Go West – Die Story hinter Alonsos Indy 500 Abenteuer

Die News, dass der zweifache Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso an der 101. Auflage der Indianapolis 500 teilnehmen wird, klang zuerst wie ein verspäteter Aprilscherz. Ist es aber nicht. Formelaustria klärt auf

Einer der wohl besten Rennfahrer der Welt wird den Formel 1 Grand Prix von Monaco sausen lassen, um sich dem „Greatest Spectacle in Racing” zu stellen. Der Spanier ist bei McLaren-Honda aktuell chancenlos um in der Formel 1 aufs Siegespodest zu fahren, aber in der IndyCar Series ist Honda äußerst erfolgreicher Motorenpartner.

“Vor Australien sagte ich zu Fernando im Scherz, ‘hey, eines Tages sollten wir zusammen Indy machen’. Als Fernando und ich mit Eric [Bouillier, Rennleiter] und Honda in Australien waren, sagte er beim Frühstück plötzlich ‘Honda hat auf dem Speedway eine unglaubliche Geschichte und ich den Traum der Dreifachkrone. Ich würde mit Euch sehr gerne in Indy fahren. In Shanghai haben wir dann alles fixiert“, gibt McLaren-Teamboss Zak Brown Preis.

Alonso wird sein Vorhaben mit einem von Andretti Autosport gemanagten Honda Dallara bestreiten, der in der Papaya-orangenen Originallackierung von McLaren antreten wird. Noch hat er keine genauen Pläne, wann er den IndyCar Dallara DW12 testen wird, hofft aber, schon bald im Dallara-Simulator zu sitzen. Außerdem wird er beim IndyCar-Rennen in Alabama am 23. April vor Ort sein, um das Andretti Autosport-Team kennenzulernen und die Autos und die Serie besser zu verstehen.

Große Vorgänger
Alonso versucht der 13. Formel-1-Champion zu werden, der an den Indy 500 teilnimmt. Bislang waren Mario Andretti, Alberto Ascari, Jack Brabham, Jim Clark, Emerson Fittipaldi, Graham Hill, Denis Hulme, Nigel Mansell, Nelson Piquet, Jochen Rindt, Jackie Stewart und Jacques Villeneuve die 12 F1 Weltmeister, die auf die Jagd nach der Milchflasche für den Rennsieger gingen.

Aber der spanische Superstar wäre nicht er selbst, würde er sich nur mit der Qualifikation für das Rennen zufriedengeben. Er möchte nach der britischen Legende Graham Hill, der 1966 beim ersten Antreten siegte, der erst zweite F1-Champion werden, der als Rookie triumphiert. „Die Aufgabe ist schwer, denn ich habe nur wenig Zeit. Aber man muss sich hohe Ziele stecken, sonst wird man sie niemals auch nur annähernd erreichen.“

“Ich bin nicht in meiner Komfortzone, aber ich habe keine Angst es zu versuchen und ein gutes Resultat zu liefern. Es stehen wichtige Wochen an.” Hill ist auch Alonsos Vorbild in Sachen Triple-Crown, denn der Vater des F1 Weltmeisters 1996 Damon Hill, ist bis heute der einzige Fahrer, der den Monaco Grand Prix, die Indianapolis 500 und die 24 Stunden von Le Mans gewonnen hat.

Auf Mansells Spuren
Ähnlich wie bei Mansell, der als F1 Champ 1992 abtrat und nach Übersee ging, verursachte auch Alonsos Ankündigung globale Schockwellen. Aber sowohl seine Arbeitskollegen in der Königsklasse, wie auch seine künftigen Rivalen in Indy sind begeistert. „Fernando ist einer der besten Fahrer der Welt. Von der Klasse her, wird er sicher der Beste am Grid in Indy sein. Aber die Zeit ist knapp um sich auf alles vorzubereiten. Wir halten ihm die Daumen“, so sein Ex-Teamkollege Lewis Hamilton. „Als ich gerhört habe, dass Alonso zu uns kommt, um die Indy 500 zu fahren, dachte ich, es wäre eine Ente. Aber es stimmt und das ist sowas von cool“, freut sich der viermalige Indy 500 Sieger Helio Castroneves.

McLaren Comeback
McLaren war bereits zwischen 1970-79 in Indy am Start. Johnny Rutherford siegte zweimal 1974 und 1976, Mark Donohue siegte für Team Penske in einem McLaren Chassis bereits 1972. Auch Gordon Johncock, Lloyd Ruby, Denis Hulme, Peter Revson, David Hobbs und Carl Williams rasten mit einem McLaren um den Indanapolis Motor Speedway. Ob Alonso gleich bei seinem ersten Antreten den Sieg holen kann, ist fraglich. Aber zumindest fährt er beim Titelverteidiger, denn Andretti Autosport gewann beim 100. Jubiläumsrennen mit Rookie Alexander Rossi, der selbst erst gerade aus der Formel 1 nach Übersee gekommen war. Und Alonso verfügt sowohl über mehr fahrerische Klasse, wie auch Rennerfahrung als der junge US-Amerikaner.

Formel 1 Stars bei den Indy 500
Alberto Ascari 1952 32. 1952
Jack Brabham 1961, 1964, 1969, 1970 9. 1961
Jim Clark 1963 – 1967 1. 1965
Mario Andretti 1965 – 1978 & 1980 – 1994 1. 1969
Graham Hill 1966, 1967, 1968 1. 1966
Jackie Stewart 1966, 1967 6. 1966
Jochen Rindt 1967, 1968 24. 1967
Denis Hulme 1967 – 1969 & 1971 4. 1967 & 1968
Emerson Fittipaldi 1984 bis 1994 1. 1989 & 1993
Nigel Mansell 1993, 1994 3. 1993
Nelson Piquet 1993 32. 1993
Jacques Villeneuve 1994, 1995 & 2014 1. 1995