software mit einer limitierten Anzahl von Rechenvorgängen einführen. Zudem würde er auch die Abschaffung der Telemetrie gutheißen, somit würde wieder die Intuition und die Genialität der Ingenieure im Vordergrund stehen.

Er spricht des weiteren auch von einer Regulierung der Aerodynamikupdates: „Wenn du im Jahr nur fünf unterschiedliche Heckflügel bauen darfst, überlegst du dir, ob ein Spezialflügel für Monza oder Monte Carlo sinnvoll ist. Du beschränkst dich dann auf das Wesentliche.“

Auch dem Hybrid geht es an den Kragen

Auch in Sachen Antrieb würde Newey einiges ändern. Er würde den Hybridantrieb wieder aus der F1 streichen, da man so rund 50 kg Gewicht sparen würde und die Boliden somit wieder leichter wären. Dies würde zur Folge haben, dass die Reifen weniger stark beansprucht werden würden. Zudem hält er den Versuch, mit der Hybridtechnik Synergien mit der Serienproduktion herzustellen für überbewertet.

„Im Rennsport versuchen wir so viel wie möglich Vollgas zu fahren. Im normalen Leben stehen wir entweder im Stau oder rollen mit gleichmäßigen Tempo über die Autobahn. Was sollen Autorennen bitte zu dieser Aufgabenstellung beitragen?“, fragt sich Newey. Somit wird es laut Newey auch die MGU-H Einheit im Serienauto nie geben. „Sie würden nur etwas bringen, wenn du lange Vollgas fährst. Die meisten Länder haben ein Tempolimit. Da bewegst du dich bei 130km/h im Teillastbereich.“, argumentiert Newey.