Ein Fall für Zwei

Nach dem Sieg von Lewis Hamilton beim Grand Prix von Spanien sieht alles so aus, als wäre die Formel 1 WM 2017 ein Duell zwischen dem Briten und Sebastian Vettel

Vettel gewann den Start, ging in Führung, Hamilton ging durch die Strategie vorbei, nach dem zweiten Stopp lag wieder der Deutsche vorne, doch am Ende zog der Mercedes-Star erneut an Vettels Ferrari vorbei und holte sich den 55. Karrieresieg. Dadurch verkürzte Hamilton den Rückstand in der Fahrerwertung auf WM-Leader Vettel auf sechs Zähler. Der Drittplatzierte in der Weltmeisterschaft, Valtteri Bottas, fiel aus als sein Ersatzmotor in Rauch aufging und liegt so bereits 35 Punkte hinter dem Topduo. Ferraris zweiter Mann, Kimi Räikkönen, wurde in Kurve 1 abgeschossen und ist somit wohl auch aus dem WM-Rennen. „Es ist großartig nach dem für mich schlechten Wochenende in Russland mit einem Sieg zurückzukommen. Nun freue ich mich auf Monaco“, so Hamilton.

Kleine Schritte

Red Bull Racing ist aktuell dritte Kraft, hatte sich aber durch zahlreiche Updates für den Spanien GP einen Sprung nach vorne erhofft. Doch daraus wurde nichts, auch wenn Daniel Ricciardo – bedingt durch die Ausfälle von Bottas und Räikkönen – als Dritter aufs Podium durfte. Der schnellere Mann bei den Renndosen, Max Verstappen, schied ebenfalls durch einen Crash in der ersten Runde aus. „Natürlich freue ich mich über das Podium, aber wir wissen auch, wie dies einzuordnen ist. Die Updates haben schon geholfen, allerdings muss da noch mehr kommen. Wir sind schon näher an Ferrari, aber nicht nahe genug“, so Ricciardo.

Endlich Punkte

Pascal Wehrlein wurde trotz einer Fünf-Sekunden-Strafe ausgezeichneter Achter und bescherte so sich und seinem Sauber F1 Team die ersten WM-Zähler des Jahres. „Jede Runde war für uns heute wie eine Qualifyingrunde. Wir mussten ganz stark mit den Reifen haushalten und am Ende hatte ich hart zu fighten um vor Kvyat zu bleiben“, war Wehrlein glücklich. „Die Strafe ärgert mich natürlich, aber der Funkspruch (an die Boxen zu kommen) kam so spät, dass ich die Pylone bei der Einfahrt verpasst habe. Das Team sagte mir, dass ich drei Sekunden Vorsprung auf Magnussen hatte und daher habe ich dann noch voll angezogen“, strahlte der Deutsche. Er freut sich nun auf die Updates für den Wagen zum Monaco Wochenende.

Alonsos Abschied?

Nach einer beeindruckenden Performance im Qualifying – erstmals mit dem McLaren Honda in Q3 und am Ende Startplatz 7 – lief es im Rennen nicht für den Lokalhelden. Alonso wurde von Felipe Massa ins Kiesbett gedrängt und fuhr dann nur mehr hinterher, denn die Rennpace des McLaren ist noch zu schwach. Nach der Zieldurchfahrt schnappte sich Fernando die spanische Flagge und grüßte seine Heimfans in der Auslaufrunde. Der Doppelweltmeister verabschiedet sich nun nach Übersee, wo er anstelle des Monaco Grand Prix lieber bei den Indianapolis 500 an den Start geht. Doch war dies ein Abschied für immer? „Die Art und Weise wie Nando sich von den Fans verabschiedet hat, gibt mir schon zu denken. Wer weiß, vielleicht bleibt er gleich in den USA“, war Ex-McLaren Pilot Pedro de la Rosa verwundert.