Geht Ferrari die Luft aus?

Ferrari musste in Suzuka bitter bezahlen, als das Auto von Sebastian Vettel den Geist aufgab. Die Zuverlässigkeit der Roten scheint sich nach der Sommerpause noch immer auf Urlaub zu befinden.

Zuverlässigkeit ade

Die erste Saisonhälfte lief für den Deutschen Sebastian Vettel ziemlich gut und so konnte er mit 14 Punkten Vorsprung gemütlich in die Sommerpause gehen, doch nach dieser hat Sebastian Vettel kein einziges Rennen gewonnen und liegt nun 59 Punkte hinter dem Konkurrenten Lewis Hamilton. Mit nur mehr vier verbleibenden Rennen könnte Hamilton schon beim GP in Amerika den Sack zu machen und sich den WM-Titel sichern.

In Suzuka konnte Vettel das Rennen aufgrund eines Motordefektes nicht beenden. Defekte solcher Art plagen die beiden Ferrari Piloten und lässt sie somit weit hinter Mercedes. Dennoch kann Ferrari diese Saison als Erfolg verbuchen, denn in der vorherigen Saison konnte das italienische Team nicht einen einzigen Sieg einfahren. Experte und Sky Reporter Martin Brundle glaubt, dass Ferrari schon zu früh in der Saison das Auto zu hart strapaziert hat. „Es sieht so aus als ginge Ferrari am Ende der Saison die Zuverlässigkeit und der Schwung aus. Es ist so, als ob sie jedes einzelne Stück an Performance aus dem Auto rausgeholt hätten. Jetzt geben sie ein bisschen auf und es schleicht sich eine Unzuverlässigkeit ein. Das Auto ist so stark und schnell, aber das hat ihren WM-Hoffnungen geschadet.“, sagt Brundle. Auch der derzeitige Champion Nico Rosberg meint, dass Ferrari nur sich selbst die Schuld an ihren Schwierigkeiten geben kann. Rosberg, der auch in Suzuka beim Rennen live dabei war, kommentiert die Situation so: „Es ist nicht fair zu sagen, es wäre nur Pech. Man muss auch die Zuverlässigkeit hinbekommen, was Mercedes geschafft hat, und Ferrari ist nicht dort, wo sie sein müssten. In letzter Zeit fallen sie zu oft aus und das schadet ihren WM-Chancen.“

Kämpfen bis zum Schluss

Toto Wolff, der sich mit Ferrari Boss Maurizio Arrivabene gut auskommt, kann die Situation gut verstehen. „Wir können das gut nachempfinden. Die Ferrari Jungs müssen sich zurzeit fürchterlich fühlen. Ich komme mit ihnen gut aus und mit Maurizio und das ist keine Situation in der man gerne ist. Vielleicht ist es die Entwicklung des Teams. Sie haben zwischen 2016 und 2017 einen großen Schritt vorwärts gemacht, ihr Auto ist super schnell – es fehlt ihnen an Zuverlässigkeit und das ist der nächste Schritt.“, sagt Wolff nach dem Rennen in Suzuka.  Hamilton kann sich schon in Amerika seinen Titel sichern, wenn er seinen Rivalen Vettel mit 16 Punkten übertrifft, doch Ferrari besteht weiterhin darauf, dass sie nicht aufgeben werden. „Die Saison ist noch nicht vorbei. Wir werden bis zum letzten Rennen, bis zur letzten Runde und bis zur letzten Kurve kämpfen. Das ist es, was ich garantieren kann.“, sagt Arrivabene, der zugibt, dass er nach dem Suzuka-Ausfall nicht mit dem Ferrari Präsident Sergio Marchionne gesprochen hat.